Aachen - Oberbürgermeister Marcel Philipp zu Gast in der AZ-Redaktion

Oberbürgermeister Marcel Philipp zu Gast in der AZ-Redaktion

Von: Albrecht Peltzer
Letzte Aktualisierung:
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Erster Besuch in der AZ-Redaktion als Aachens neuer Oberbürgermeister: Marcel Philipp (3.v.l.) im Gespräch mit den AZ-Redakteuren (v.l.) Robert Esser, Albrecht Peltzer, Chefredakteur Bernd Mathieu, stellvertretender Chefredakteur Bernd Büttgens und Stephan Mohne. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Dass der Terminkalender eines OB prall gefüllt ist, darf man getrost als die berühmte Binsenweisheit qualifizieren. Dennoch: Genau das ist das Thema für Marcel Philipp.

Denn die ersten Tage und Wochen als erster Bürger der Stadt haben gezeigt, dass die „Kennenlernphase” durchaus den meisten Raum einnimmt.

„Für strategische Überlegungen bleibt da leider im Moment weniger Zeit, als ich mir eigentlich vorgenommen habe. Das Tagesgeschäft überlagert das noch etwas”, sagte Marcel Philipp beim Besuch am Montag in der AZ-Redaktion. Wegen Campus und Haushalt mussten bisher einige andere Dinge hinten angestellt werden.

Was beileibe nicht heißen soll, dass der OB Strategie und Konzeption aus der täglichen Arbeit gestrichen hat. „Ich setze auf Kontinuität, aber ich will und werde auch eigene Akzente setzen.” Das Stichwort fällt im Moment überall: sparen. Auf etwa 10 Millionen Euro schätzt der OB den Anteil, den die Stadt aus eigener Kraft vom 60-Millionen-Defizit abbauen kann.

Doch das heißt, eisern ans Eingemachte zu gehen. Philipps Fragen lauten: Was machen wir zu viel, was uneffektiv? Wo gibt es Synergien in der Verwaltung? Philipp weiß, dass dieser Prozess schwierig ist. Aber er wird nicht müde, ihn immer wieder überall anzustoßen. Er will Verknüpfungen herstellen, im Jugend- und Schulbereich zum Beispiel, wo vieles parallel, aber nicht vernetzt und damit sinnvoller und kostengünstiger vonstatten gehe.

Den Rollenwechsel, sagt er selbstbewusst, hat er „überraschend schnell” gemeistert. Von der einen Seite - als CDU-Ratsherr - auf die andere, den Chefsessel der Verwaltung. Und fast habe er das Gefühl, dass die Terminvielfalt nach der Amtsübernahme ihn ein wenig vom Geschäft der Politik entfernt hat. „Ich werde mich da aber schnell wieder mehr einbinden”, sichert er den Kollegen der schwarz-grünen Koalition - an deren Entstehen er maßgeblich mitgewirkt hat - zu.

Dass er als OB „wesentlich mehr Möglichkeiten hat, Themen zu setzen”, hat er in den knapp 100 Tagen seiner Amtszeit „mehrfach gemerkt”. Eine Tatsache, die ihm offensichtlich Spaß macht, die - und das sagt er sehr überzeugt - „ausgesprochen reizvoll” ist. „Ich muss die Probleme benennen”, meint er mit Blick zum Beispiel auf Folgekosten hehrer Politikerwünsche. „Und es ist auch meine Aufgabe, die Politiker mitzunehmen.”

Da spricht ein OB, der mit ähnlichem Selbstbewusstsein seine Rolle einnimmt, wie es Vorgänger Jürgen Linden gemacht hat. Der hat ihm den Einstieg erleichtert, mit ihm arbeitet Philipp weiter in mehreren Gremien zusammen - zum Beispiel im Karlspreisdirektorium, das am Samstag den neuen Preisträger bekanntgeben will.

Da ist man wieder beim Terminkalender. Der sah für den gestrigen Abend den Neujahrsempfang für die Vereine vor. Eine Rede bereitete Philipp nicht vor, nur Stichpunkte. Er wollte spontan mit den Menschen reden. Über Vereine, Ehrenamt, die Gemeinschaft Aachen. „Das soziale Miteinander müssen wir stärken”, sagt Philipp und richtet den Blick auf die Uhr. Der nächste Termin hat eigentlich schon begonnen - Koalitionsausschuss mit CDU und Grünen, die Kollegen werden das Zuspätkommen entschuldigt haben.
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