OB-Wahl: SPD schickt Björn Jansen mit großer Mehrheit ins Rennen

Von: mh
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Aachen. Mit 74 von 79 gültigen Stimmen haben die 80 Delegierten der SPD Aachen am Samstag den derzeitigen Aachener Bürgermeister Björn Jansen zum Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters gewählt. Vier Delegierte stimmten gegen ihn, es gab eine Enthaltung.

Der 36-jährige Diplom-Kaufmann, Vater zweier Zwillinge und Ehemann der Aachener Landtagsabgeordneten Daniela Jansen, personifiziere nicht zuletzt einen der wichtigsten Ansprüche der Partei, nämlich berufliche und familiäre Ziele unter den sprichwörtlichen Hut zu bringen, so der Tenor bei der Kreiswahlkonferenz der Genossen in den Burtscheider Kurpark-Terrassen. Selbigen wirft Jansen nun also bei der Kommunalwahl am 25. Mai gegen den amtierenden Aachener OB Marcel Philipp in den Ring.

In seiner etwa 30-minütigen Ansprache lenkte Jansen den Blick vor allem auf die großen Herausforderungen zur Sicherung des sozialen Friedens im Dreiländereck. „Rund 20 Prozent der Kinder in dieser Stadt sind von Armut betroffen, in Teilen des Aachener Nordens ist es sogar jedes Zweite“, kritisierte er. „Das ist eine Schande!“ Der amtierende Oberbürgermeister liefere keine vernünftigen Antworten zur Lösung dieses ungeheuren Problems. „Wir brauchen Menschen, die in dieser Stadt wieder gestalten statt nur zu verwalten“, sagte Jansen. Die SPD werde sich daher zuallererst dafür einsetzen, bezahlbaren Wohnraum und hinreichende Bildungsangebote auch und gerade auf Kita-Ebene zu schaffen, betonte er unter großem Applaus.

Weitere Schwerpunkte müssten bei der Förderung der Kultur - insbesondere mit Blick auf die freien Kunstschaffenden und die Klub- und Kneipenszene - gesetzt werden. Bessere Bedingungen für Familien, eine effektive Planungspolitik und mehr Einsatz für die Sicherheit aller Bürger gehörten zu den vorrangigen Zielen der Partei in der kommenden Legislaturperiode. Überdies müsse die Zusammenarbeit mit den Kommunen innerhalb der gesamten Euregio erheblich forciert werden, um im Wettbewerb der Regionen mitzuhalten. Mit großer Mehrheit brachten die Delegierten auch die vom Parteivorstand vorgeschlagenen Kandidaten für die Wahlbezirke und die Reserveliste des Aachener Rats auf den Weg. Ratsfrau Heike Wolf (50) konnte sich allerdings im Kampf um die ersten Plätze gegen die vom Unterbezirksausschuss nominierte Parteikollegin Ye-One Rhie (26) durchsetzen, die zunächst auf Platz 8 gesetzt worden war. Rhie kandidiert nun auf Platz 18.

Eine weitere Kampfkandidatur gab es um den neunten Platz: Boris Linden siegte in der Abstimmung gegen seinen Ratskollegen Manfred Bausch, beide waren zunächst für den Ortsverein West ins Rennen geschickt worden. Bausch wurde auf Platz 19 gewählt. Die Kandidaten für die Bezirksvertretungen wurden einstimmig bestätigt - bis auf eine Ausnahme: Ratsherr Heiner März, auch langjähriger Mandatsträger und ehemaliger Bezirksvorsteher in Aachen-Mitte, musste sich mit Platz 9 begnügen. Mit knapper Mehrheit (26 gegen 19 Stimmen) setzte sich der 36-jährige Patrick Deloie in der Kandidatur auf Platz 1 durch.

Folgende SPD-Kandidaten treten nun um in Rennen um die Direktmandate für den Aachener Rat an: Stefan Oppelt (Zentrum), Björn Jansen (St. Jakob), Sibylle Reuß (Hanbruch), Boris Linden (Westpark/ Hörn), Patrick Deloie (Ponttor West), Heiner März (Ponttor Ost), Michael Servos (Monheimsallee), Jürgen Schmitz (Untere Jülicher Straße), Heike Wolf (Kaiserplatz), Daniela Lucke (Adalbertsteinweg), Sevgi Sakar (Panneschopp), Lothar Lippert (Rothe Erde), Maria Keller (Forst), Karl Schultheis (Frankenberg), Tom Merkens (Driescher Hof), Anil Aivri (Beverau, Burtscheider Kurgarten), Rosa Höller-Radtke (Burtscheider Abtei), Thomas Leigsnering (Steinebrück), Clea Worbs (Marschiertor), Manfred Bausch (Hangeweiher), Heiner Höfken (Brand Nord), Anne Pauli (Brand Süd), Fabia Söhngen (Eilendorf Nord), Rolf Schäfer (Eilendorf Süd), Nathalie Hüllenkremer (Haaren Nord/Verlautenheide), Eleonore Keller (Kornelimünster/Oberforstbach), Bernd Krott (Walheim), Petra Pütmann (Vaalserquartier/Orsbach/Vetschau), Sava Jaramaz (Laurensberg), Manfred Kuckelkorn (Richterich), Tobias Kronenberg (Obere Jülicher Straße/Haaren Süd), Norbert Plum (Kullen).

Die ersten 20 Plätze auf der Reserveliste belegten (absteigend): Björn Jansen, Daniela Lucke, Michael Servos, Rosa Höller-Radtke, Heiner Höfken, Maria Keller, Norbert Plum, Heike Wolf, Boris Linden, Clea Worbs, Bernd Krott, Sibylle Reuß, Manfred Kuckelkorn, Eleonore Keller, Karl Schultheis, Fabia Söhngen, Tobias Kronenberg, Ye-One Rhie, Manfred Bausch, Sevgi Sakar.

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