OB Philipp: „Wollen beste Hochschulstadt in Deutschland werden“

Von: Stefan Herrmann
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Die Stadt steht vor großen Herausforderungen: OB Marcel Philipp, CDU-Kreisverbandsvorsitzende Ulla Thönnissen, EU-Abgeordnete Sabine Verheyen und der Brander CDU-Vorsitzende Herbert Hilgers. Foto: R. Roeger

Aachen. Es sind ungewöhnlich deutliche, offene und ernste Worte, die diesen Neujahrsempfang der CDU Aachen prägen. Die „kuschelige“ Atmosphäre, wie die CDU-Vorsitzende Ulla Thönnissen die Zusammenkunft im schmucken Saal der Brander Gaststätte Grieff beschreibt, täuscht nicht über viele Dinge hinweg.

Die welt- und bundesweiten Probleme, Krisen, Herausforderungen, deren Auswirkungen längst auch in Aachen zu spüren sind, bestimmen zu großen Teilen die Gemütslage der Christdemokraten vor Ort.

„Viele Menschen verspüren ein großes Gefühl der Unsicherheit“, stellt Thönnissen weiter fest. Dazu trage der Terror bei wie bei den jüngsten Anschlägen in Istanbul, aber auch und vor allem die Nachrichten von den massenhaften Übergriffen, die es in der Silvesternacht in Köln gegeben hat und deren Aufarbeitung seitdem die Republik in Atem hält. Und dass das Sicherheitsgefühl nicht erst seit Köln auch bei immer mehr Aachenern gelitten hat, macht auch Oberbürgermeister Marcel Philipp Sorgen.

„Wir stehen vor einem Jahr, das zur Bewährungsprobe für unseren Rechtsstaat wird“, glaubt der OB. Das Unverständnis in der Bevölkerung wächst, dass Kriminelle wie zum Beispiel zuletzt jener 18-jährige Algerier, der am vorigen Wochenende in Aachen drei Mal festgenommen und jedes Mal nach kurzer Zeit wieder freigelassen wurde. „Polizei und Ordnungsamt tun alles, was möglich ist. Der Ball liegt bei der Justiz“, so Philipp weiter und erhält für seine klaren Worte viel Applaus seiner Parteifreunde.

Doch es ist nicht nur das Thema Sicherheit, dass die Aachener Christdemokraten umtreibt. In kurzen Rückblicken auf das Jahr 2015 lobten Thönnissen, Philipp und der Vorsitzende des gastgebenden CDU-Stadtbezirksverbands Brand, Herbert Hilgers, gleichermaßen die hervorragende Willkommenskultur, die in Aachen gelebt werde. Die Art, wie man vor Ort tausende Flüchtlinge aufgenommen und versorgt habe, sei beispielhaft für das ganze Land. Und das liege ein Stück weit auch an der typischen Öcher Mentalität „Net mulle, werke!“, so Thönnissen.

Zugleich betonte Aachens CDU-Chefin vor zahlreichen Gästen, darunter die CDU-Bundestags- und Landtagsabgeordneten Rudolf Henke und Axel Wirtz, EU-Abgeordenete Sabine Verheyen, Bürgermeisterin Margrethe Schmeer, die Bezirksbürgermeister Marianne Conradt, Elke Eschweiler, Jakob von Thenen und Peter Tillmanns sowie Stadtkämmerin Annekathrin Grehling, dass die Integration der Flüchtlinge von beiden Seiten viele weitere Kraftanstrengungen verlange. „Gastfreundschaft ist keine Einbahnstraße.“

Das dies gelingt, davon ist OB Marcel Philipp überzeugt. Mit „hochgekrempelten Ärmeln“ habe man im vergangenen Jahr bereits Außergewöhnliches geleistet. Darauf könne man aufbauen, auch bei den Herausforderungen, die in 2016 warten.

Campus West vorantreiben

Dazu gehört für den Oberbürgermeister auch, die Verzahnung zwischen Stadt und Hochschulen zu forcieren. Nach Kaiser Karl in 2014 und Pferdesport mit dem Großereignis Reit-EM im vergangenen Jahr steht 2016 unter dem Motto „Wissenschaftsjahr“. Im Rahmen dessen sollen zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen stattfinden.

Darüber hinaus verfolgt Philipp ambitionierte Pläne: „Unser Ziel ist es, die beste Hochschulstadt in Deutschland zu werden.“ Dazu gehöre auch, die Entwicklung des ehrgeizigen Projekts Campus West mit Nachdruck voranzutreiben. „Die Hochschulen und ihre angegliederten Institute sind die Wirtschaftskraft für Aachen“, unterstreicht Philipp.

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