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OB-Kandidatur: Die kleineren Parteien pokern noch

Von: Matthias Hinrichs
Letzte Aktualisierung:
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Portrait Wihelm Helg FDP

Aachen. Mit den Wahlkämpfern haben die Kaffeesatz-Experten alsbald wieder Konjunktur – klar ist in den ersten Tagen anno 2014: Bis zum 25. Mai werden die politischen Karten mit Blick auf die Kommunalwahl neu gemischt.

Und die beiden größten Trümpfe in Sachen OB-Kandidatur haben CDU und SPD, mehr oder weniger überraschend, schon seit geraumer Zeit auf den Tisch gelegt. Die Christdemokraten sind entschlossen, Marcel Philipp wieder auf den Stuhl des ersten Bürgers zu heben. Björn Jansen will dem amtierenden Oberbürgermeister nun doch im Namen der SPD einen Strich durch die Rechnung machen. Die kleineren Parteien freilich lassen sich im Hinblick auf die Kür ihrer OB-Kandidaten vorerst nur sehr ungern in besagte Karten gucken. Allenthalben wird auf die anstehenden Termine für die entscheidenden Gremien in den nächsten Wochen verwiesen.

So wollen die Grünen bei ihrer Mitgliederversammlung am 1. Februar die Listen für die Ratsmandate festlegen. „Ich gehe fest davon aus, dass dabei auch wieder ein OB-Kandidat aufgestellt wird“, sagt Parteisprecherin Ulla Griepentrog. „Wer das sein wird, ist aber völlig offen. Wir haben ja zum Glück eine ganze Reihe von gestandenen Ratspolitikern, die in Frage kommen.“ Dazu gehöre neben vielen anderen auch die seit 2004 amtierende Bürgermeisterin Hilde Scheidt, die bereits 2009 gegen Philipp angetreten ist. Ob die 63-Jährige gelernte medizinisch-technische Assistentin den viel zitierten Hut also wieder in den Ring wirft? Kein Kommentar: „Wir werden in den kommenden Wochen intensive Gespräche mit allen führen, die in Frage kommen. Das sind nicht wenige. Mehr lässt sich derzeit nicht sagen“, erklärt Scheidt. Klar sei lediglich, dass sie wieder um einen Sitz im Rat kämpfen wolle.

Nicht so der langjährige „starke Mann“ der Linken: Überraschend kündigt deren Noch-Fraktionsvorsitzender Andreas Müller auf AZ-Nachfrage an, dass er seinen Ratssessel Ende Mai nach 15 Jahren definitiv räumen werde. „Aus beruflichen Gründen fehlt mir einfach die Zeit“, sagt der 54-Jährige, der 1999 als erster Abgeordneter der PDS in den Stadtrat eingezogen ist. Bis zur jüngsten Landtagswahl war Müller als eloquenter und stets streitbarer Wortführer seiner Partei rund zwei Jahre lang auch hauptamtlich unterwegs; seine Stelle als Geschäftsführer des „Kommunalpolitischen Forums“ der Linken an Rhein und Ruhr wurde im vergangenen Jahr gestrichen, weil die Landesmittel zur Finanzierung des Postens nach dem schlappen Wahlergebnis auf NRW-Ebene erheblich gekappt wurden.

Jetzt will Müller daher wieder an seine langjährige Laufbahn als Rundfunk- und Fernsehjournalist anknüpfen. Gleichwohl sei die Partei entschlossen, anders als im Wahljahr 2009 einen Kandidaten oder eine Kandidatin für das OB-Amt aufzustellen, betont er. Ob eine seiner Kolleginnen in der zurzeit dreiköpfigen Fraktion antritt, ist derweil offen: Ratsfrau Ellen Begolli (50) betont auf Nachfrage, dass sie alles andere als erpicht auf eine Kandidatur sei – obwohl oder gerade weil sie sich bei der entscheidenden Parteiversammlung am 24. Januar für Platz 1 der Ratsliste bewerben wolle. „Ich werde sehr wahrscheinlich nicht als OB-Kandidatin ins Rennen gehen; ich halte es für viel sinnvoller, wenn wir die Spitzenämter auf mehrere Schultern verteilen“, sagt sie. Schließlich gebe es genügend profilierte Politiker in den Reihen der Partei, die für den Kampf ums höchste Amt im Rathaus geeignet seien. Begollis Ratskollegin Renate von Thenen war am Montag für die AZ nicht zu erreichen.

Denkbar flott dürfte die „OB-Frage“ sich unterdessen in den Reihen der FDP klären: Fraktionschef Wilhelm Helg wird bei den Liberalen als haushoher Favorit für die Kandidatur gehandelt.

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