Aachen - Nur zwölf Temposünder gehen pro Stunde ins Netz

Nur zwölf Temposünder gehen pro Stunde ins Netz

Von: Robert Esser
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Effektiv:  Bei der Schwerpunkt
Effektiv: Bei der Schwerpunktaktion der Polizei haben Überwachungskräfte der Stadt Aachen und der Städteregion fast zwei Drittel der Temposünder erwischt. Foto: Lars Reimann

Aachen. Durchaus zwiespältig fällt das Fazit nach den massiven Geschwindigkeitskontrollen in der Städteregion Aachen aus. Die offizielle Bilanz aus dem Polizeipräsidium nach dem lokalen Blitz-Marathon vom Dienstag liest sich einen Tag später so.

„Genau 844 Geschwindigkeitssünder hat die Polizei bei ihrem Blitzertag unter dem Motto Brems Dich - Rette Leben erwischt.” Auf Nachfrage wird allerdings eingeräumt, dass die - unabhängig von Schwerpunktaktionen alltäglich eingesetzten - Radarfahrzeuge der Kommunen den Löwenanteil der Temposünder für die polizeiliche Statistik zugeliefert haben: Rund 600 der 844 „Geblitzten” wurden von jenen Radarfahrzeugen erwischt, davon exakt 201 auf Aachener Stadtgebiet. Besonders viele Schnellfahrer - mit Verstößen im Bußgeldbereich - wurden an der Eupener Straße ausgemacht: Insgesamt 95 von 845 vorbeifahrenden fuhren deutlich schneller als die erlaubten 50 Stundenkilometer. Auf der Trierer Straße waren indes nur 23 von 743 Autos im Messzeitraum zu flott unterwegs.

Sämtliche Teams am Einsatztag - ausgerüstet mit Radarwagen und Radarpistolen (Polizei) - kamen zusammen auf knapp 69 Einsatzstunden. In diesem Zeitraum gingen den Ordnungshütern die von der Polizei summierten 844 Verkehrssünder ins Netz - das ergibt rund zwölf „Geblitzte” pro Einsatzstunde - wobei etwa an Kon-trollstellen wie der Trierer Straße werktags rund 1200 Fahrzeuge pro Stunde (in eine Richtung) gezählt werden. Davon wurden - ganz im statistischen Durchschnitt - auch am Dienstag 12 pro Stunde von der Polizei mit Radarpistolen als Temposünder identifiziert. Der Radarwagen des Ordnungsamtes fischte hingegen 23 Schnellfahrer aus 743 gemessenen Autos heraus. Denn der Radarwagen prüft - im Unterschied zur von Hand zu bedienenden Radarpistole, mit der jedes Auto einzeln ins Visier genommen werden muss - alle Fahrzeuge, die durch seinen Messbereich rollen.

Die Polizei formuliert deswegen in ihrer Blitzer-Bilanz etwas irreführend: „Dass dennoch nahezu jeder zehnte gemessene Autofahrer zu schnell unterwegs war, ist erschreckend.” Auf Nachfrage räumt die Pressestelle im Präsidium ein, dass dabei natürlich nicht sämtliche Autos erfasst sind, die die Kontrollstelle passieren. Würde man die tatsächlichen Verkehrsströme etwa auf der Trierer Straße zu Grunde legen, käme man hingegen lediglich auf eine „Temposünder-Quote” zwischen 0,5 und vier Prozent - je nach Erfassungszeit.

Da überhöhte Geschwindigkeit ganz ohne Zweifel „Killer Nummer 1” im Straßenverkehr ist, wollen die Ordnungsbehörden die massiven Tempokontrollen fortsetzen. Die Polizei macht dazu in ihrer Bilanz eine einfache, aber imposante Rechnung auf: „Schon eine Verringerung der Durchschnittsgeschwindigkeit um nur 2 Stundenkilometer führt innerorts zu einer Senkung der Verkehrsunfälle mit Personenschäden um 15 Prozent”, heißt es dort.

Den schnellsten Raser stellte die Polizei am Dienstag übrigens in Stolberg: Dort wurde ein Pkw-Pilot mit 95 „Sachen” geschnappt - erlaubt waren 50 Stundenkilometer. Doch die Pressestelle relativierte auch: „Die meisten Übertretungen waren eher gering”, teilte man mit.
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