Nur zur Namenswahl gibt es noch Diskussionsbedarf

Von: Michael Grobusch
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Übergangslösung: Die Stadt Aachen sucht noch nach Alternativen für die Gebäude Eintrachtstraße (Foto) und Bischofstraße. Klar ist: Das Euregio-Kolleg und das Abendgymnasium sollen zusammengeführt werden. Fest steht bisher der Standort in Würselen. Foto: Michael Grobusch

Städteregion. Der Teufel steckt ja bekanntlich manchmal im Detail. Und den hatten die Mitglieder des städteregionalen Schulausschusses am Montagabend ausgemacht. Grundsätzlich herrschte bei dieser wegen der Dringlichkeit der Angelegenheit angesetzten Sondersitzung nahezu Einigkeit: Das Euregio-Kolleg und das Abendgymnasium sollen zum Schuljahr 2017/18 zusammengeführt werden.

In einem weiteren Schritt soll dann vier Jahre später auch die Abendrealschule der gemeinsamen Weiterbildungseinrichtung der Städteregion angeschlossen werden.

Dafür sind zwei Standorte vorgesehen: Das Gebäude an der Friedrichstraße in Würselen, das bisher das Euregio-Kolleg beherbergt und von der Stadt Würselen an die Städteregion verkauft werden soll. Und eine noch zu bestimmende Immobilie im Aachener Stadtgebiet, die die Übergangslösungen in Eintracht- und Bischofstraße ersetzen wird.

Nur die Piraten konnten sich mit diesem auf hoher Verwaltungsebene von der Stadt Aachen und der Städteregion entwickelten Plan nicht anfreunden und verweigerten mit ihrem einen Mandat die Zustimmung. Alle anderen Fraktionen würdigten derweil das nach monatelangen politischen Diskussionen präsentierte Modell. Wolfgang Königs (CDU) beispielsweise sprach davon, „dass es weiterhin eine starke Säule für die Weiterbildung geben wird“. Und René Maaßen (SPD) lobte: „Wir sind froh, dass das Angebot über den zweiten Bildungsweg erhalten bleibt.“

Terodde: Verlieren wertvolle Zeit

So hätte es eigentlich schon nach gut 20 Minuten zu einem Beschluss kommen können. Wäre da nicht der Antrag der FDP gewesen, der auf eine Änderung des von den Kollegien vorgeschlagenen Namens der neuen gemeinsamen Einrichtung abzielte. Damit war der Teufel im Spiel.

„Weiterbildungskolleg der Städteregion Aachen – Abendgymnasium und Kolleg“ stand als von der Verwaltung durchaus gutgeheißener Vorschlag im Raum. Doch den fanden nicht nur die Freien Demokraten, im Ausschuss durch Claudia Cormann vertreten, sondern auch alle anderen Anwesenden wenig passend. Was das in der Konsequenz bedeuten könnte und wer in welchem Zeitrahmen eine Alternative suchen solle bzw. dürfe, darüber wurde nun trefflich diskutiert.

Und als es dann schließlich den Konsens gab, dass die Lehrerkollegien doch einen zweiten Anlauf nehmen sollten, schaltete sich Markus Terodde ein. „Wir wollen so früh wie möglich mit der geplanten Marketingkampagne beginnen, um am Ende auch genügend Anmeldungen für das nächste Schuljahr akquirieren zu können“, führte der städteregionale Bildungsdezernent aus. „Dafür brauchen wir aber einen Namen. Und wenn wir diese Entscheidung vertagen, verlieren wir wertvolle Zeit.“

Das gab den Ausschussmitgliedern zu denken. Doch weil auf die Schnelle keine Lösung zu finden war, wurde die Entscheidung am Ende doch vertagt – allerdings zunächst einmal nur bis zum Donnerstag, an dem der Städteregionsausschuss tagt und das Konzept für Euregio-Kolleg, Abendgymnasium und Abendrealschule in letzter Instanz gutheißen soll.

Man darf gespannt sein, wie der Vorschlag dann lauten wird. Vielleicht einfach „Weiterbildungskolleg der Städteregion Aachen“. Diese nüchterne Bezeichnung hatte Markus Terodde ins Spiel gebracht, „auch wenn die Suche mit Emotionen verbunden ist“, wie der Dezernent feststellte.

Emotional war es zwischenzeitlich auch geworden, als es um die Übernahme des Lehrpersonals ging. Denn die ist längst noch nicht in allen Fällen gesichert. Markus Terodde konnte nach einem Gespräch mit der Bezirksregierung vom vergangenen Freitag zwar noch keine Zusagen, wohl aber Hoffnung machen: „Wenn wir darstellen können, dass die gemeinsame Einrichtung auf einem guten Weg ist und die Anmeldezahlen stimmen, dann werden wir jedem auch ein Angebot machen können.“

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