Eilendorf - Nur Umgehung fehlt Eilendorf zu seinem Glück

Nur Umgehung fehlt Eilendorf zu seinem Glück

Von: Matthias Hinrichs
Letzte Aktualisierung:
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Fatale Blechschneise: Rund 20.000 Fahrzeuge rollen täglich über die Von-Coels-Straße. Vor allem durch das nahe gelegene Gewerbegebiet Eilendorf-Süd ist das Zentrum des Stadtteils massiv belastet. Die Pläne für eine neue Ortsumgehung liegen fertig in der Schublade. Foto: Michael Jaspers
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Fatale Blechschneise: Rund 20.000 Fahrzeuge rollen täglich über die Von-Coels-Straße. Vor allem durch das nahe gelegene Gewerbegebiet Eilendorf-Süd ist das Zentrum des Stadtteils massiv belastet. Die Pläne für eine neue Ortsumgehung liegen fertig in der Schublade. Foto: Michael Jaspers
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Knackpunkt Beteiligung: Elke Eschweiler und Martin Freude, hier vor dem frisch sanierten Verwaltungszentrum, setzen auf Barrierefreiheit auch in den Köpfen. Foto: Michael Jaspers
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Knackpunkt Gewerbe: Das Areal Eilendorf-Süd ist ein Beschäftigungsmotor auch und gerade für Eilendorf. Einziges Problem: Der Verkehr müsste besser abfließen. Foto: Michael Jaspers
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Knackpunkt Bahnverkehr: Der Haltepunkt an der Kehrbrückstraße soll mit erheblichen Aufwand für rund 4,5 Millionen Euro grundlegend erneuert werden. Foto: Michael Jaspers

Eilendorf. So viel ist sicher: Zumindest für die Mitarbeiter im Bezirksamt ist anno 2017 (fast) nichts mehr, wie es war. Gerade erst ist die Runderneuerung des Verwaltungszentrums am Heinrich-Thomas-Platz offiziell beendet worden.

Noch ein Grund für das Team um Bezirksamtsleiter Martin Freude, das junge Jahr mit frischem Elan anzugehen. Barrierefreiheit – das allgegenwärtige Zauberwort soll dabei künftig nicht nur in baulicher Hinsicht Trumpf sein: „Ohne direkte Beteiligung der Menschen im Stadtteil werden wir auch in Zukunft kein größeres Projekt realisieren“, unterstreicht Bezirksbürgermeisterin Elke Eschweiler (CDU).

Nun sagt man den Alteingesessenen ja gern nach, sie lebten auf großem Fuße – rein anatomisch betrachtet, versteht sich. In finanzieller Hinsicht freilich können auch die Eilendorfer in der Regel keine allzu großen Sprünge machen, jedenfalls nicht die Gestalter „vor Ort“ – wenn es darum geht, die Attraktivität des Stadtteils im Aachener Osten nachhaltig zu verbessern.

Zur Umsetzung politischer Beschlüsse in eigener Sache wird der Budget-Topf der Bezirke alljährlich mit gerade einmal 50.000 Euro gefüllt. Dennoch: „Wir können in diesem Jahr einige wichtige Weichenstellungen vornehmen, dank umfänglicher Investitionen durch Stadt, Land und nicht zuletzt von europäischer Ebene“, sagt Elke Eschweiler. Womit wir beim ersten wichtigen Stichwort wären.

Thema Verkehr und Infrastruktur: Geben wir der schlechten Nachricht trotz spürbar ungebremster Aufbruchstimmung im Stadtteil die Vorfahrt. Denn tief im berühmten Finanzierungsstau steckt die seit Jahr und Tag heiß ersehnte Realisierung einer Ortsumgehung.

Im Prinzip hat sich an der verfahrenen Situation mindestens seit 2010 nichts geändert – jedenfalls nicht in höheren (politischen) Bahnen. Zumal die nächste Landtagswahl vor der sprichwörtlichen Tür steht. Eigentlich hätte das Projekt namens L 221n im vergangenen Jahr in die konkrete Phase gehen können; die Konzeption schlummert fix und fertig in der Schublade eines Aachener Planungsbüros, weiß Freude.

Dereinst war die Entlastung der reichlich strapazierten Von-Coels-Straße seitens der Landesregierung mit höchster Priorität in den Blick genommen worden. Rund 20 000 Fahrzeuge rollen täglich über die zentrale Achse. Eine nachhaltige Erleichterung des Ortskerns vom Blech wäre zu erreichen, wenn der Verkehr aus dem großen Gewerbegebiet über eine neue Trasse Richtung Stolberg und mit Anbindung an die A 44 abfließen könnte.

Doch nach der NRW-Wahl 2010 wurden sämtliche Vorhaben in Sachen Straßenbau auf den Prüfstand gestellt. „Seitdem ruht der See still“, klagt die Bezirksbürgermeisterin. „Vor dem Jahr 2020 wird das Projekt realistisch betrachtet wohl nicht in Angriff zu nehmen sein. Aber wir werden da mit Sicherheit weiter Druck machen.“

Mächtig Dampf machen die Eilendorfer unterdessen auch mit Blick auf die nachhaltige Aufwertung des Bahnhaltepunktes an der Kehrbrückstraße. „Wir haben bereits die Zusage, dass die Mittel aus dem EU-Programm ,Citizens‘ Rail‘ fließen, um den kleinen Bahnhof erheblich attraktiver zu gestalten“, sagt Eschweiler. Unter anderem zur Schaffung barrierefreier Wege, inklusive neuer Fußgängerbrücke über die Gleise und einer umfassenden Modernisierung der gesamten Anlage mit benachbartem Spielplatz, sind im Ganzen rund 4,5 Millionen für das Projekt veranschlagt.

Auch diese Maßnahme wäre ein wichtiger Beitrag, die Pendlerströme besser zu kanalisieren, ist Eschweiler überzeugt. „Wir peilen eine Marke von 1000 Fahrgästen täglich an. Damit hätten wir gute Aussichten, dass auch der Regionalexpress 1 wieder in Eilendorf hält.“

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