Nur nachts geht es ins Sträßchen

Von: Thorsten Karbach
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Verlegte Umleitung: Die Autos,
Verlegte Umleitung: Die Autos, die vom Parkhaus Büchel kommen, müssen zwar durch die Antoniusstraße zur Mefferdatisstraße und dann durch die Fußgängerzone Großkölnstraße. Die Kanalbaustelle in der Nikolausstraße wird aber nur nachts geöffnet und tags abgedeckt. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Es führt kein Weg mehr an einer Umleitung durch die Antoniusstraße vorbei. Aber diese Umleitung ist nun doch noch verlegt worden - in die Nacht. Am Montagabend wurde - nachdem Ende letzter Woche ein Hausanschluss gebrochen war - die Kanalbaustelle in der Nikolausstraße zwischen Antoniusstraße und Kleinkölnstraße eingerichtet.

Nächtens wurde neben dem Sträßchen gebaggert, Dienstagmorgen um 6 Uhr liegen wieder Stahlplatten über der Baugrube, damit der Verkehr insbesondere vom Parkhaus Büchel tagsüber nicht mitten durchs Rotlichtmilieu rollen muss. Ende vergangener Woche hatte es wie berichtet noch geheißen, die außergewöhnliche Umleitung gelte tags wie auch nachts.

„Für den Großteil der Bevölkerung ist dies die bessere Lösung”, erklärt Stawag-Sprecherin Corinna Bürgerhausen. Die Verlegung der Baustelle in die Nacht würde nicht nur Familien mit Kindern nach dem Einkauf den schambehafteten Weg durch das Sträßchen ersparen, sie würde auch die Situation zwischen Mefferdatisstraße und Seilgraben entschärfen. Denn eigentlich sollte die Umleitung in den Herbstferien durch die Fußgängerzone Großkölnstraße führen. „Wir wissen um die heikle Situation und nehmen diese sonst ungewöhnliche nächtliche Baumaßnahme in Kauf, um die Situation für die meisten Menschen zu entspannen”, erklärt die Stawag-Sprecherin.

Noch ist nicht klar, wie viele Nächte gearbeitet werden muss. Zwei seien es aber mindestens. Mit entsprechenden Auswirkungen auf die Nachbarschaft. „Es ist Tiefbau, da kann es auch mal laut werden. Es gibt dort nicht viele Anlieger, aber für die Betroffenen ist das natürlich nicht schön”, sagt Bürgerhausen. Dafür bleibt tagsüber die Verkehrsführung an der Antoniusstraße vorbei die Nikolaus-straße hoch zur Kleinkölnstraße.

Es ist so schon unübersichtlich genug für die Autofahrer, die die innerstädtischen Parkhäuser am Büchel und an der Mostardstraße („Rathaus”) ansteuern. Sie kreuzen Fußgängerzonen oder rollen die Pontstraße hoch und nach dem Verlassen über den Markt. Doch immerhin bleiben beide auf vier Reifen erreichbar. Zumindest von 18 bis 6 Uhr ist Gabriele Bär-Nienhaus Hotel „Drei Könige” an der Ecke Büchel/Markt dagegen vom Straßennetz abgeschnitten. Denn dann ist auch das kleine Schild hinfällig, das Bär-Nienhaus an der Ecke Nikolausstraße/Kleinkölnstraße anbringen konnte, um auf ihr 3-Sterne-Haus hinzuweisen. Wer abends ins „Drei Könige” will, der muss laufen.

Diese neue Baustelle wiegt für Bär-Nienhaus so schwer, dass ihr der sprichwörtliche Kragen platzt: „Ich habe hier seit fünf Jahren Dauerbaustelle vor der Tür. Mal ist es die Großkölnstraße, dann der Büchel oder die Ursulinerstraße. Zu uns kommt doch keiner mehr. Das ist ein Unding.” Seit 1991 beobachte sie den Niedergang der Innenstadt. Seit 2007 sei es besonders schlimm. „Ich zähle 10 bis 20 Prozent weniger Besucher im Jahr. Und das alles wegen dieser Verkehrsplanung. Es kommt doch keiner mit seinem Koffer auf dem Fahrrad oder zu Fuß zu mir”, schimpft sie. Die neue Baustelle sei nun der Gipfel der Zumutung.

„Ob die Autos meiner Gäste letztlich durchs Sträßchen abfließen müssen oder nicht, kann mir dabei ganz egal sein. Sie kommen ja nicht einmal zu mir”, sagt sie.

Parkhäuser werden von Besuchern „gemieden”

Die Umleitung über Fußgängerzonen an den Parkhäusern am Büchel und in der Mostardstraße hat für die Apag Folgen: „Wir merken das deutlich. Die Häuser werden trotz ihrer zentralen Lage gemieden”, erklärt Pressesprecherin Anne Linden. „Wir werden Monate brauchen, ehe diese Einbußen wieder drin sind.”

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