Nur nach und nach gehen rund um den Büchel die Rotlichter aus

Von: Albrecht Peltzer
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Das sogenannte Möbel-Großmann-Grundstück an der Kleinkölnstraße: Drei Häuser auf diesem Grundstück liegen an der Antoniusstraße. Die Stadt hat ein Vorkaufsrecht auf das Areal, will aber wohl nicht als Bordellvermieter auftreten. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Schon Ende der 80er Jahre wurden Wettbewerbe ausgerufen wie „Unser Bordell soll schöner werden”. Oder Forderungen machten die Runde: Weg mit dem Rotlichtviertel. Die Realität: Geändert hat sich nichts, trotz hehrer Pläne einer städtebaulichen Aufwertung des Bereichs rund um den Büchel.

Zumindest der Abriss des Parkhauses und der Bau des Geschäftskomplexes „Bel Etage” ist beschlossen. Und auch dies: Ab 2011 soll „das Sträßchen” bzw. seine derzeitige Nutzung nach Möglichkeit halbiert werden. Nicht der große Wurf ist angesagt, sondern Entwicklung der Marke scheibchenweise.

Ein Mosaikstein ist das sogenannte Großmann-Grundstück zwischen Kleinköln- und Antoniusstraße. Früher glänzte hier ein edles Patrizierhaus, später beherbergte der Bau lange Jahre ein renommiertes Möbelgeschäft. Seit Jahren herrscht auch dort eher Flaute, Bemühungen, den Komplex mit Leben zu füllen, scheiterten zumeist.

Verhindert wurde vor knapp zweieinhalb Jahren bereits, dass sich dort Erlebnisgastronomie von ziemlich eindeutigem Erlebniswert ansiedelt. Eine Ausweitung der „Verkehrsfläche Antoniusstraße” auf die Kleinkölnstraße sollte auf jeden Fall vermieden werden. Jetzt ist das Grundstück verkauft - und die Stadt will alle Instrumente in der Hand behalten, das Areal in ihrem Sinne entwickeln zu lassen.

Eigentlich hat die Stadt sogar ein Vorkaufsrecht, doch derzeit besteht offensichtlich wenig Interesse, die geforderten 2,2 Millionen Euro zu investieren, ohne direkt etwas Vorzeigbares realisieren zu können. Auch wenn lukrative Einnahmen aus den drei Häusern im rückwärtigen Bereich (Antoniusstraße) winken würden.

Doch als Bordellvermieter mag man sich wohl nicht unbedingt beschäftigen. Wobei diese Variante noch nicht vom Tisch ist. Erst nächsten Monat muss die Entscheidung fallen, ob das Vorkaufsrecht zieht und die Stadt den privaten Investor wieder ins Abseits stellt.

Aber es wird wohl eher darauf hinauslaufen, dass die Käufer des 2,2 Millionen Euro teuren Areals erst einmal zum Zuge kommen. Mit denen hat die Verwaltung Gespräche geführt, die durchaus zeigten, dass die Vorstellungen nicht weit auseinander liegen.

Eine „attraktive Nutzung des Gesamtgrundstücks”, so heißt es in einer Verwaltungsvorlage, sei eben erst möglich, „wenn der Sperrbezirk auch die Antoniusstraße einbezieht und der Rotlichtbezirk verlagert wird”. Bis dies so weit sei, gelte es weiterhin zu vermeiden, „dass eine Bordellnutzung auf die Kleinkölnstraße übergreift”.

Hochwertige Nutzung

Die Käufer des Grundstücks seien ebenfalls langfristig daran interessiert, dort in enger Abstimmung mit der Stadt „hochwertige Wohn- und Geschäftsnutzung” zu etablieren. So seien sie bereit, sich gegenüber der Stadt notariell beurkundet zu verpflichten, die Rotlichter in den Häusern Antoniusstraße 11, 13 und 15 auszuknipsen, sobald die komplette Straße vom horizontalen Gewerbe befreit sei.

Eine Option auf die Zukunft eben, ein kleiner Schritt Richtung rotlichtfreie Zone Innenstadt. Die Entscheidung, ob die Stadt auf das Vorkaufsrecht verzichtet, fällt der Rat am 21. April.
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