Nur knapp an der Detonation vorbei

Von: wos
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Aachen. Eine Gasexplosion im Keller des Hauses Hansmannstraße 42 in Eilendorf lag durchaus im Bereich des Möglichen.

Dies stellte der als technischer Berater hinzugezogene Beamte des Landeskriminalamtes (LKA), Udo Pütz, vor der Aachener Schwurgerichtskammer (Vorsitz Richter Gerd Nohl) fest. Angeklagt ist der 43-jährige Eigentümer Yusuf K. aus Köln, dem von der Staatsanwaltschaft versuchter 13-facher Mord sowie besonders schwere Brandstiftung in der Nacht zum 1. März vorgeworfen wird.

Vor allen Dingen bestürzte ein Detail, das der Zeuge eher beiläufig in einem Nebensatz erwähnte. Das Luft/Gasgemisch, dass durch eine angebohrte Gasleitung entstand, war beim Eintreffen der Feuerwehr im Keller nach den LKA-Berechnungen in verschiedenen Konzentrationen anzutreffen. Die Zündvorrichtung, ein mit einer Zeitschaltuhr versehener und mit Papier und Textilien umwickelter Toaster, hatte sich bereits entflammt und glimmte. „Das Gemisch ist in explosionsfähiger Konzentration vor allem in höheren Bereichen des Raumes anzutreffen, Erdgas ist leichter als Luft.

Es ist also durchaus denkbar, dass ein Gasgemisch von einer den Keller betretenden Person in Richtung des Zündmechanismus hätte bewegt werden können.” Etwa ein Feuerwehrmann. Und dann passiert es. Auch der Brand im Obergeschoss sei für das wabernden Luft-Gasgemisch durchaus gefährlich gewesen. Durch die geöffnete Kellertüre habe das Gas nach oben in Richtung Brandherd - das Feuer ging von Müllsäcken im 2. OG aus - strömen und sich wie eine Lunte entzünden können. Das Szenario lief zum Glück nicht ab, alle Bewohner konnten gerettet werden. Gutachter Guido Schwers aus Neuss bestätigte die vorsätzliche Brandlegung. Der Angeklagte bestreitet bislang, sowohl den Brand gelegt wie auch die Gasleitung angebohrt zu haben.

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