Nur Jauch und Klopp gucken im Kabuff

Von: Matthias Hinrichs
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Grandiose Kulisse für Millionen Fernsehzuschauer: Günther Jauch und Jürgen Klopp moderierten vor tausenden Fans auf dem Aachener Markt das RTL-Programm zum Spiel Niederlande gegen Kamerun. Foto: Michael Japsers

Aachen. Um 19.30 Uhr schickt die sogenannte „Beauty-Kamera” vom Glockenspielturm des Rathauses die erste Vogelperspektive vom Fahnenmeer auf dem Marktplatz über den Äther. Da brandet den Herren Jauch und Klopp der erste gigantische Jubel entgegen.

Rund 4000 Live-Zuschauer feiern das Gastspiel des prominenten RTL-Moderatorenduos mindestens so frenetisch wie die Balltricks der WM-Heroen im fernen Kapstadt. Kein Wunder: Vor dem Anpfiff der Partie Niederlande gegen Kamerun genießen Millionen Fernsehzuschauer das Volksfest im Herzen des Dreiländerecks mit. Sichtlich vergnügt baden Günther Jauch und Jürgen Klopp erst einmal in der begeisterten Menge, bevor sie zu ihren messerscharfen Ferndiagnosen der Spiele in Südafrika ansetzen.

Damit nicht genug: Am späten Abend geht der Promi-Reigen mit Moderatorin Sylvie van der Vaart, die eigens vom Freiluft-Fußballfest in Eindhoven erscheint, und dem somalischen Hitfabrikanten K´naan („Wavin´ Flag”) ins fröhliche Finale - vorerst. Denn RTL-Sprecher Matthias Bolhöfer verspricht, dass der Kommentatoren-Coup am Sonntag in die Verlängerung geht. „Wir haben umdisponiert; am Sonntagabend berichten Günther Jauch und Jürgen Klopp zur Partie Argentinien-Mexiko noch einmal aus Aachen.”

Beim „Public Previewing” kommt so mancher Zaungast freilich bereits am frühen Donnerstagnachmittag auf seine Kosten. Vor den ersten Proben genehmigen sich Jauch und Klopp ein Paar Rippchen mit Weizenkeimen in der mobilen Crew-Kantine im Haus Löwenstein. Nein, sagt der Wahl-Potsdamer Jauch, in Aachen war er noch nie. „Zuallererst bin ich in den Dom - übrigens als einziger des ganzen Teams”, fügt er mit gespielter Strenge an. Nein, niemand habe dort große Augen gemacht, als der mattscheibengeeichte „Millionärs-Macher” plötzlich hereinspazierte. „Vor dem lieben Gott”, sagt er jovial, „sind ja alle Menschen gleich.”

Fast zumindest. Als Kollege Klopp nach dem Mahl sichtlich entspannt Richtung Bühne stiefelt, ist er gleich umringt von ein paar schwer begeisterten Fans. Klar hat er Zeit für ein kleines Foto, schwärmt von der „wunderbaren Altstadt”. Bei bisherigen Aachen-Visiten habe er jenseits des Tribünenrands im (alten) Tivoli wenig bis nichts von der Stadt gesehen. Klar wünscht er seinem ehemaligen Dortmunder Nachwuchs-Trainer Peter Hyballa ein glückliches Händchen als frisch gebackenem Coach-Kollegen in der Soers. „Ein guter Mann!” Das wärmt die Fan-Seele.

Und vom sommerlich-heimeligen Flair am Rathaus ist die RTL-Crew ihrerseits kaum weniger begeistert als das eloquente Kommentatoren-Gespann. Allerdings müssen Jauch und Klopp, während das Spiel über die Leinwand flimmert, ab ins Kabuff hinterm Rathaus. Der Katschhof firmiert als brandheiße Plattform für Ü-Wagen, Studios, kilometerlange Kabelstränge. Im winzig-stickigen „Analysemobil” soll den Experten kein Detail der Partie am knapp 9000 Kilometer entfernten Kap entgehen. Computergrafiker Stefan Graunke sorgt dafür, dass spannend-heikle Szenen sogleich per „Libero Vision” aufbereitet werden, zwecks akribischer Kicker-Kritik nach der Begegnung.

Apropos danach: Selbst wenn die Daumen für die deutschen Fußakrobaten am Sonntag (16 Uhr) nicht hochgehen sollten, ist für weitere exklusive WM-Spannung also reichlich gesorgt: Das „Rückspiel” mit Jauch und Klopp beginnt am Sonntag um 19.05 Uhr auf dem Markt.
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