Aachen - Nur in der Innenstadt ein bisschen Sympathie für die Bahn

Nur in der Innenstadt ein bisschen Sympathie für die Bahn

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
4731273.jpg
f

Aachen. Das Ergebnis hätte klarer kaum sein können. Rund zwei Drittel der Aachener, die sich am Ratsbürgerentscheid zur Campusbahn beteiligten, haben das Projekt am Sonntag gegen den Prellbock fahren lassen. Interessant ist die Analyse der einzelnen Abstimmungsergebnisse entlang der geplanten Trasse sowie weit abseits davon. Einige Details:

Entlang der geplanten Trasse: Beginnen wir am südlichen Endpunkt. In Brand gab es in den vergangenen Monaten tiefgreifende Befürchtungen, was vor allem den Bau der Trasse angeht. Zwar betonten die Verantwortlichen von Stadt und Stawag unermüdlich, dass es keine neue Dauerbaustelle auf der Trierer Straße geben würde. Doch das hat die Betroffenen offenkundig nicht überzeugt. In den fünf Brander Abstimmungslokalen lag die Ablehnung bei durchschnittlich 69,9 Prozent — jeweils ohne Briefwahlbezirke, doch deren Ergebnisse liegen für die jeweiligen Bereiche ähnlich. Die Wahlbeteiligung in Brand lag mit 45,4 Prozent leicht über dem städtischen Schnitt (43).

Ein Stück weiter abwärts waren prozentual noch mehr Bürger gegen die Bahn. In den Wahllokalen in Driescher Hof und Forst sagten durchschnittlich 70,6 Prozent Nein – allerdings bei einer Beteiligung von nur knapp über 30 Prozent. Im Ostviertel entlang des Adalbertsteinwegs nimmt die Ablehnung etwas ab. Sie beträgt dort im Schnitt 58,5 Prozent, während die Gesamtstadt mit knapp über 66 Prozent Nein sagte. Wie schon bei vergangenen Wahlen war im Ostviertel die Wahlbeteiligung sehr dürftig. In den beiden Wahllokalen Aretzstraße stimmten beispielsweise nur rund 19 Prozent der Berechtigten ab. An den Stellen, wo die Campusbahn durch die Innenstadt fahren sollte, finden sich die halbwegs freundlichsten Werte für das Projekt. Die Ablehnung in den beiden Wahllokalen an der Beeckstraße (Beteiligung: 24,7 Prozent) betrug „nur“ 50,5 Prozent, in einem gab es sogar – einmalig an diesem Sonntag in Aachen – eine knappe Ja-Mehrheit. In der City bis hin zum RWTH-Kernbereich bleibt die Ablehnung mit durchschnittlich 56,6 Prozent noch in Grenzen – bei einer Beteiligung von ebenfalls deutlich unter 30 Prozent. Richtung Hörn nimmt die Ablehnung (im Schnitt 64,5 Prozent) dann ebenso wieder zu wie die Beteiligung (41,5).

Südraum: Betroffen von der Campusbahn wäre auch der Aachener Südraum gewesen – weil die Buslinien von dort in Brand „gekappt“ werden sollten, und ein Umsteigen in die Bahn vorgesehen war. Tatsächlich fällt die Ablehnung zwischen Schmithof und Kornelimünster, Walheim, Schleckheim und Oberforstbach denn auch besonders krass aus: 78,3 Prozent. In Schmithof/Sief gab es mit 82,5 Prozent sogar den höchsten Ablehnungswert der Stadt.

Stadtteile: In allen Stadtteilen, die teils weit abseits der geplanten Trasse liegen, gab es eine deutliche Abfuhr für die Bahn. In Haaren und Verlautenheide waren es im Schnitt 72,9 Prozent Nein-Stimmen, in Richterich/Horbach durchschnittlich 71,9 Prozent, in Laurensberg/Vetschau 68,6 Prozent und in Eilendorf 77,6 Prozent. In Burtscheid lag die Ablehnung bei 65,8 Prozent.

Weitere Quartiere: Auch in der grünen Hochburg gab es für das Projekt Campusbahn nichts zu gewinnen. Im Frankenberger Viertel sagten 59,3 Prozent Nein. In Rothe Erde waren dies 72,7, in Kullen 66,3, am Steppenberg 58,7, im Preuswald 69,5, im Bereich St. Jakob/Hanbruch/Kronenberg 61,5, im Südviertel 63,6, und im Bereich Hauptbahnhof/Boxgraben 61,3 Prozent. Entlang der Jülicher Straße – wo möglicherweise eine zweite Linie später fahren sollte – lag die Ablehnung bei 70,6 Prozent.

Leserkommentare

Leserkommentare (14)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert