Nur ein Hauch von Litauen am Rathaus

Von: Matthias Hinrichs
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Eröffnet den Festreigen zum Karlspreis bereits am Vorabend des 9. Mai auf dem Katschhof: Die litauische Tanzgruppe „Ave Maria“ will nicht nur mit dem Charme der Landestracht Akzente setzen. Ansonsten sind Spezialitäten aus der Heimat der Karlspreisträgerin eher rar gesät.

Aachen. Keine Frage: Die Verleihung des Karlspreises stellt längst weit mehr dar als einen gediegenen Festakt mit reichlich Prominenz und mehr oder minder wegweisenden Reden rund um Europa. Schon im Vorfeld geben sich zahlreiche Schwergewichte aus Politik, Wirtschaft und Kultur die Klinken bei einer Vielzahl von Veranstaltungen in die Hand.

Und spätestens am Vorabend zur feierlichen Auszeichnung der litauischen Präsidentin Dalia Grybauskaite ist einmal mehr Party unter den Fenstern des Rathauses angesagt. Allein: Eine – wenn auch beachtliche – Stafette an Bühnenkünstlern macht noch kein rechtes Volksfest aus, kritisiert so mancher.

Dabei habe es in den vergangenen Jahren vielseitigere Angebote für alle Generationen gegeben – wie etwa die aufwendige Revue der Lokalmatadoren „Vür sönd Europa“, die von 2007 bis 2009 im Schatten des Rathauses zu erleben war. Es gab Aktionen für Kinder, Kunstprojekte freier Initiativen, bei denen die Besucher sich aktiv beteiligen konnten. Vielfach wurden zwischen Dom und Rathaus kulinarische Spezialitäten aus den Heimatländern der Preisträger gereicht; diesmal bleibt es bei den üblichen Bratwurst-, Bier- und Weinständen.

Dennoch: „Das Programm ist gegenüber den Vorjahren definitiv nicht zurückgefahren worden“, kontert Olaf Müller, Leiter des Kulturbetriebs. Vielmehr hätten die städtischen Organisatoren einmal mehr alle Register gezogen, um spannende Begegnungen und Gastspiele zu garantieren. In der Tat läutet die 40-köpfige Trachtentanz-Formation „Ave Maria“ der Edukologischen Universität Litauens den Reigen bereits am Vorabend des Himmelfahrtstags ein.

Eröffnet wird das Festäng zudem zwei Stunden früher als bislang: Um 16 Uhr spielt die Band „Hermanns“ auf, ab 20.45 Uhr gastieren „The Quicksteps“ unter den Fenstern des Arkschen Treppenhauses. „Erstmals präsentieren wir ab 19.25 Uhr alle 27 nationalen Träger des Jugendkarlspreises“, erklärt Müller. Grybauskaite selbst wird nochmals beim Interview mit AZ-Chefredakteur Professor Bernd Mathieu auf Tuchfühlung mit den Aachenern gehen. Kurzum: Sowohl am kommenden Mittwoch als auch am Donnerstag werde ein pralles Programm bis 22 Uhr geboten, betont Müller.

Nach der Preisverleihung kehrt „Ave Maria“ ab 16 Uhr auf den Katschhof zurück, während ab Mittag bereits „Carmina Mundi“ und der Aachener Brass Club der Preisträgerin und allen Freiluft-Gästen die Ehre erwiesen haben. Bis 22 Uhr geben sich am Feiertag Sängerin Lizusha, Farah Rieli und Didier Laloy die Ehre. Zudem sind sämtliche Partnerschaftsvereine hinterm Rathaus präsent.

„Natürlich ist es weit schwieriger, ein Land mit gerade einmal dreieinhalb Millionen Menschen zu präsentieren als zum Beispiel die spanische Kultur“, bekennt Müller. „Wir müssen halt immer schauen, was geht – und ich denke, wir haben wiederum alles möglich gemacht, was ging.“

Zumal das Rahmenprogramm mit über 40 Veranstaltungen auch in diesem Jahr um wichtige Elemente bereichert worden sei, wie Dr. Jürgen Linden, Sprecher des Karlspreisdirektoriums, betont: „Und die Resonanz ist enorm.“ Letztlich freilich sei auch das Bürgerfest nur über Sponsorengelder zu finanzieren. Gleichwohl: „Wir nehmen die Kritik als Anregung und werden weiter intensiv darüber nachdenken, wie wir den Karlspreis noch besser ,popularisieren‘, ihn möglichst vielen Bürgern noch näher bringen können.“

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