Nur die Schuldfrage bleibt offen

Von: Christoph Classen
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Kein Zweifel: Im Grenzlandtheater gab es turbulentere und spektakulärere Stücke als jenes, das am kommenden Montag, 25. Januar, 20 Uhr, Premiere feiert. Sagt der Intendant ja selbst.

Und Uwe Brandt meint das alles andere als abwertend. Er freut sich auf „Zweifel”, eine Parabel aus der Feder von John Patrick Shanley. Weil es um „Darstellung und Inhalte” gehe. Weil das Stück „dicht und intensiv” sei und damit wie geschaffen für die Bühne des Grenzlandtheaters.

Es spielt in einer kirchlichen Schule. 1964, in der Bronx. Das Publikum wird nicht nur einen Blick auf den den Alltag der Lehranstalt, sondern auch hinter die Kulissen von deren hierarchischen Machtstruktur werfen dürfen.

Ganz oben steht Schwester Aloysius (Uta-Maria Schütze). Darauf legt sie Wert, dass lässt sie andere gerne spüren. Als traditionell ließe sie sich wohlwollend bezeichnen. Altbacken und despotisch trifft es aber eindeutig besser.

Den Umgang mit Zuckerbrot und Peitsche beherrscht Schwester Aloysius in Perfektion. So ist es für sie ein Leichtes, die unerfahrene Schwester James (Shadi Hedayati) für ihre Dienste nutzbar zu machen. Die soll nämlich Vater Flynn (Thomas Pohn) beschatten.

Der ist bei seinen Schülern sehr beliebt. Das allein würde ja schon reichen, um bei Schwester Aloysius Misstrauen zu schüren. Dann berichtet Schwester James ihr auch noch, dass sich ein Messdiener Flynns merkwürdig verhalte und nach Wein rieche. Und plötzlich sieht sich der beliebte Pater mit dem Vorwurf des sexuellen Missbrauchs konfrontiert.

„Das Thema ist ja leider Gottes hoch aktuell”, sagt Brandt. Nicht nur deswegen hat Anja Junski nicht lange überlegt, als der Intendant ihr den Stoff anbot. „Es einfach spannend und packend. Ein echtes Schauspielerstück”, sagt die Regisseurin, die mit „Zweifel” ihre erste Inszenierung auf die Aachener Bretter bringt.

Die Schuldfrage beantwortet das Stück letztlich nicht. Natürlich wird sich Schwester Aloysius der Wahrheit Schritt für Schritt nähern, durchaus mittels Einsatz zweifelhafter Methoden. Ob Vater Flynn aber tatsächlich schuldig ist, bleibt zweifelhaft. Die Zuschauer müssen ein eigenes Urteil fällen. So bleibt es bis zur letzten der rund 90 Spielminuten spannend. Kein Zweifel.

Mehr Infos zu Terminen und Tickets gibt es an der Kasse des Grenzlandtheaters, Elisen-Galerie, geöffnet von Montag bis Freitag 10 bis 13 Uhr und 17 bis 18.30 Uhr sowie Samstag von 10-13 Uhr.

Für die meisten Termine gibt es auch noch Tickets im freien Verkauf. Die Abendkasse ist von 18.30 bis 20 Uhr geöffnet. Mehr Infos: 4746111.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert