Nun leuchtet das Friedenslicht in Aachen

Von: Nina Leßenich
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Das Friedenslicht erreicht Aachen: Pfadfinderinnen der Pfadfinderinnengemeinschaft sankt Georg haben die symbolische Flamme des Friedens in Wien abgeholt. Jetzt wird sie durch das ganze Bistum weitergereicht. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. 14 Stunden waren Anna Kühnel und Kerstin Brand von der Pfadfinderinnenschaft Sankt Georg (PSG) unterwegs, ehe sie am dritten Adventssonntag auf dem Aachener Bahnhofsvorplatz von etlichen anderen Pfadfinder und Pfadfinderinnen aller Altersklassen mit erwartungsvollen Blicken empfangen wurden. Denn sie hatten das Friedenslicht im Gepäck, das in diesem Jahr unter dem Motto „Mit Frieden gewinnen alle“ von Bethlehem aus in die Welt geht.

Das Licht wird seit 26 Jahren in der Geburtsgrotte Jesu Christi in Bethlehem/Palästina entzündet und anschließend nach Wien gebracht. Von dort aus holen es Pfadfinderdelegationen aus rund 30 europäischen Ländern ab.

„In erster Linie ist es Tradition, dass Licht in Wien abzuholen“, berichtet Kühnel, die es bereits zum zweiten Mal abholt. „Aber es ist auch immer wieder schön, dort mit den anderen Pfadfindern zusammenzukommen und alte Bekannte wieder zutreffen.“

Das Friedenslicht soll ein Zeichen dafür sein, dass Frieden nur gemeinsam erreicht werden kann. „Wie ein Licht Pflege braucht, damit es weiter brennt, braucht auch der Friede ein ständiges ‚sich darum kümmern’“, erklärt Ralf Steigels, Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG). „So wie wir das Licht von Kerze zu Kerze weitergeben, so muss auch der Friede von Mensch zu Mensch weiter getragen werden. Wir sind immer versucht, den Frieden irgendwo in anderen Ländern herzustellen. Dabei sollten wir besser bei unseren Nächsten anfangen.“

Auch Bürgermeister Björn Jansen sieht im Friedenslicht eine enorme Bedeutung. „Das Friedenslicht steht symbolisch für einen Wert, den wir auf der ganzen Welt teilen. Gerade in der Vorweihnachtszeit ist es ein wichtiges Zeichen, genau das weiterzugeben und zu teilen. Es ist wichtig, sich darauf zu besinnen, was im Leben wichtig ist.“ Noch am Bahnhofsvorplatz erhielt zuerst die Bahnhofsmission Aachen das Friedenslicht. In einem anschließenden gemeinsamen Friedensmarsch wurde das Licht in die Kirche St. Michael in Burtscheid getragen, wo der bistumsweite Aussendungsgottesdienst stattfand, welcher gemeinsam von der DPSG, der PSG und vom Verband christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder gestaltet wurde.

Am Ende des Gottesdienstes verteilte die Delegation aus Wien das Licht an die rund 500 Anwesenden in der gesamten Kirche. Pfadfinder und Pfadfinderinnen aus dem ganzen Bistum nahmen die Flamme mit ihren Öllampen, Laternen oder Kerzen in Empfang, um sie anschließend in ihre Heimatpfarren zu bringen.

Wer das Friedenslicht selbst noch abholen möchte, kann dies zum Beispiel im Aachener Dom tun. Dort wird die Flamme bis Weihnachten brennen. „Jeder soll sich das Licht bis Heiligabend selbst ins Haus holen können, damit es als Zeichen des Friedens und der Hoffnung auch dort leuchten kann“, so Steigels.

Der Meinung ist auch der 18-jährige Dominic. Er ist gekommen, um das Licht in seine Heimatpfarre in Aldenhoven zu bringen. „Ich glaube nicht an vieles“, sagt er. „Aber an das Friedenslicht glaube ich.“

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