Notunterkunft: Offene Türen und Herzen in Eilendorf

Von: Marie Eckert
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Eilendorf. Bei der aktuellen Flüchtlingssituation ist vor allem eins wichtig: adäquate und schnelle Unterbringung. Das war die Botschaft, die am vergangenen Donnerstag in der Turnhalle der Montessori-Grundschule in Eilendorf im Mittelpunkt stand.

Bezirksbürgermeisterin Elke Eschweiler, Vertreter der Stadtverwaltung sowie Rats – und Bezirkspolitiker hatten eingeladen, um über die Entwicklung zu berichten.

Konkret ging es um den Labortrakt der ehemaligen Hauptschule, direkt neben der Montessori-Grundschule in der Kaiserstraße. Bis Ende des Jahres soll der Teil des Gebäudes umgebaut und saniert werden, so dass ungefähr 40 Flüchtlinge dort mittelfristig Platz finden. Bis 2018 soll der Trakt als vorläufige Wohnstätte dienen, aber: „Wie genau sich die Flüchtlingssituation entwickeln wird und ob wir die Unterkunft tatsächlich brauchen, können wir nicht vorhersagen“, merkte Eschweiler an.

Dennoch: „Wir wollen die Willkommenskultur in Eilendorf pflegen und weiter aufbauen, das können wir aber nicht alleine, dafür brauchen wir Ihre Hilfe“, ermunterte die Bezirksbürgermeisterin die Anwohner. Gut 1100 Menschen werden momentan in Aachen betreut, 2010 waren es gerade einmal 182. „Ein Dach über dem Kopf und etwas zum Essen und Trinken ist zwar erst einmal das Nötigste, aber reicht nicht aus“, betonte Heinrich Emonts, Leiter des städtischen Fachbereichs Soziales und Integration. Vor allem Sozialarbeiter und Menschen, die die Flüchtlinge im Alltag beraten und ihnen unter die Arme greifen, seien wichtig. „Zum Glück erfahren wir hier in Aachen einer sehr große Hilfsbereitschaft“, freute er sich.

Die Standards zur Flüchtlingsunterbringung in Aachen sehen vor, dass 20 Prozent in Einzelwohnungen leben, 50 Prozent in Einrichtungen mit Einzelwohnungen und 30 Prozent in Einrichtungen mit gemeinschaftlicher Küche und Bad, außerdem sollten alle Stadtteile gleichmäßig berücksichtigt werden. „Im Moment können wir das aber aufgrund der hohen Zahl von flüchtenden Menschen, die ankommen, so nicht einhalten“, räumte Emonts ein. „Wir nehmen alles, was wir kriegen können, damit die Leute nicht obdachlos werden.“

So kam die Stadt bei ihren Planungen auf die leerstehende ehemalige Hauptschule, deren Labortrakt momentan im Umbau steckt. „Natürlich ist die mittel- und langfristige Strategie, dauerhaften Wohnraum zu schaffen“, sagte Vera Ferber, kaufmännische Geschäftsführerin des Gebäudemanagements der Stadt Aachen. Dies dauere aber oft einige Jahre. Für den Übergang sind daher unter anderem mobile Wohneinheiten, notfalls auch Turnhallen und eben der umgebaute Labortrakt geplant.

Immer wieder ernteten Politiker und Verwaltung Applaus, Zuhörer bedankten sich für das Engagement für Flüchtlinge in Aachen. Wichtig für die Flüchtlingskinder, die bald im ehemaligen Schulgebäude leben: Sie können in den ersten beiden Stunden am Unterricht der Montessori-Grundschule teilnehmen.

Wenn die Flüchtlinge dann im Schulgebäude eingezogen sind, ist eine weitere Bürgerinformation geplant – unter anderem, um zu überlegen, wie die Neu-Eilendorfer am besten begrüßt werden. „Wir alle zusammen müssen beweisen, dass Menschen, die es nicht gut mit den Flüchtlingen meinen, hier nicht willkommen sind“, appellierte Elke Eschweiler an die Bürger.

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