Lokalsport Fußballschuhe Teaser Freisteller

Notstand in den Kitas: 45 neue Stellen bis 2018 geplant

Von: Matthias Hinrichs
Letzte Aktualisierung:
6845185.jpg
Mehr Zeit für die Förderung: 45 neue Stellen für Erzieherinnen und Erzieher will die Stadt bis Mitte 2018 schaffen. Studien zeigen längst, dass die Fachkräfte zunehmend überlastet sind.

Aachen. Ausgebrannt: Jenseits der musikalischen Früherziehung kann bekanntlich auch in Aachen eine wachsende Zahl von Fachkräften ein trauriges Lied singen – über stetig wachsende Arbeitsbelastung in den Kindertagesstätten. Die Zahl der Erzieherinnen, die dem Stress langfristig nicht mehr gewachsen sind, ist in jüngerer Vergangenheit rasant gestiegen.

 Soweit die schlechte Nachricht. Die gute: Mehr als den berühmten Tropfen auf den heißen Stein namens „Burnout“ stellt die städtische Verwaltung jetzt in Aussicht. Bis zum Kita-Jahr 2017/18 sollen insgesamt 45 weitere Erzieher(innen) an den 57 städtischen Einrichtungen eingestellt werden, heißt es in einem Bericht für die nächste Sitzung des Ratsausschusses für Personal und Verwaltung am kommenden Mittwoch.

Ab Sommer dieses Jahres würden demnach bis Mitte 2018 jährlich fünf zusätzliche Stellen eingerichtet, weitere zehn sollen von 2015 bis 2017 und nochmals fünf im Kita-Jahr 2017/18 geschaffen werden. Und: Auch die Zahl der Mitarbeiter(innen) im Anerkennungsjahr soll ab 1. August von bislang 18 auf 35 statt, wie bislang vorgesehen, 25 aufgestockt werden. Sie sollen zudem in der Regel unbefristet übernommen werden – sofern möglich. Denn ein Dilemma bleibt voraussichtlich noch lange zu beklagen: Nicht zuletzt durch den fortschreitenden Ausbau der U-3-Betreuung (derzeit liegt die Quote in Aachen bei immerhin knapp 40 Prozent) ist der Stellenmarkt praktisch leer gefegt.

„Natürlich begrüßen wir den Vorstoß außerordentlich“, erklärte folglich CDU-Ratsfrau Ruth Wilms, Vorsitzende des Kinder- und Jugendausschusses. Es bestehe Anlass zur Hoffnung, „dass die drängenden Personalnöte damit zumindest erheblich gemindert werden können“. Dies zumal, da seit Herbst 57 Küchenhilfen eingestellt wurden, damit die Erzieherinnen sich verstärkt auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren können. „Das hat nach den ersten Erfahrungen eine erhebliche Entlastung mit sich gebracht“, bestätigt Wilms. Allerdings schlägt allein diese Initiative im städtischen Etat mit jährlich rund 700 000 Euro zu Buche. Wie hoch die Kosten für die Einstellung der zusätzlichen Fachkräfte zu veranschlagen sind, muss die Kämmerei laut Vorlage des Fachbereichs für Personal und Organisation noch prüfen.

Dass die Maßnahme dringend erforderlich ist, unterstreicht indes auch Professor Johannes Jungbauer, Leiter des Instituts für Gesundheitsforschung und Soziale Psychiatrie an der Katholischen Hochschule Aachen. Im Rahmen einer umfangreichen Studie hat Jungbauer jüngst über 800 Erzieherinnen im Hinblick auf ihre tägliche Arbeitsbelastung befragt. „Man kann davon ausgehen, dass derzeit rund 20 Prozent zur Hochrisikogruppe der von Burnout Betroffenen gezählt werden müssen“, sagte er der AZ.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert