Notruf bei der Polizei: Elfjähriger beschwert sich über Zwangsarbeit

Von: pol-ac
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Aachen. . Ein elfjähriger Junge hat die Aachener Polizei über die Notrufnummer 110 alarmiert. Der Notfall: Seine Mutter ließ ihn „Zwangsarbeit” im Haushalt verrichten.

Fast fünf Minuten dauerte das vermittelnde Gespräch zwischen dem kleinen Leon (Name geändert) und dem Beamten in der Leitstelle. Hierzu das - gekürzte - Protokoll der Aachener Polizei:

Polizei: „Polizeinotruf!”

Leon (mit krächzender, fester Stimme): „Hallo, meine Mutter lässt mich zwangsarbeiten!”

Polizei: „Was lässt Deine Mutter Dich?”

Leon: „Zwangsarbeiten!”

Polizei: „Das musst Du mir aber mal erklären. Wie alt bist Du überhaupt?”

Leon: „Elf Jahre. Die lässt mich den ganzen Tag arbeiten!”

Polizei: „Was musst Du denn machen? Erzähl mal!”

Leon: „Ich muss hier sauber machen, ich muss die Terrasse sauber machen... den ganzen Tag nur Arbeiten hier! Ich hab überhaupt keine Freizeit mehr!”

Polizei: „Weißt Du denn überhaupt, was Zwangsarbeiten ist?”

Leon: „Mmh, jaaaah...”

Polizei: „Wo ist die Mama denn?”

Leon (merkt, dass es jetzt ganz ungemütlich wird): „Die steht neben mir.”

Polizei: „Dann gib sie mir mal.”

Leon (geknickt): „Jaaa...”

Mutter: „Guten Tag. Sie müssen entschuldigen, aber seit Wochen hält er mir vor, er müsse zwangsarbeiten. Seitdem will er die Polizei anrufen. Jetzt, als er ein paar Papierschnipsel, die auf dem Boden lagen, aufheben sollte, wollte er Sie anrufen, was er dann auch getan hat. Er spielt den ganzen Tag. Und wenn er mal das aufräumen soll, was er durcheinander gebracht hat, meint er, es sei Zwangsarbeit. Ich dachte, jetzt lässt Du ihn einfach mal anrufen.”

Es entwickelte sich ein informatives Gespräch mit der Mutter. In dem wurde deutlich, dass der Sprössling zurzeit die Grenzen seiner Trotzphase auslotet.

Leon dagegen hatte sich zwischenzeitlich auf sein Zimmer verkrochen und stand für ein Abschlussgespräch mit dem Polizeibeamten nicht mehr zur Verfügung.
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