Aachen - Notfalls auch Platzverweise im Pontviertel

Notfalls auch Platzverweise im Pontviertel

Von: Robert Esser
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Heißes Pflaster im Sommer: Im Pontviertel feiern am Wochenende tausende Nachtschwärmer - nicht nur in Kneipen und Clubs. Wenn die Außengastronomie gegen 1 Uhr schließt, geht die Party oft lautstark auf der Straße weiter. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Mit der Temperatur steigt der Lärmpegel auf der Partymeile im Pontviertel. Das erhitzt die Gemüter der Anwohner gewaltig. Damit die Weichen für Nachtschwärmer, die vor allem zur Fußball-WM zuweilen zu Tausenden auf der „Pontschiene” entgleisen, noch rechtzeitig gestellt werden, setzen Politik und Verwaltung jetzt auf unmissverständliche Signale - mit einer Aufstockung der Ordnungshüter-Streifen.

Die SPD-Ratsherren Boris Linden und Karl Schultheis haben am Freitag einen Ratsantrag vorgestellt, der bereits von allen Fraktionen im vergangenen August angestrengt worden war, um mehr Ordnung ins nächtliche Partygeschäft zu bringen - ohne Erfolg.

Darin heißt es: „Durch den bedarfsgerechten, sichtbaren und koordinierten Einsatz der städtischen Ordnungsamtskräfte und der Polizeiinspektion Aachen-Stadt, die in dieser Angelegenheit um Kooperation gebeten wird, sollen in Zukunft die geltenden Gesetze, Richtlinien und und Verordnungen bezüglich Lärmemission, Außenausschank und Jugendschutz eingehalten werden.” Sachbeschädigungen und Körperverletzungen, die im Pontviertel keine Seltenheit sind, soll endlich vorgebeugt werden. SPD-Mann Florian Niehaus erklärte, dass aber weder Videoüberwachung noch Alkohol- oder Flaschenverbot geplant seien.

„Einigermaßen überrascht” zeigte sich CDU-Ratsfrau Maria Drews über den „plötzlichen Alleingang” der SPD. Inhaltlich stimmt die fürs Pontviertel zuständige Unionspolitikerin aber zu: „Mehr Ordnungspersonal ist dringend notwendig. Einige Kioske und Gastronomen in der Pontstraße halten sich einfach nicht an unsere Spielregeln”, sagte sie.

Dabei scheint die Aufstockung des Personals im Ordnungsamt von 15 auf 23 Stellen bereits abgemacht. Diese soll der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am Mittwoch, 21. April, absegnen. Rund 400.000 Euro Personalkosten würden damit nach Auskunft der Stadt pro Jahr investiert. Weitere 40000 Euro kostet die technische Ausstattung der neuen Ordnungskräfte. Die Mittel sind im Haushaltsentwurf eingestellt.

Die Polizei bekundete indes auf AZ-Anfrage, dass eine Intensivierung der nächtlichen Streifen im Pontviertel noch nicht konkret vereinbart sei. Auch wenn dies beim jüngsten Runden Tisch mit Anwohnern, Pontviertel-Pfarre Heilig Kreuz, Gastronomen, Ordnungsamt und Vertretern der Polizei thematisiert worden sei. „Aber wir halten die Pontstraße natürlich weiterhin im Auge”, betonte Polizeisprecher Karl Völker.

Somit kommt wohl ab Mai einige Mehrarbeit auf die Ordnungskräfte der Stadt zu. Nach Vorstellung der SPD sieht das so aus: konsequente Kontrollen im Pontviertel in Sachen Jugendschutz und notfalls Platzverweise für Partygänger, die ab 1 Uhr nachts nach der Schließung der Außengastronomie mit Bierkästen auf der Straße feiern. „Offenbar reagieren manche Leute erst, wenn sie Sanktionen spüren”, sagte Niehaus.
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