Notfall-Training: Im rechten Moment helfen lernen

Von: Tim Habicht
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Schnelle Hilfe will trainiert sein: An der Luise-Hensel-Realschule lernten die jungen Menschen mittels eines neuen Programms, wie man Menschenleben rettet. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Regungslos liegt der Patient auf dem kalten Fußboden. Jetzt zählt jede Sekunde. Ein Herz-Kreislauf-Stillstand bedeutet akute Lebensgefahr. Jeder Handgriff sollte jetzt sitzen. Erstmal heißt es Bewusstsein prüfen, dann den Notarzt verständigen und dann die Hände auf den Brustkorb drücken.

Schnelle und vor allem richtige Ersthilfe kann Leben retten. Damit Schülerinnen und Schüler die Angst vor der Ersthilfe verlieren und gut für einen Notfall vorbereitet sind, wird das „EMuRgency“ -Training von der Gemeinschaftsinitiative Interreg gefördert und ein Erste-Hilfe-Training an die Schulen gebracht.

Dass dieses Projekt sehr sinnvoll und wichtig ist, zeigt die Ersthilferate in Deutschland. In der Bundesrepublik liegt sie bei 20 Prozent. In den Niederlanden oder Skandinavien liegt die Ersthilferate bei 60 Prozent. „Oft haben Passanten oder Freunde einfach Angst vor der Ersthilfe. Aber oftmals fehlt auch einfach das Wissen“, sagt Dr. Niklas Lenssen, Anästhesist vom Uniklinikum Aachen.

Seit 2012 gibt es das Projekt, das ausdrücklich keine Konkurrenzveranstaltung zu den der anderen Hilfsorganisationen sein möchte. Es werde Hand in Hand gearbeitet. Man wolle den Kollegen zuarbeiten.

Ein großes Miteinander statt vereinzeltes Gegeneinander in einer wichtigen Aufgabe. Es gibt verschiedenen Ansätze, spezielle Trainings für alle Zielgruppen und Trainingsapps für das Smartphone.

Der Besuch an der Luise-Hensel-Realschule in Burtscheid ist ganz klar an junge Menschen gerichtet. Zum ersten Mal wird eine Schule im Rahmen des Projektes gezielt im Erste-Hilfe-Training unterrichtet. Dabei kommen alle Schülerinnen und Schüler der 8. und 10. Klasse in der Aula zusammen. Nach einer kurzen Einführung geht es dann in kleinen Gruppen mit professioneller Betreuung in die Klassenzimmer. Dort übt jeder die Reanimation und worauf man im Notfall wirklich achten muss.

„Auch wenn ihr alle noch jung seid“, sagt Dr. Lenssen, „jede Altersgruppe ist betroffen. Schließlich kann es auch vorkommen, dass einer eurer Bekannten oder Verwandten einen Herz-Kreislauf-Stillstand erleidet.“ Deswegen wird das Training auch sehr ernst genommen. Die Schülerinnen und Schüler stellen gezielt Fragen und wollen sich informieren. Ronaldo Zillickens ist einer von ihnen und in der 8. Klasse: „Das ist eine richtig gute Erfahrung! Ich finde es sehr wichtig, dass wir hier die Erste Hilfe lernen. Man sollte darauf vorbereitet sein, wenn mal irgendwann etwas passiert.“

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