Aachen - Notarzt in der Shisha-Bar: Polizei ermittelt weiter

Notarzt in der Shisha-Bar: Polizei ermittelt weiter

Von: Matthias Hinrichs
Letzte Aktualisierung:
7639227.jpg
Einsatz an der Peterstraße: In einer Shisha-Bar wurden jetzt zum wiederholten Mal erhöhte Schadstoffwerte ermittelt. Mehrfach mussten Gäste vom Notarzt behandelt werden. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Viel Rauch um nichts oder ernsthafte gesundheitliche Belastung? Letztere könnte in jüngster Zeit zumindest in einigen Fällen in einer sogenannten Shisha-Bar in der Peterstraße festgestellt worden sein, die damit jetzt verstärkt ins Visier von Ordnungsamt und Polizei geraten ist.

Dort musste in den vergangenen Tagen mehrfach der Rettungsdienst auf den Plan treten, weil Menschen nach dem Konsum des tabakfreien Rauchs aus der Wasserpfeife über Unwohlsein geklagt hatten, wie die Feuerwehr am Freitag bestätigte.

Nachdem am Mittwochabend erneut bei einem 22-jährigen Mann erhöhte Kohlenmonoxidwerte ermittelt wurden, packte die Feuerwehr die Messgeräte aus. Sie stellte eine erhebliche CO-Konzentration in der Bar fest. Und: „In jüngster Zeit sind bei einigen Kunden auch Symptome festgestellt worden, die damit nicht zu erklären waren“, berichtete Polizeisprecherin Sandra Schmitz auf Anfrage. Die Kripo ermittelt wegen Verdachts auf fahrlässige Körperverletzung gegen einen 23-jährigen Mitarbeiter der Bar.

Auch das Ordnungsamt war am späten Mittwochabend in dem Café vorstellig geworden. „Wir haben den Betreiber für kommenden Mittwoch zum Gespräch vorgeladen“, erklärte Behördenchef Detlev Fröhlke. Gegenüber der AZ wollte der Geschäftsführer keine Stellungnahme abgeben.

„Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass es dort vermehrt zu unsachgemäßem Umgang mit den Wasserpfeifen oder zum Einsatz von nicht zugelassenen Stoffen gekommen ist, könnte ein Bußgeldverfahren auf die Verantwortlichen zukommen“, sagte Fröhlke. Derzeit würden diverse Substanzen, etwa Fruchtmixturen und spezielle Dampfsteine, die für die „Zubereitung“ der Shishas verwendet werden, analysiert.

Inzwischen warnen Mediziner generell vor dem Konsum der Wasserpfeifen – auch wenn der Einsatz von Tabak in öffentlichen Shisha-Stuben ohnehin verboten ist. Auch Elke Molzberger, Apothekerin beim Gesundheitsamt der Städteregion, betonte am Freitag, dass Gesundheitsgefährdungen prinzipiell nicht auszuschließen seien. Allerdings seien abgesehen vom aktuellen Fall bis dato in der Region noch keine ernsthaften Vorkommnisse registriert worden. Das bestätigte auch Fröhlke. Im Ganzen gibt es in der Stadt Aachen derzeit sieben sogenannte Shisha-Bars, die übrigens keine Gaststätten-Konzession benötigen, sofern dort kein Alkohol ausgeschenkt wird.

Gleichwohl haben mehrere Städte in NRW, etwa Köln und Marl, bereits versucht, die Shisha-Bars verbieten zu lassen. Im August schmetterte das Oberverwaltungsgericht Münster eine entsprechende Klage der Stadt Köln per Eilentscheidung ab. Ein endgültiges Urteil steht aus.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert