Non Profit Camp: Eine Unkonferenz für Engagierte

Von: Marc Heckert
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Non Profit Camp Applaus
Zum Abschluss einen Applaus - allerdings nicht nur vom Publikum fürs Podium, sondern auch umgekehrt: Die Besucher waren schließlich für die Gestaltung des Camps mitverantwortlich. Foto: Marc Heckert
Non Profit Camp Fotos
Vorstellungsrunde am Bindfaden: Fotos der Anwesenden mit drei selbst gewählten Hashtags - Stichwörtern zur Eigendarstellung - wurden in einem Tagungsraum aufgehängt (links Ralf Simon, rechts Rebecca Belvederesi-Kochs vom Organisationsteam). Foto: Marc Heckert

Aachen. Schon die Bezeichnung „Unkonferenz“ deutete an, dass das Aachener Non Profit Camp keine Tagung der üblichen Sorte sein würde. Was es auch nicht war. So hatten gleich zum Auftakt die rund 80 Teilnehmer - ehrenamtlich und sozial Engagierte aller Art in Vereinen und Organisationen – erst einmal demokratisch über die Inhalte der angebotenen Vorträge zu entscheiden.

Bei diesem auch als Barcamp bekannten Veranstaltungsformat ist Offenheit oberstes Prinzip: Jedem der rund 80 Besucher stand es frei, eigene Themen anzubieten – gerne auch ganz spontan. Ebenso frei waren die zum Teil überregional angereisten Besucher aber auch, jederzeit die 14 so zustande gekommenen Vorträge oder Diskussionsrunden zu besuchen oder zu verlassen – und zwar ebenso spontan.

Bei bis zu vier gleichzeitig laufenden „Sessions“ in den Räumen des katholischen Hilfswerks Missio im Alten Klinikum bot sich denn stets reichlich Auswahl. Da ging es etwa um Kampagnen im öffentlichen Raum, um digitale Flüchtlingshilfe oder die Frage „Wie aktiviere ich ehrenamtliche Helfer über Social Media?“.

Der Einsatz von Online-Hilfsmitteln – ob Facebook oder WhatsApp – zog sich als roter Faden durch viele der Veranstaltungen. „Chancen für Museen im digitalen Raum“ lautete etwa der Titel einer gemeinsamen Session von Myriam Kroll, Kuratorin des Aachener Stadtmuseums Centre Charlemagne, Veronica Vargas Gonzalez vom Haus der Geschichte in Bonn und Maurice Funken vom Neuen Aachener Kunstverein.

Die flexibel-offene Form der Veranstaltung kam den beiden Zielen der Veranstalter besonders entgegen: dem Vermitteln von Wissen einerseits, dem Vernetzen der Teilnehmer untereinander andererseits. Gute Erfahrungen mit diesem Prinzip hatte das etwa ein Dutzend Köpfe zählende Organisationsteam rund um Ralf Simon, bei Missio für Internet und soziale Netzwerke zuständig, und Rebecca Belvederesi-Kochs, Geschäftsführerin der Agentur Social Media Aachen, schon bei der Premiere des Non Profit Camps im vergangenen Jahr gemacht.

„Es geht uns auch darum, die Akteure in Aachen auf persönlicher Ebene einmal an einen Tisch zu bekommen“, beschrieb Rebecca Belvederesi-Kochs den Ansatz. Denn: „So entwickeln sich Ideen weiter“, sagte Ralf Simon. Zum Ankurbeln dieser Vernetzung war den Besuchern am Vorabend ein geselliges Miteinander samt Sonderführung durch den Dom und das Centre Charlemagne angeboten worden.

Dass dieser zweifache Ansatz funktionierten, bestätigte Teilnehmer Tobias Sauer. Der 26-jährige Blogger und Theologiestudent aus Trier hatte wohl die weiteste Anreise – die er aber nicht bereute. „Für mich war die wichtigste Erkenntnis, dass viele Leute an denselben Themen dran sind.“ Etwa, wie eine Kampagne aufgebaut wird und wo Fallstricke lauern. „Was ich dabei vorher fast unterschätzt hatte, sind die Flurgespräche, das Netzwerken.“

Nach dem Ende der Schluss-Session gab es, natürlich, einen Applaus - allerdings nicht nur den üblichen des Publikums für die Veranstalter. Sondern auch einen der Organisatoren für die Gäste. Eben ganz passend zum Format des Tages: alles andere als konventionell.

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