Noch schneller auf zwei Rädern durch die Stadt

Von: Peter Schopp
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Fahrrad
Der VCD stellt im Bürgerforum Ideen für ein Netz vor, das Fahrradfahrern Vorrang geben soll. Foto: Arne Dedert/dpa

Aachen. Man könnte das Thema auch umbenennen. Zum Beispiel in „Die Quadratur des Kreises“.Dessen waren sich die Mitglieder des Bürgerforums durchaus bewusst. Auf der Tagesordnung stand das Thema „Einrichtung eines Radvorrangroutennetzes“.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hatte einen Entwicklungsplan für ein solches Netz erarbeitet und stellte diesen vor. Dabei waren die Rahmenbedingungen klar: Der Luftreinhalteplan der Stadt fordert eine Reduzierung der Schadstoffbelastung – verursacht vor allem durch den kraftstoffbetriebenen Individualverkehr – und deshalb den Ausbau eines Radvorrangroutennetzes. Deshalb haben sich die Verantwortlichen eine attraktivere Gestaltung des Radfahrens in Aachen auf die Fahne geschrieben – bisher allerdings eher durch Einzelmaßnahmen.

Sabine Neitzel und Ralf Oswald vom VCD stellten jetzt ihr Konzept im Haus Löwenstein vor. Hierbei sollen parallel zu einer ersten Radvorrangroute von Eilendorf in die Innenstadt und weiter zum Campus Melaten, welcher der Mobilitätsausschuss im Juni zugestimmthat, insgesamt vier Radvorrangrouten entwickelt werden.

Radvorrangwege sind keine Radschnellwege. Dennoch soll auf ihnen ein zügiges Vorankommen mit entsprechenden Zugeständnissen und Sicherheitsansprüchen gewährleistet werden, beispielsweise die durchgängige Erkennbarkeit des Routenverlaufs durch farbige Markierung, eine durchschnittliche Fahrgeschwindigkeit von 18 km/h sowie die Verringerung von Umwegen. Denn eines ist klar: „Radfahrer nehmen gerne den kürzesten und unkompliziertesten Weg. Wir sollten solche Wege nicht an den Menschen vorbei planen“, hatten Neitzel und Oswald die radfahrerische Wirklichkeit vor Augen.

Und genau da sehen viele auch die größten Probleme bei der Umsetzung: Der Grabenring als „Verteilerring“ für von außerhalb kommende Radfahrer müsste verändert werden, und in der Innenstadt müssten an einigen Stellen Außengastronomie, Fußgängerbereiche und Radvorrangwege unter einen Hut gebracht werden. Ohne großen Aufwand sind laut VCD zwei Hauptrouten realisierbar: 1. von Haaren in die Innenstadt und weiter nach Vaals, 2. von Brand in die Innenstadt und schließlich zum Campus Melaten. Die Realisierung dieser ersten Routen ist nach Meinung des VCD kurzfristig umsetzbar. Die Änderung von Vorfahrtsregelungen und Komfortverbesserungen an neuralgischen Punkten sollten ein erster Schritt sein, im Nachgang würden weitere Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung folgen. Bis Ende 2017 könnte diese erste Stufe umgesetzt sein, ist man beim VCD sicher.

Gegen die Stimmen der FDP beschlossen alle Fraktionen, den Vorschlag an den Mobilitätsausschuss weiterzureichen und dem VCD die Möglichkeit zu geben, seine Pläne dort noch einmal vorzustellen.

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