Noch mehr Temposünder erwischt

Von: Robert Esser
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Im Fokus des Laserstrahls: Auch in Aachen ist die Zahl der erwischten Raser rasant gestiegen.

Aachen. Auch wenn Autofahrer eher der Eindruck beschleicht, dass die Blechkarawane von Jahr zu Jahr enger und träger durch Aachens Straßen fließt: Die Zahl der ertappten Raser steigt. Genau 22807 Geschwindigkeitsverstöße hat die Polizei im Jahr 2008 festgestellt.

Schon 2007 zählte das Präsidium - ausgestattet mit einem Radarwagen und neun Lasermessgeräten - allein auf Aachener Stadtgebiet 13250 Temposünder, fast 3000 mehr als im Vorjahr. Hinzu kommen zehntausende Tempo- und Rotlichtsünder, die von städtischen Ordnungskräften über „Starenkästen” und zwei zivile Radarwagen identifiziert werden.

Laut Stadt dienen die Tempokontrollen natürlich nicht der „Wegelagerei” und sind deswegen mitnichten „Abzocke” - zumal sich immer wieder Bürger an die Stadt wendeten, um Wohnstraßen vor Rasern schützen zu lassen.

Eine Unfallkommission - mit Polizei, Aseag, Bezirksregierung, Straßenverkehrsbehörde und Landesbetrieb Straßenbau - entscheide über die Standorte nach Unfallhäufigkeit und Gefährdungssituation. „Für mobile Einheiten kommen zudem Messungen an schützenswerten Einrichtungen in Frage”, erklärt Axel Costard von der Stadt. „Dazu zählen Kitas, Schulen und Altenheime.”

Neben der Erhöhung der Sicherheit steigen über die Verkehrskontrollen auch die Einnahmen der Stadt. 2008 rechnete man insgesamt mit 1,5 Millionen Euro aus Verwarnungsgeldern, bereits 2007 hatte man das Budgetziel um 250.000 Euro heraufgeschraubt. 2009 will man die 1,6-Millionen-Euro-Grenze knacken - auch dank des zweiten mobilen Radarwagens, der erst im Sommer 2008 angeschafft worden ist.

Ein rundes Dutzend „Starenkästen” stehen in der Kaiserstadt. Die Messstellen in Tempo-30-Zonen in der Rathausstraße und der Karl-Marx-Allee sind allerdings schon seit Jahren außer Betrieb. Reaktivieren will man kurzfristig den Rotlicht-Blitzer an der Bastei, ein neues Gerät soll an der Kreuzung Wilhelmstraße/Lothringerstraße installiert werden.

Bis zu 30.000 Euro sind pro Anschaffung fällig. Aber die Investition zahlt sich aus, wie Evelin Wölk für die Stadt vorrechnet: „Im Jahr 2007 sind im Stadtgebiet an den stationären Messplätzen insgesamt 23516 Fotos gemacht worden, im Jahr 2008 waren es 24078.” Schätzungsweise seien dabei pro Jahr etwa 540.000 Euro Einnahmen erzielt worden - wohlgemerkt nur an den „Starenkästen”.

Polizeisprecher Michael Houba wertet steigende Zahlen als Erfolg für die Überwachungskräfte und als Gewinn für die Verkehrssicherheit in Aachen. Ein Allheilmittel sei sie trotz steigender Verwarnungs- und Bußgelder allerdings nicht: „Ich befürchte, dass unbelehrbare Raser trotz der deutlich intensiveren Tempoüberwachung auch künftig zu viel Gas geben.”
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