Andreas Bourani Freisteller

Noch immer so motiviert wie 1830

Von: Robert Flader
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Vor der neu errichteten Werkhalle in Oberforstbach: von links Harald Breme, Johannes Ohlinger, Steffen Walpert (Vorstand), Peter Koschel (Aufsichtsratsvorsitzender), Ralf Marbaise (Betriebsratsvorsitzender). Foto: Andreas Steindl

Aachen. Im Grunde gibt es für Schumag in diesen Tagen nicht nur zwei, sondern gleich drei gute Gründe zu feiern. Der Reihe nach: zum einen natürlich das 180-jährige Bestehen des in Schleckheim beheimateten Traditionsunternehmens.

Außerdem die neue Produktionshalle, die als insgesamt dritte Fertigungsstätte neue Präzisionstechniken auf den Markt bringen soll, ist am Wochenende ganz offiziell eingeweiht worden.

Doch das, was Steffen Walpert das größte Lächeln ins Gesicht zaubert ist etwas anderes: „Es ist noch nicht lange her, dass wir Umsatzeinbrüche um bis zu 50 Prozent verkraften, Leiharbeiter einstellen und Sozialpläne aufstellen mussten”, blickt der Vorstandsvorsitzende in die jüngste unschöne Vergangenheit, die als Folge der weltweiten Wirtschaftskrise auch vor den Werkstoren im Aachener Süden nicht Halt machte. Aber: „Jetzt sind wir wieder auf dem Weg nach oben.”

Diesem Weg dienlich soll zu einem guten Teil auch die neue Werkshalle sein, „die ist ein ganz klares Bekenntnis zum Standort Aachen”, betont Walpert. „Johannes Ohlinger-Halle” heißt sie und geht damit auf den langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden zurück, der den Bau maßgeblich vorangebracht habe. Auf rund 5000 Quadratmetern soll der Maschinenbau ausgeweitet und zudem in die Produktion von erneuerbaren Energien investiert werden. „Es geht um die Internationalisierung der Märkte”, sagt Steffen Walpert und betont: „Vom Standort Aachen aus. Das hier ist unser Zuhause.” 1830 als Nadelmanufaktur gegründet, erfolgte die Grundsteinlegung des Schleckheimer Werks im Mai 1960.

Bislang exportiert das börsennotierte Unternehmen seine Präzisionsprodukte in rund 20 Länder weltweit. Neue Marktsegmente sollen dabei helfen, den knapp 600 Mitarbeitern dauerhaft eine Perspektive zu geben. Und da stehen die erneuerbaren Energien ganz oben auf der Unternehmensliste. So wird etwa in Schleckheim bereits eifrig mit Solartechnik gearbeitet, ein von Schumag hergestellter Wechselrichter wandelt Gleichstrom in Wechselstrom um. „Damit können wir einen weiteren Schritt nach vorne machen”, ist Walpert sicher.

Doch bei aller guten Laune vergisst der Vorstandsvorsitzende nicht, „dass wir in den letzten Jahren als wichtiger Wirtschaftsstandort in Aachen nicht die Unterstützung bekommen haben, die wir uns gewünscht haben”, sagt er in Richtung Politik und fordert ein grundsätzliches Umdenken.

Denn weder die beiden Weltkriege noch die Weltwirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre hätten Schumag so hart getroffen wie die letzten Jahre. Walpert: „Die Belastung war enorm. Aber wir sind immer noch genauso motiviert wie am Anfang und wollen möglichst noch weitere 180 Jahre gute Arbeit leisten.” Damit es in Zukunft weiterhin gute Gründe gibt, zu feiern.
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