Noch ein paar Asse im Ärmel

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
6022018.jpg
Wellen der Begeisterung im Kurpark: Die Stimmung ist naturgemäß prächtig, als der TK Kurhaus am Sonntag gegen den Rochusclub Düsseldorf die Deutsche Meisterschaft sichert. Der Tennis-Bundesligist wird dabei von rund 2000 Zuschauern unterstützt. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Auf einen Schlag war Jubel. Natürlich. Es ist die dritte Deutsche Meisterschaft in Folge, die der TK Kurhaus nach dem 4:2 gegen den Rochusclub Düsseldorf feiert. Die fünfte insgesamt. Und jede einzelne war und ist ein Erlebnis. Nachdem die sprichwörtliche Musik auf den Tennisplätzen spielte, wird die Terrasse des Klubhauses zur Disco. Das klingt nicht nur nach rauschender Meisterfeier.

Während zuvor rund 2000 Tennisfans die bisweilen hochspannenden Matches verfolgen, sieht Kurhaus-Vorsitzender Markus Winkler von der Klubshaus-Terrasse die bemerkenswerte Entwicklung seines Vereins in den letzten Jahren. „Es ist schön, dies so zu erleben – und damit meine ich nicht nur die Bundesliga sondern den ganzen Verein. Ich genieße das total“, sagt er.

Viele gute Gründe

Dass dem TK Kurhaus nun drei Mal in Folge der ganz große Wurf in der Tennis-Bundesliga gelang, hat viele gute Gründe. Winkler nennt Trainer Carsten Arriens, Teammanager Alexander Legdings und den Zusammenhalt der Spieler, die sich größtenteils aus der deutschen Davis-Cup-Mannschaft kennen. Aachen hat sich zu ihrer sportlichen Heimat entwickelt, zum Saisonfinale sind sie mit Frauen und Kindern angereist. Die meisten Zeit des Jahres – wenn sie von Turnier zu Turnier reisen – sind sie mit sich und ihrem Koffer alleine. Im Kurpark packen die Familien die Sonnencremé aus und feuern mit den Zuschauern ihre Asse an.

Dicht gedrängt sitzen die Zuschauer auf den Betonstufen und stehen an den Zäunen. Da sieht Markus Winkler Spielraum. Der Vorsitzende lässt sich vom Pokal, den der Deutsche Meister in Händen halten darf, nicht blenden: Es gibt ein paar Punkte, bei denen Winkler mit seinem Vorstand unabhängig von den Matches Verbesserungspotenzial sieht. „Mehr Reitturnier als Pfarrfest“, formuliert es der Vorsitzende. Nicht nur der Toilettenwagen erinnert noch an Letzteres.

So sollen im nächsten Jahr auf Platz 2 – oberhalb des Center Courts –, auf dem nun der Bierwagen steht, Zelte montiert werden, die sich zu einem VIP-Bereich zusammensetzen. „Wir möchten die Tennis-Bundesliga auch zu einem Treffpunkt für Aachener Unternehmer machen. Das hat Potenzial, da geht noch mehr“, erklärt Winkler. „Es ist nun unsere Aufgabe, diese Leute hierhin zu bewegen, sie diese ungezwungene Atmosphäre und die familiäre Stimmung erleben zu lassen.“ Der Verein hat da durchaus ein paar Asse im Ärmel.

Auf der buchstäblich anderen Seite des Weges, der zwischen den Courts entlangführt, denkt Winkler wiederum an eine weitere Tribüne. Bislang kann das Geschehen auf Platz 5 – am Sonntag etwa Simon Greuls herausragender Champions-Tie-Break gegen Jesse Huta Galung – nur von einer langen und einer kurzen Seite des Feldes verfolgt werden, während Platz 4 daneben ungenutzt in der Sonne liegt.

Minigolf mit den Stars

Winkler strahlt, wenn er von der Zukunft des TK Kurhaus berichtet. „Diese Bundesliga-Heimspiele sind jetzt schon ein Tennisfest. Die Identifikation unserer Mitglieder ist unglaublich“, sagt der Vorsitzende. Vor allem die vielen Kinder und Jugendlichen stehen total auf die Bundesliga, während sie über die Anlage flitzen – etwa als eines der 30 Ballkinder (aus allen Aachener Tennisvereinen). „Das ist deren Straße, hier sind sie mit ihren Freunden unterwegs“, erzählt Winkler. Ein paar dieser Freunde zählen dabei zu den hundert besten Tennisspielern der Welt: „Unsere Bundesligaspieler kennen fast jedes Ballkind mit Namen. Sie spielen zusammen Fußball oder Minigolf, auf der Rückfahrt aus Halle haben Spieler für die Kinder, die sie angefeuert haben, Eis geholt. Das ist bestimmt nicht selbstverständlich.“

Erfolgreich läuft die Jugendarbeit des TK Kurhaus aber auch auf dem Platz: Knaben, Mädchen und Junioren haben es geschafft, sich in der Verbandsliga zu etablieren. Das war das Ziel des Klubs für den Nachwuchs. Es wurde erfüllt. Ebenso jenes, mit den Bundesliga-Assen wieder Deutscher Meister zu werden. Und das haben Groß und Klein gemeinsam bejubelt. Natürlich.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert