Nobler Gast logiert im Kaminzimmer

Von: Christoph Hahn
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Ein Hans von Aachen hängt jetzt im Suermondt-Ludwig-Museum: Georg Goefller, Dr. Martin Hoernes, Professor Irene Ludwig und Museumsdirektor Peter van den Brink freuen sich über das Porträt des Goldschmieds Jacques Billvert aus dem Jahre 1586. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Ein nobler Gast ist in das Suermondt-Ludwig-Museum eingezogen - ein Gast, der sich in den Schauräumen auf Dauer einrichten will. Doch dieser Gast ist nicht von dieser Welt, zumindest nicht ganz.

Denn es geht um ein Kunstwerk, eines von hohem Wert. Zusammen mit einem Netzwerk finanzstarker Partner - darunter die Kulturstiftung der Länder, die Peter-und-Irene-Ludwig-Stiftung, das Land NRW und der Museumsverein Aachen - hat Museumsdirektor Peter van den Brink das 1586 in Florenz von der Hand des Malers Hans von Aachen (1552-1615) geschaffene Porträt des Goldschmieds Jacques Billvert in die Kaiserstadt holen können.

Voller Stolz präsentierte es der Hausherr nun zusammen mit Mäzenin Irene Ludwig, Museumsvereins-Chef Hans-Josef Thouet und etlichen anderen Mitstreitern im Eingangssaal, dem so genannten Kaminzimmer, des Hauses. Dort können die Aachener und ihre Gäste noch zwei Monate lang mit ihrem neuen Schatz Bekanntschaft schließen.

Und damit das Bild des Hofmalers Kaisers Rudolf II. nicht in schlechte Gesellschaft gerät, haben die Museumsleute für eine exquisite Begleitung gesorgt. Fünf Leihgaben aus der Kunsthalle Bremen gehören ebenso zu dieser Eskorte wie ausgewählte Leihgaben aus deutschem und niederländischen Privatbesitz.

Kulturdezernent Wolfgang Rombey ließ es sich nicht nehmen, die auf einer internationalen Auktion zu einem nicht genannten Preis ersteigerte Kostbarkeit in ihrer neuen Heimat willkommen zu heißen - nicht ohne allen denen zu danken, die am Gelingen dieses Unternehmens beteiligt waren. Gleiches tat auch Museumsdirektor van den Brink, der das Wort an Dr. Thomas Fusenig weiter gab.

Fusenig mag als der Experte schlechthin für Hans von Aachens Leben und Werk gelten: Der Wissenschaftler und Kenner bereitet für das kommende Jahr ein umfassende Hans-van-Aachen-Ausstellung vor - natürlich im Suermondt-Ludwig-Museum.

Der Experte, der seine Einschätzung des prominenten Einkaufs ohne Umschweife formulierte („Dieses Bild ist hier am kulturpolitisch richtigen Platz”), machte seine Zuhörer mit den Stationen im Leben Hans von Aachens bekannt und verriet ihnen auch, woher der Künstler seinen Nachnamen hat - vom Vater nämlich. Der, ein Aachener Kaufmannssohn, hatte sich in Köln angesiedelt und dem Sohn seinen Namen quasi vererbt.

Doch vor allem zollten der Fachmann und sein handverlesenes Publikum dem neuen Bild und seinen Begleitern ihren Respekt. Es ist halt die reine Schönheit der Kunst, die in den kommenden zwei Monaten im Eingangssaal des Suermondt-Ludwig-Museum Akzente setzt.

Aber auch wenn das Entre eines Tages anders besetzt wird, müssen die Besucher die Werke nicht vermissen. Direktor van den Brink freut sich schon jetzt darauf, Leihgaben und neuen Besitz im Rahmen der hauseigenen Sammlung zu zeigen.

Das Suermondt-Ludwig-Museum, Wilhelmstraße 16, 479800, hat zu folgenden Zeiten geöffnet: dienstags bis freitags von 12 bis 18 Uhr (mittwochs bis 20 Uhr) sowie samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Eintritt: 5 für Ermäßigungsberechtigte 2,50 Euro. Ein Familienticket ist für neun Euro zu haben.

Hans von Aachens Porträt des Goldschmieds Jacques Billvert, das von den Aachenern am 3. Dezember 2008 im Londoner Auktionshaus Sotheby´s ersteigert wurde, erhält unter dem Titel „Noble Gäste” Gesellschaft durch ausgewählte Bilder aus der Kunsthalle Bremen, die derzeit umgebaut wird.

Zu sehen sind unter anderem ein „Apostel Paulus” (um 1629) von Rembrandts Weggefährten Jan Lievens, eine opulente „Schlacht zwischen Konstantin und Maxentius” (1613) von Pieter Lastman und „Der heilige Hieronymus in der Wüste” (um 1620) von Hans von Aachens Freund Gaspar Rem.

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