Niederländische Soldaten marschieren in Aachen ein

Von: red/pol
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Aachen. Eine Gruppe dunkler Gestalten am Gemmenicher Weg in der Nähe der Grenze zu den Niederlanden hat jetzt für einen Polizeieinsatz gesorgt. Die Situation löste sich schließlich zur allgemeinen Zufriedenheit auf - obwohl die sechs Verdächtigen sogar bewaffnet zu sein schienen.

Ein Anwohner des Gemmenicher Wegs hatte um 1 Uhr in der Nacht Taschenlampen flackern und mehrere düstere Gestalten gesehen. Im Polizeibericht heißt es: „Bestimmt erinnerte er sich an die vielen Aktionen im Kampf gegen die Wohnungseinbrüche wie zum Beispiel ,Riegel vor' und tat schließlich, wie dabei empfohlen: Er rief die Polizei.“

Die Beamten beobachteten die Verdächtigen zunächst aus der Ferne. Dabei fiel auf, dass diese eine gewisse Zielstrebigkeit bei der Auswahl ihrer Tatobjekte vermissen ließen. „Der Drang, einen Einbruch oder sonst eine Straftat zu begehen, schien nicht sehr ausgeprägt zu sein", sagte Polizeisprecher Paul Kemen. „Natürlich sehr zur Zufriedenheit der Beamten.“

Mit Tarnanzügen hatten sich die Männer fast unsichtbar gemacht. Aber eben nur fast - ihre Stirnlampen hoben diese Tarnung auf. Die sechs Männer trugen zudem Rucksäcke und Helm. „Da wenige Gangster bei ihren Beutezügen diese Kleiderordnung bevorzugen, musste es sich um Soldaten handeln.“ Bewaffnet war der Trupp mit Gewehrattrappen.

Der Situation und der Lage angepasst - „also im klaren Befehlston“ - wurden die Männer aufgefordert, stehen zu bleiben. Sie gehorchten. Entspannung machte sich breit, als die Beamten erfuhren, dass es sich um sechs niederländischen Panzergrenadiere handelte, die im Rahmen einer Marschübung von Eindhoven in Richtung Dreiländereck (Deutschland/Belgien/Niederlande) auf die Reise geschickt worden waren. Zu Fuß, mit Kompass und Landkarte.

Am Gemmenicher Weg hatten sie wohl um Mitternacht die nicht erkennbare Grenze nach Deutschland unbewusst überschritten. Zum unfreiwilligen Irrweg könnte beigetragen haben, dass es wenige Meter jenseits der Landesgrenze, auf Vaalser Gebiet, ebenfalls einen Gemmenicherweg gibt.

Auf deutschem Boden war die Marschgruppe dem aufmerksamen Nachbarn aufgefallen. Im Polizeibericht heißt es abschließend: „Da die grenznachbarschaftlichen Beziehungen in diesem Teil der Republik sehr eng sind, geleitete man die jungen Soldaten bis in die Niederlande.“

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