Richterich - Niederländer überfahren alle Bedenken

Niederländer überfahren alle Bedenken

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
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Drei Varianten: Wenn es jemals eine B 258 n geben sollte, dann muss zwischen einer dieser Trassen entschieden werden. Der Bau des Buitenrings geht von einer solchen Straße aus, erst recht, weil die niederländische Umgehung in einem Kreisverkehr an der Autobahn N 281 entdet, der nur mir B 258 n funktioniert

Richterich. Dieser Ring ist keine runde Sache. Das finden jedenfalls die Grünen-Politiker Elisabeth Paul und Roland Jahn und mit ihnen Vertreter aus allen Aachener Ratsfraktionen.

Das interessiert auf der anderen Seite der Grenze offensichtlich nicht, denn die Parkstad Limburg treibt ihre Umgehungsstraße „Buitenring” trotz aller deutscher Bedenken mit Vollgas voran. Und zwar so, dass der vierspurige Ring einen Anschluss nach Deutschland erfordert - und zwar über die Bundestraße 258 n.

Die gilt in Aachen längst als verzichtbar. Die Einschnitte sind nicht nur für die Grünen allzu gravierend. Der Umweltschutz für das Heydener Ländchen, kaum nachvollziehbare Verkehrsprognosen, davonrasende Kosten (ursprünglich rund 6, mittlerweile 30 Millionen Euro) und baurechtliche Bedenken (der Bereich ist als Ausgleichsfläche für das Gewerbegebiet Avantis ausgewiesen) - alles spricht gegen die B 258 n. „Die wird nicht kommen”, sagt denn auch Roland Jahn, Vorsitzender des Mobilitätsausschusses der Stadt Aachen. „Diese Straße wird keine Entlastung bringen”, erklärt der verkehrspolitische Sprecher der SPD, Michael Servos.

Es ist nicht mal geklärt, wie eine solche Straße letztlich verlaufen würde - ob etwa links oder rechts der Horbacher Straße. Sie würde aber allemal einschneidend für Horbach, Richterich und Vetschau verlaufen. Von Entlastung ist auf deutscher Seite nur aus Herzogenrath zu hören. Doch auch hier gibt es mittlerweile Gutachten, die die erhoffte verringerung der Ortsdurchfahrten widerlegen. Allein das Bundesverkehrsministerium hält die Planung für wichtig. Seit 2003 steht sie im sogenannten Bundesverkehrswegeplan.

Rot-Grün im Land bremst

Eine Bürgerinitiative kämpft seit 2006 gegen den Bau und darf sich nun Hoffnung machen, erfolgreich zu sein. Denn die rot-grüne Landesregierung will zumindest dafür sorgen, dass die Planung auf Jahre vertagt wird. Sie hat in ihrem Koalitionsvertrag in Sachen Straßenbau laufenden Bauarbeiten und Planungen Vorfahrt erteilt. Und alle Neuplanungen zwecks Einsparung ausgebremst. Also auch die B 258 n.

All das ist bei Parkstad Limburg egal. „Wenn man eine gute Nachbarschaft pflegen will, darf man unsere Diskussion nicht ignorieren. Aber sie geht zum einen Ohr rein und zum anderen Ohr raus. Das ist kein guter Stil”, kommentiert Servos. „Liebe Niederländer, natürlich könnt ihr eure Straßen planen - aber ohne unsere B 258 n”, sagt Jahn. Und Elisabeth Paul, Fraktionssprecherin der Grünen in der Städteregion, fügt hinzu: „Wir wollen Grenzen überwinden, aber das schadet der Zusammenarbeit.”

Noch im März wurden in einer Sitzung des städtischen Mobilitätsausschusses den niederländischen Planern die Aachener Argumente mit auf den Weg gegeben. Vor allem der Anschluss des 23 Kilometer langen Buitenrings, der Kerkrade, Heerlen, Brunssum, Landgraf und Hoensbroek entlasten soll, über einen Kreisverkehr an der Autobahn ärgert die Aachener Politiker. Sie ordnen den Kreisverkehr als Druckmittel ein. „Der funktioniert doch nur, wenn es auch die B 258 n gibt. Sonst sind dort Dauerstaus programmiert”, erklärt Jahn. Und Michael Servos erinnert daran, die niederländischen Verkehrsexperten um eine alternative Planung mit Ampel gebeten zu haben. Vergebens. „Das ist nicht nachzuvollziehen”, sagt er.

Rein rechtlich sind die Möglichkeiten der Aachener trotz möglicher schriftlicher Einwände in Sachen Buitenring aber begrenzt - wegen der Grenze.
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