Aachen - Nicht nur jetzt geht´s um Flocken

Nicht nur jetzt geht´s um Flocken

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„Jetzt müssen wir die Kuh vom Eis holen”, schwor Bezirksvorsteher Ferdinand Corsten die zahlreichen Gäste in der Welschen Mühle in Haaren auf 2010 ein. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Von Laurensberg bis Brand, von Eilendorf bis Richterich und von Kornelimünster-Walheim bis Haaren: Sonntag war der Tag der Neujahrsempfänge in den Stadtbezirken. Für die AZ waren Günther Sander, Robert Flader, Rauke Xenia Bornefeld und Christoph Classen dort zu Gast und berichten.

Laurensberg: Zwei Dinge standen für den neuen Bezirksvorsteher von Laurensberg, Dr. Michael Pauly (CDU), 2009 im Mittelpunkt: Finanzkrise und Superwahljahr, wie er beim Neujahrsempfang im Schützenheim zum Ausdruck brachte. „Beides macht und machte sich auch bei uns bemerkbar. Wahlplakate, Wahlstände bestimmten das Straßenbild.”

Vieles sei begonnen, weitergeführt oder erfolgreich beendet worden. Der Campus Melaten habe für reichlich Gesprächsstoff gesorgt und werde es weiter tun. Pauly vergaß auch das Sandhäuschen nicht. Jetzt müsse eine sinnvolle und vertretbare Planung her. Die Absage der Internationalen Gartenausstellung 2017 habe deutliche Spuren in der Soers verhindert. Auch werde es kein vorzeitiges Aufrüsten des Windparks in Vetschau geben.

„Zu den Herausforderungen 2010 gehört, neben dem Verkehr, die angespannte Haushaltslage der Stadt”, so Pauly. Das neue Jahr werde eine Vielzahl von Themen, Fragen und Herausforderungen bringen. Pauly: „Gemeinsam können wir es schaffen.” Er appellierte: „Arbeiten Sie auch weiterhin mit. Bringen Sie sich mit ein. Gerade heute.” Das Schulorchester des Anne-Frank-Gymnasiums unterhielt die Gäste musikalisch.

Haaren/Verlautenheide: In der Welschen Mühle bedankte sich Bezirksvorsteher Ferdinand Corsten, beim Neujahrsempfang des Bezirks Haaren/Verlautenheide bei den Vertretern der Vereine, Verbände und Institutionen: „Sie sind wichtige Glieder der Gesellschaft, Sie arbeiten direkt an der Basis.”

Die größten Aufgaben im neuen Jahr stünden mit der Neugestaltung der Haarener Mitte und der Erweiterung der „ökologischen Offensive” am Haarberg Richtung Verlautenheide an. Corsten schwor die Anwesenden zudem auf schwierige Zeiten ein. Nachdem man sich im vergangenen Jahr nach den Wahlen zunächst einmal „beschnuppern” musste, „müssen wir nun entscheiden, wie wir die Kuh vom Eis holen”. Dabei ließ Corsten keine Träumereien zu: „Die Kassen sind und bleiben leer. Wir müssen wieder mehr über Eigeninitiative nachdenken. Es liegt bei uns selbst.”

Richterich: Projekte, die 2009 anstanden, hob Marlis Köhne (CDU), Bezirksvorsteherin von Richterich, im Schloss Schönau besonders hervor. „Es waren Projekte, geprägt durch ein gutes und erfolgreiches Zusammenspiel von Politik, Verwaltung und bürgerlichem Engagement”, sagte sie.

Endlich sei die Peter-Schwarzenberg-Halle um ein Foyer erweitert worden. Die gelungene Eingangshalle könne nun auch als Veranstaltungsraum genutzt werden. „Als Geld fehlte, haben engagierte Bürger Eigenleistungen erbracht.”, betonte sie. Köhne dankte ihrem Vorgänger, Manfred Kuckelkorn (SPD) und allen Helfern. Lob zollte sie dem Arbeitskreis „Altenarbeit”, der am Modellprojekt des Landes NRW „Aktiv im Alter - wie wollen wir morgen leben” teilgenommen habe.

Jetzt gehe es um das neue Haus für Kinder und Jugendliche. Dr. Norbert Becker vom Trägerverein Jugend in Aachen-Nordwest hofft auf baldigen Baubeginn. Musikalisch umrahmten Peter Grauer, der Instrumentalverein und die Horbacher „Meistersinger” den Empfang.

Kornelimünster/Walheim: Während in Kornelimünster vor dem Fenster die Flocken tanzten, rief Eberhard Büchel drinnen in Erinnerung, dass ebendiese im laufenden Jahr Mangelware bleiben dürften. Zumindest im städtischen Etat. Und um das 60-Millionen-Euro-Loch kam der Bezirksvorsteher von Kornelimünster/Walheim während seiner Rede im Inda-Gymnasium nicht herum. Dabei beinhalte der Haushalt nicht mal „Schicki-Micki-Ausgaben”.

Dennoch müsse jetzt jeder einzelne Posten auf den Prüfstand. Was im Ergebnis als Sparpotenzial herauskomme, sei aber nicht mehr „als ein Tropfen auf den heißen Stein”, sagte der Bezirksvorsteher. Er appellierte eindringlich an Bund und Länder, „die Kommunen finanziell nicht ausbluten zu lassen”.

Die eigenen Mittel sieht der CDU-Mann übrigens gut angelegt. Im letzten Jahr förderte die Bezirksvertretung die örtlichen Vereine mit 13000 und die Umwandlung des Asche- in einen Kunstrasenplatz in Lischtenbusch mit 25000 Euro. Wegweisend nannte Büchel den Beschluss, die Katholische Grundschule in Kornelimünster zu sanieren.

Eilendorf: Auch wenn ihre Stimme zeitweilig zu versagen drohte, so ließ es sich die neue Bezirksvorsteherin von Eilendorf, Elke Eschweiler (CDU) nicht nehmen, deutliche Ziele für das noch junge Jahr zu formulieren: „Wir wollen und müssen gemeinsam raus aus der Krise”, sagte sie. „Von uns wird schließlich erwartet, dass wir parteiübergreifend nach Lösungen suchen.”

Die Wirtschaftskrise sei auch in den Bezirken das beherrschende Thema. Dabei soll nach dem Willen der Christdemokratin nicht nur die Arbeit zwischen den Bezirksvertretern „über alle Parteigrenzen hinweg” intensiviert werden, sondern auch selbige zwischen Anwohnern und den Lokal-Politikern. So wird es in den Sitzungen der Bezirksvertretung künftig längere Bürgerfragestunden geben.

Eschweiler appellierte an OB Marcel Philipp, „uns finanziell auch weiterhin unter die Arme zu greifen”. Ein wesentliches verkehrspolitisches Projekt Eilendorfs sei die Wiederanbidung des Eilendorfer Bahnhofs an den Verkehr des Regionalexpresses, „um wieder eine direkte Zugverbindung nach Aachen zu haben”, so Eschweiler. Dafür seien rund 1000 Fahrgäste täglich nötig.

Brand: Um die aktuelle Situation „seines” Brander Bezirks zu veranschaulichen, bemühte sich Herbert Henn um einen Vergleich aus dem Jahre 1928. „Auch damals war etwa die Trierer Straße ein richtiges Sorgenkind und für Fußgänger nur schwer zu überqueren”, so der langjährige Bezirksvorsteher. „Genau wie heute zeigten sich die Auswirkungen der Wirtschaftskrise bis in die einzelnen Stadtbezirke.”

Baustellen und Krisen: Wie sich die Zeiten auch nach 80 Jahren gleichen. Doch Henn lebt nicht ausschließlich in der Vergangenheit und freut sich deshalb auf den Spätsommer 2010, „wenn die Großbaustelle Trierer Straße endlich hinter uns liegt”. Momentan steht zu Teilen bereits die Möblierung der Brander „Lebensader” an, Ende des Jahres ziehen die Bagger ein paar Meter weiter, Richtung Marktplatz.

Das nächste wichtige Bauvorhaben soll die Verweilqualität in Brand entscheidend erhöhen und das Gesamtbild abrunden. Auch die Erschließung von Camp Pirotte stehe auf dem Plan für dieses Jahr.
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