Nicht mehr als ein kleiner Pieks

Von: Sarah Buric
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Im Weißen Saal des Rathauses sind die Helfer für ihre große Spendenbereitschaft geehrt worden. Die Zahl der jeweiligen Blutspenden liegt bei 25, 50, 75, 100, 125 und sogar 150. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Bis zu 150 Mal auf dem Entnahmebett gelegen: 17 Blutspender sind im Weißen Saal des Rathauses geehrt worden. Bürgermeisterin Dr. Margrethe Schmeer erinnerte an die Notwenigkeit des Blutspendens und beschrieb sie als „kleine Geste“, die Menschenleben retten kann. Ohne die Blutspender wären wir „ein gutes Stück ärmer“, so Schmeer.

Folgen des Organspendeskandals

Annemarie Call fing vor 55 Jahren an, das Deutsche Rote Kreuz zu unterstützen und macht das bis heute sehr regelmäßig – insgesamt kommt sie auf 150 Blutspenden. „Das war früher so, bei uns in der Eifel. Wenn der Blutspendedienst kam, ist man hingegangen.“ Heinz Kapschak, stellvertretender Pressesprecher des DRK-Blutspendedienstes West war von Annemarie Call sichtlich begeistert: „Ich bin total beeindruckt. Dass ist auch für mich nicht alltäglich.“

Leider scheint aber nicht jeder im Land diese Geste als Selbstverständlichkeit zu sehen, denn „die Spendenbereitschaft in Deutschland ist dramatisch runtergegangen”, so Dr. Norbert Gerich-Düsseldorf, Kardiologe und 2. Vorstand vom DRK Aachen. Da Blutspende mit einer Organspende gleichzusetzen sei, gebe es seit dem großen Organspendeskandal von 2012 viele Menschen, die misstrauisch geworden sind. In den Bereichen Köln und Düsseldorf ist die Zahl der Helfer im Vergleich zu den Vorjahren um 13 000 gesunken.

Iris Seify, ehrenamtliche Betreuerinnen der Blutspender in Aachen, erklärte, dass Blutspender umfassend betreut werden. Ein Gespräch mit einem Arzt sei Pflicht. Er entscheidet, ob man gesundheitlich in der Lage ist, Blut zu spenden. Bei zu hohem oder zu niedrigem Blutdruck oder bei schlechten Eisenwerten muss der potenzielle Blutspender auf den nächsten Termin vertröstet werden. Sind alle Werte in Ordnung, erfolgt die Blutspende – „ein kleiner Pieks durch eine erfahrene Krankenschwester“, wie es auf der Internetseite des DRKs heißt.

Nach der Entnahme hat Iris Seify die Spender genau im Blick, denn für sie heißt nun Ausruhen und einen Imbiss zu sich nehmen, damit sich der Kreislauf stabilisieren kann. Seify sagte, dass vor allem Neulinge „oft aufgeregt“ sind, gesundheitliche Probleme seien aber die Ausnahme. „In der Regel geht’s ihnen gut.“

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