Nicht mal jeder zehnte Autofahrer ist zu schnell

Von: Robert Esser
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Radarfalle: Während die stati
Radarfalle: Während die stationären Anlagen immer weniger Verkehrssünder „blitzen”, erhöhen die mobilen Teams des Ordnungsamts erfolgreich den Überwachungsdruck am Straßenrand. Foto: Imago

Aachen. Keine Wegelagerei, kaum Raser. Das ist der Tenor der Stadt, nachdem man sich die Ergebnisse der mobilen Verkehrsüberwachung genauer angeschaut hat.

Und dies kann jeder Bürger ab sofort unter http://www.aachen.de/geschwindigkeitskontrollen nachvollziehen.

An fast 100 Stellen haben die Teams des Ordnungsamtes in den vergangenen sieben Wochen die Tempolimits auf Aachener Straßen überwacht. Von über 30.000 gemessenen Fahrzeugen war nicht einmal jedes zehnte zu schnell. Nur 0,6 Prozent der „Raser” waren mehr als 20 Stundenkilometer schneller als erlaubt.

„Es geht nicht um Abzocke, sondern darum, dass wir an genau definierten Brennpunkten kontrollieren, um die Verkehrssicherheit weiter zu erhöhen”, stellte Ordnungsdezernentin Annekathrin Grehling klar.

Dabei ist die Unfallbilanz 2010 laut Polizei eh schon besser denn je ausgefallen. Man zählte 10.283 Unfälle (2009: 10.578), davon 816 mit Verletzten (1042). An den neun stationären Radarfallen registrierte die Stadt 2010 nur noch 20 030 Verstöße (2009: 25.764). Das sind 25 Prozent weniger als im Vorjahr.

Aber die Masse der mobilen Messungen gleicht dieses „Defizit” aus: 2009 stellte man 19 027 Geschwindigkeitsüberschreitungen fest, 2010 waren es 23 715. Messorte seien in der Regel Schulwege, Kindergärten, Altenheime, Hauptverkehrsachsen und „sich andeutende Unfallhäufungspunkte”, hieß es - alles in Abstimmung mit der Polizei.

„Wir haben sehr enge gesetzliche Vorgaben und dürfen keinesfalls überall messen, wo wir wollen. Wir suchen also keine Messstellen danach aus, ob wir dort am meisten einnehmen”, betonte Ordnungsamtschef Detlef Fröhlke.

Trotzdem ist der Messmarathon durchaus lukrativ für die Stadt. 2009 lag das „Einspielergebnis” nach Angaben des Teamleiters „Bußgelder fließender Verkehr”, Günter Taraschewski, bei 2,1 Millionen Euro. Vergangenes Jahr erzielte man 400.000 Euro mehr - was aber auch auf Tariferhöhungen im Verwarnungs- und Bußgeldkatalog zurückzuführen ist.

Von den fast 30.500 Fahrzeugen, die zwischen 14. Februar und 3. April an den zwei Messfahrzeugen des Ordnungsamtes vorbeirollten, waren rund 2700 zu schnell. Oft aber nur wenige Stundenkilometer.

Nur etwa 180 Autofahrer waren mehr als 20 Stundenkilometer zu schnell. Sie landeten damit im Bußgeldbereich und mussten mit mindestens einem Punkt im Flensburger Zentralregister für Verkehrssünder rechnen.

Besonders häufig waren die Teams an Trierer Straße, Vaalser Straße, Lütticher Straße und Eupener Straße präsent. „Wenn Bürger das Gefühl haben, dass an bestimmten Stellen regelmäßig zu schnell gefahren wird, sollte man das dem Fachbereich Sicherheit und Ordnung mitteilen”, sagte Grehling.

Das Kontrollteam werde dann dort aktiv - und die Ergebnisse kurze darauf im Internet veröffentlichen. „So schaffen wir größtmögliche Transparenz.”

Nicht veröffentlicht werden allerdings die „Einspielergebnisse” der neun stationären Geschwindigkeitsmessanlagen, die wechselweise mit vier Kameras bestückt werden.

Hinzu kommen zwei Rotlichtüberwachungskameras. Aufzuschlüsseln, wie viele Autofahrer wo von stationären Anlagen geblitzt werden, sei noch zu aufwändig, teilte die Stadt mit.
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