Nicht alle Schulen werden überleben

Von: Thorsten Karbach
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Aachen. Aachen hat zu wenig Schüler - und damit zu viele Schulen. Diese Erkenntnis ist nicht neu, angesichts rückläufiger Schülerzahlen.

Aber die Zahlen sind schneller als erwartet - das wurde in der letzten Sitzung des Schulausschusses deutlich - Besorgnis erregend für einzelne Schulen. Deswegen haben CDU und Grüne nun einen Antrag formuliert, der die Verwaltung auffordert, die Schulstruktur zu überarbeiten. Mit anderen Worten: Bis Oktober müsse geklärt werden, welche Aachener Schulen Zukunft haben und welche nicht. Es müsse, so will es die Ratsmehrheit, eine Reduzierung der Standorte in der Sekundarstufe I geben.

Das Wort Schließungen wird dabei natürlich vermieden. Vielmehr ist von der Konzentrierung von Schulstandorten und der Bildung von Schulverbünden die Rede. Und das Thema einer vierten Gesamtschule wird gleichzeitig wieder ins Blickfeld gerückt. Die soll als Option wieder in die Planung miteinbezogen werden. Zur Erinnerung: Während die Gesamt-Schülerzahl um 169 gesunken ist, müssen zumindest an der Gesamtschule Brand und an der Maria-Montessori-Gesamtschule viele Kinder abgelehnt werden. Der letzte Vorstoß für eine vierte Gesamtschule scheiterte an Bezirks- und Landesregierung, die den dafür erforderlichen Ganztagsunterricht nicht genehmigen wollten. Stattdessen wurde dann der Schulverband Aachen-Ost gegründet.

Weil der hoffnungsvoll gestartet ist, könnte dieses Modell in Aachen von Politik und Verwaltung forciert nun Nachahmer finden. „Es wird in Aachen kein Weg daran vorbeiführen, die Zahl der Schulstandorte insgesamt zu reduzieren, um zu einer gesicherten Mehrzügigkeit zu kommen. Dazu sind verschiedene Modelle möglich, angefangen vom Zusammenschluss von Hauptschulen oder dem Zusammenschluss von Haupt- und Realschulen”, heißt es in dem Antrag, unterschrieben von CDU-Fraktionsvorsitzender Harald Baal und Grünen Fraktionssprecher Michael Rau. Auch die Umwidmung eines Gymnasiums oder einer Realschule zu einer Gesamtschule müsse geprüft werden.

Die Schulen werden nun gebeten, bis Ende Mai eine Stellungnahme zu möglichen Zusammenschlüssen, Kooperationen oder auch Übernahmen von anderen Schulen abzugeben. Außerdem sollen Schüler, Eltern und Lehrer beteiligt werden.
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