Neustart am Büchel: Filetstück wird mundgerecht zerteilt

Von: Matthias Hinrichs
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Aachen. Einen Steinwurf entfernt vom Rathaus soll das derzeit ambitionierteste städtebauliche Projekt langsam, aber sicher Fahrt aufnehmen – auch wenn die Pfade zur Realisierung des viel diskutierten Altstadtquartiers Büchel noch denkbar lang sind.

Dennoch: Entscheidende politische Pflöcke auf dem Weg zur Neugestaltung des Areals im Herzen der City hat der Planungsausschuss des Rates am Donnerstagabend gesetzt. Salopp könnte man das nunmehr beschlossene weitere Prozedere im Kern so beschreiben: Das vielzitierte Filetstück zwischen Markt und Mefferdatisstraße wird zunächst quasi mundgerecht zerlegt – freilich vor allem mit dem Ziel, dass das große Ganze dabei nicht aus dem Blick gerät.

Einhellig, mit spürbarer Erleichterung und Anerkennung gaben die Fraktionen diesem von der Verwaltung vorgeschlagenen Verfahren zur „Qualitätssicherung“ der Bebauung den politischen Segen. „Das ist genau das, was wir uns vorgestellt haben“, brachte es Michael Rau, Ratsherr der Grünen, auf den Punkt. „Es war richtig, dass hier noch einmal auf den Reset-Knopf gedrückt worden ist.“ Neue Verträge mit den maßgeblichen Investoren Norbert Hermanns und Gerd Sauren sollen in Kürze abgeschlossen werden. Denn im vergangenen Sommer hatte der Ausschuss sein Veto gegen den ersten Entwurf der Planer eingelegt – das Papier weiche allzu sehr von den Vorgaben des im ersten Wettbewerb um den Masterplan favorisierten Architekturbüros Chapman Taylor ab.

Weitere Wettbewerbe zu Konkretisierung sollen nun also folgen. Unabhängig davon soll zunächst aber ein Konzept zur Errichtung eines zentralen Bordells erarbeitet werden, um Teile der jetzigen Rotlichtmeile in die neue Planung einbinden zu können. Im ersten Schritt zur weiteren Entwicklung des Quartiers wird sodann das Areal rund ums abrissreife Parkhaus Büchel ins Auge gefasst. Der erste Hochbauwettbewerb, an dem ein rundes Dutzend Architekturbüros beteiligt werden, kann somit jetzt von den Investoren ausgelobt werden. Er soll in der zweiten Jahreshälfte starten.

50 000 Euro sind dazu bei der Kämmerei veranschlagt, als Ausrichterin soll die Stadt nämlich in jedem Fall im Boot bleiben. Nächstes Jahr soll das Rennen um die besten Beiträge zur Bebauung des „Südostblocks“ im Bereich Mefferdatisstraße sowie des „Nordwestblocks“ zur Kleinkölnstraße hin eröffnet werden.

Maßgeblich bleibt dabei in jedem Fall der im Vorentwurf von Chapman Taylor formulierte Anspruch, die Höhen der einzelnen Gebäude der vorhandenen Bebauung im Umfeld anzupassen. Leichte Abweichungen um bis zu 1,50 Meter sollen möglich sein, sofern das durchschnittliche Dachniveau von 13,50 bis 16,45 Meter gewahrt bleibt. Zudem soll das Quartier durch hinreichend Freiraum und Grün aufgelockert, den gewachsenen „Blickbeziehungen“ Rechnung getragen werden.

Das gilt im Übrigen auch fürs „Sträßchen“, dessen historischer Verlauf trotz der Abkopplung des reduzierten Rotlichtbezirks erhalten bleiben soll. Wie dies konkret umgesetzt werden kann, ist noch nicht klar – noch eine Herausforderung, diesmal vor allem für Künstler und Designer, die ebenfalls in die Gestaltungswettbewerbe eingebunden werden.

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