Neun Erzieherinnen kümmern sich um hochbegabte Vorschulkinder

Von: ju
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Aachen. „Papa, wenn die Sonne 6000 Grad heiß ist, wie kann man dann die Temperatur messen, wenn da alles schmilzt?” Wenn ein Fünfjähriger solche oder ähnliche außergewöhnliche Fragen stellt, kann das auf eine Hochbegabung hinweisen.

Dies bereits im Vorschulalter zu erkennen und zu fördern ist jedoch Sache von Experten. Neun Aachener Erzieherinnen sind jetzt Fachkräfte auf dem Gebiet. Sie haben sich beim Bonner Institut zur Förderung hochbegabter Vorschulkinder (IHVO) weitergebildet und ihr Zertifikat erhalten. Nun werden sie weiter an Aachener Kitas arbeiten und ihre Kollegen bei der Begabten-förderung unterstützen.

IHVO-Leiterin Hanna Vock will die Hochbegabtenförderung aber nicht als reine Elitenbildung missverstanden wissen: „Es geht nicht darum, Leistungen zu züchten, sondern darum, die Bedürfnisse dieser Kinder zu befriedigen und sie zu fördern.”

Hochbegabte seien sich ihrer eigenen besonderen Ausprägung oft schon früh bewusst. „Die Kinder merken, dass sie anders denken und sprechen und andere Interessen haben. Sie können sich diese Tatsache aber nicht erklären”, beschreibt Vock die vorschulische Entwicklung. „Ein Kind, das mit fünf Jahren zu Hause schon Schach spielt, hat keinen Spaß an einfach strukturierten Spielen.” In solchen Fällen sei eine entsprechende Förderung dringend notwendig.

Die Anzahl von Hochbegabten in der Bevölkerung ist allerdings nicht hoch - etwa zwei bis drei Prozent eines Jahrgangs. Intelligenztests sind dabei keine sicheren Beweise für Hochbegabung, denn sie erfassen längst nicht das gesamte geistige Spektrum. Des-halb ist es wichtig, dass Fachpädagogen an anderen Indikatoren Hochbegabung erkennen und diese dann entsprechend fördern.

Stiftungen der Sparkasse und das Jugendförderungswerk haben die zwei Jahre berufsbegleitender Weiterbildung für die Erzieherinnen bezahlt. Im Rahmen des Projekts „Aachener Modell” zur Hochbegabten-Förderung will die Bürgerstiftung für die Region Aachen damit Kinder in Vor- und Grundschule fördern. Bereits vor sechs Jahren wurde das Projekt ins Leben gerufen.
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