Neues Wohnen über der Barbarossamauer

Von: Matthias Hinrichs
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Städtebauliches Mauerblümche
Städtebauliches Mauerblümchen auf Abruf: Die große Baulücke am Karlsgraben soll bald Geschichte sein. Zwischen Johanniter- und Jakobstraße werden rund 50 neue Wohnungen und eine Tiefgarage gebaut (kleines Bild). Foto: Andreas Steindl/Animation: Büro Virtuellformat Foto: Andreas Steindl/Animation: Büro Virtuellformat

Aachen. Während auf dem Karlsgraben selbst die Tiefbauarbeiten noch schwer im Gange sind, reift hinter dem großen eisernen Tor gegenüber der Einmündung Kuckhoffstraße die Vision zur Schaffung von rund 50 neuen Wohnungen.

Eine der letzten geräumigen Brachen im Herzen der City soll voraussichtlich bis Ende kommenden Jahres geschlossen werden. „Graben 12” haben die Verantwortlichen das geplante Ensemble aus drei Mehrfamilienhäusern inklusive kleiner Geschäftszeile und Tiefgarage für 50 Stellplätze getauft.

Keine großen Funde zu erwarten

Vor einem guten halben Jahr hat die „nesseler projektidee gmbh” das 3555 Quadratmeter umfassende Areal im Geviert zwischen Johanniterstraße und Jakobstraße von einer privaten Eigentümergemeinschaft erworben. Zurzeit sind Experten des Brühler Grabungsspezialisten „archaeologie.de” damit beschäftigt, das Gelände bis in drei Meter Tiefe auf mögliche historische Bodenfunde hin zu untersuchen.

„Größere Entdeckungen erwarten wir nicht”, sagt „projektidee”-Geschäftsführer Hubertus Neßeler. Bestens bekannt ist freilich, dass die berühmte Barbarossamauer mitten durch das Gelände führt. „Wir werden sie lediglich an einer Stelle durchbrechen müssen, um die Zufahrt zur Tiefgarage zu schaffen”, erklärt Neßeler. Im Übrigen bleibe das mittelalterliche Bauwerk im Konzept des ausführenden Büros „pbs architekten” selbstverständlich erhalten und werde im unterirdischen Parkhaus zu sehen sein.

Zwei Mal habe sich der städtische Architektenbeirat mit dem Vorhaben befasst und grünes Licht für das auf 15 Millionen taxierte Projekt gegeben, sagt Neßeler. Dereinst residierte die ehemalige Nadelfabrik Beissel auf dem städtebaulichen Filetstück. Der alte Backsteinkomplex wurde 1996 abgerissen. Nun soll die Lücke zwischen dem Haus Karlsgraben 8 und dem Eckbau an der Johanniterstraße durch einen vier- bis fünfgeschossigen Gebäudestreifen gefüllt werden, dessen mit reichlich Glas und einem schräg angelegten Erker versehene Klinkerfassade voraussichtlich in schlichten, aber attraktiven Ockergelbtönen gestaltet wird.

Im Erdgeschoss sollen bis zu drei kleinere Einzelhandelsgeschäfte eingerichtet werden. Darüber entstehen in zwei leicht versetzt positionierten Bauten 28 Ein- bis Dreizimmerwohnungen. Das Flachdach wird begrünt und wahrscheinlich mit einer Solaranlage ausgestattet.

Gleiches gilt für zwei weitere Häuser, die der Bauherr im hinteren Bereich errichten will. Sie werden über einen kleinen, aber feinen Innenhof nebst Fahrradabstellplätzen erschlossen und beherbergen jeweils etwa ein Dutzend Wohnungen.

„Wir gehen davon aus, dass die Baugenehmigung bis September vorliegt”, erklärt Neßeler. Wenn alles optimal laufe, könnten bereits zum Jahreswechsel 2012/13 die ersten Klingerschilder am „Graben 12” mit Namen versehen werden.
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