Aachen - Neues Stück des Das Da Theaters: Die „Wirtin“ sorgt für gute Laune

Neues Stück des Das Da Theaters: Die „Wirtin“ sorgt für gute Laune

Von: Eva Onkels
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Eine Geschichte mit Humor: „Mirandolina“ hat das Das Da Theater als Sommerinszenierung auf der Burg Frankenberg inszeniert. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Ja, halten Sie Ihren Nachbarn gut fest, es geht heute hoch her in meinem Gasthaus“ – Mirandolina, gespielt von Anne Noack verspricht zu Anfang des neuen Stücks des Das Da Theaters auf der Burg Frankenberg nicht zu viel.

Derb und hoch her geht es sicherlich in „Mirandolina“, geschrieben von dem italienischen Komödiendichter Carlo Goldoni und überarbeitet durch den österreichischen Schriftsteller Peter Turrini.

Schon die erste Viertelstunde macht Lust auf mehr. Eigentlich heißt das Stück „La Lacondiera“, übersetzt „Die Wirtin“ und um eine eben solche geht es. Mirandolina besitzt ein Wirtshaus in der Toskana. Sie ist eine selbstbewusste Frau, die deutlich macht, was sie möchte: „Unabhängigkeit von diesen Herren“. Diese Herren, das sind der verarmte aber großspurige Marchese von Albafiorita (Tobias Steffen), der reiche Baron von Ciccio (Bernhard Schnepf) und der sympathische Kellner Fabricio (Toni Gojanovic). Alle drei würden gerne der Mann in Mirandolinas Leben sein, doch Mirandolina zeigt sich mehr interessiert an dem Cavaliere Rippafratta (Mario Thomanek), der sie seine Ablehnung deutlich spüren lässt.

Es gab nur wenig zu streichen, so berichtet Regisseur Achim Bieler, die größte Arbeit habe bereits Turrini übernommen. „Turrini hat das Stück bissiger gemacht, Mirandolina ist emanzipierter“, so Bieler. Um diesen Umstand noch deutlicher hervorzuheben, hat sich das Das Da Theater wieder von Turrini entfernt und sich Goldoni angenommen. Turrini verortete das Stück in die 50er oder 60er Jahre, das Das Da ist wieder in die Entstehungszeit, die Zeit des Rokoko, zurückgekehrt. Die opulenten Kostüme, so Frank Rommerskirchen, zuständig für das Bühnen- und Kostümbild, würden eine sehr detailreiche Bühne überflüssig machen, woraus eine spartanische aber nicht uninteressante Bühne hervorgegangen ist. Die große, helle Holzkonstruktion lässt sich auf verschiedene Arten öffnen und schließen, wodurch eine zum Stück passende dynamische Atmosphäre erzeugt wird. „Wir können die Bühne sehr schnell umbauen,“ so Rommerskirchen.

Auch die Burg hat man später im Stück noch mit eingebunden. Bieler hebt hervor, dass das Stück in diesem Jahr auch eines ist, dass die Vierte Wand, also die Trennlinie zwischen Publikum und Bühne, zu durchbrechen weiß. So spricht Mirandolina gleich mehrfach vor allem die Männer im Publikum an. Das erzeugt, zusammen mit der Bühne, das Gefühl, Teil des Stückes zu sein und nicht nur passiver Zuschauer, ein Trick, der gelingen wird.

„Was wir versprechen können , ist viel gute Laune im Innenhof der Burg“, verspricht schlussendlich Tom Hirtz, Leiter des Theaters und Dramaturg von „Mirandolina“.

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