Aachen - Neues Stadion: Abwehrriegel stoppt Parkplatzsucher

Neues Stadion: Abwehrriegel stoppt Parkplatzsucher

Von: Thorsten Karbach
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Spannende Perspektive: Vorne steht bald die Eckfahne zwischen der Tribüne Krefelder Straße(links) und den Rängen stadtauswärts (rechts), ganz hinten der Fanblock. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Schranken und Pfosten sollen die Lösung sein, zumindest die Erlösung für die Anwohner rund um den Tivoli. Denn zur nächsten Fußballsaison werden sogenannte aufklappbare Sperrschilder (Schranken) und in Bodenhülsen eingesetzte Sperrpfosten die Straßen rund um den Tivoli für den Fußballfan abriegeln.

Klare Botschaft der städtischen Planer: In den Wohngebieten darf nicht mehr geparkt werden. Die Anwohner klagen seit Jahren über Parkplatzsucher, aber auch über Lärm und Schmutz in Vorgärten.

Ein entsprechendes Konzept der Stadt wird am Donnerstag, 23. April, im Verkehrsausschuss vorgestellt. Die Alemannia trägt laut Pressesprecher Thorsten Pracht die Pläne „gerne mit”.

Abgeriegelt (Kosten rund 150.00 Euro) für Parkplatzsucher werden, so die Planung, dann ab der Spielzeit 2009/2010 die Wohngebiete Emmastraße, Am Weberhof, Am Tivoli, Karolingerstraße, Am Wolf sowie die Alkuinstraße samt Nebenstraßen.

Wohnsitz nachweisen

Eine Zufahrt für die Anwohner bleibt über die Straße Am Tivoli vom Soerser Weg aus, da die Merowingerstraße bei sogenannten Gefahrenspielen aus „einsatztaktischen Gründen” gesperrt werden könnte.

Ordner werden die Zufahrt kontrollieren. Zufahrt erhalten dann laut Verwaltungsvorlage „ausschließlich Personen, die ihren Wohnsitz im betreffenden Quartier haben, nachgewiesen durch vorgezeigten Personalausweis oder Ausweis mit Meldebescheinigung, oder Personen, die ein im jeweiligen Quartier zugelassenes Kraftfahrzeug lenken.”

Eine Ausdehnung der Zufahrtsberechtigung ist laut Stadt problematisch, vor allem wenn es um Familienangehörige oder andere Besucher der Anwohner geht, „da deren Angaben für die Schleusenkräfte nicht zu überprüfen sind.”

Ausnahmen werden nur für Handwerker, Lieferanten, Pflegekräfte und Rettungsdienste gemacht, ansonsten könne bei begründetem Bedarf nur eine Ausnahmegenehmigung gegen Gebühr bei der Straßenverkehrsbehörde beantragt werden. „Und das Kaffeetrinken bei Tante Emma ist keine Ausnahme”, wie Axel Costard vom städtischen Presseamt betont.

Das bedeutet, dass Besucher von Goldenen Hochzeiten oder runden Geburtstagen - soweit als Ausnahme anerkannt - an Heimspieltagen entweder eine Gebühr entrichten oder einen offiziellen Parkplatz ansteuern müssen.

Oder die Feier wird an den Spieltermin angepasst, denn bei Heimspielen werden die Straßen drei Stunden vor Anpfiff, also eine Stunde vor Öffnen der Stadiontore, und dann für fünf Stunden abgesperrt. Bei Zweitligaspielen an Sonntagen - Anpfiff 13.30 Uhr - müsste also vor 10.30 Uhr oder nach 15.30 Uhr eingeladen werden.

Es gibt aber ab der neuen Saison auch ein Samstagsspiel der 2. Bundesliga um 13 Uhr. Sperrzeit wäre dann von 10 bis 15 Uhr.

Keine Ausnahme wird in der Planung auch für die Besucher der Kleingartenanlage Lehmkülchen sowie die Lehrer der Alkuinschule gemacht. An der Alkuinschule gibt es notfalls eine Zufahrt von der Straße Gut Wolf aus.

Für die Kleingärtner werden laut Verwaltung „keine geltenden Rechte abgebunden” - Kleingärtner würden die Heimspielzeiten ohnehin meiden.

Gelten wird das „Anwohnerschutzkonzept Tivoli” bei allen Spielen, zu denen mehr als 8000 Zuschauer erwartet werden. Dieser Wert wurde seit der Rückkehr in den Profifußball allerdings nur einmal unterschritten.

Am 11. Mai 2003 kamen nur 7801 Zuschauer zu einem Heimspiel gegen Rot-Weiß Oberhausen (2:0). Und im neuen Stadion (32.900 Plätze) kalkuliert die Alemannia mit mehr Zuschauern als bisher. Der aktuelle Zuschauerschnitt beträgt 19.000 Zuschauer...
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