Aachen - Neues Serviceportal: Mit wenigen Klicks geht‘s ins Bürgeramt

Neues Serviceportal: Mit wenigen Klicks geht‘s ins Bürgeramt

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:
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Die Stadt hat ein neues Serviceportal gestartet. Foto: Stadt Aachen
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Schalteten das neue Serviceportal der Stadt Aachen frei (von links): regio iT-Geschäftsführer Dieter Rehfeld, der städtische Projektleiter Norbert Dödtmann, Oberbürgermeister Marcel Philipp, der städtische Projektleiter Peter Klingel, der Beigeordnete für Personal und Organisation, Dr. Markus Kremer, und regio iT-Projektleiter Dirk Schweikart. Foto: Nadine Jungblut

Aachen. Der beherzte Drücker um Punkt 12.32 Uhr auf den Buzzer war zwar nur von symbolischer Natur, doch zum Glück betätigten im Hintergrund die Fachleute der Regio IT auch den richtigen Schalter.

Seit Mittwochmittag ist das neue Serviceportal der Stadt also scharf geschaltet und soll vor allem eines erreichen: den Kontakt zwischen Bürger und Verwaltung deutlich verbessern und vereinfachen – und das Ganze in durchaus zukunftsweisendem Gewand.

„Die Digitalisierung geht uns alle an, sie bedeutet Fortschritt“, läutete Oberbürgermeister Marcel Philipp daher das neue Zeitalter der Bürger-Verwaltungs-Kommunikation in Aachen ein. Die AZ hat das neue Portal zum Start unter die Lupe genommen. Was kann es? Wie bedienerfreundlich ist es? Wo liegen noch Schwachstellen?

Warum braucht es ein neues digitales Serviceportal für Bürger?

Für Millionen Menschen ist es längst zur Normalität geworden: Online einkaufen, online Bankgeschäfte erledigen, online Reisen buchen usw. Zwar waren auch bisher bereits mehrere Dienstleistungen der Stadt online über die Homepage www.aachen.de möglich. Diese waren aber alle nicht miteinander verbunden, was mehrere Nachteile mit sich brachte. So musste der Bürger bisher stets all seine Daten von Neuem angeben, also Name, Anschrift, Kontaktadressen etc.

Im neuen Portal, das man unter www.aachen.de/serviceportal findet, registriert man sich nun beim erstmaligen Besuch so wie man es von Amazon & Co gewohnt ist. Dafür muss man zunächst lediglich seinen Namen und eine E-Mail-Adresse angeben. Durch alle weiteren Schritte leitet einen das System im Großen und Ganzen nutzerfreundlich und mit den passenden Hinweisen, wenn man einmal eine Eingabe vergessen hat. Die eigenen Daten sind dann für alle weiteren Dienstleistungen hinterlegt und müssen nicht immer wieder auf ein Neues eingegeben werden.

Was kann der Bürger über das städtische Serviceportal alles erledigen?

Zum Auftakt sind rund 50 Dienstleistungen der Verwaltung abrufbar: Hier kann unter anderem unkompliziert Sperrmüll angemeldet, ein Anwohnerparkausweis beantragt oder ein Hund angemeldet werden. Das Angebot soll in Zukunft ständig erweitert werden. „Wir haben weitere Projekte in der Pipeline“, betonte der zuständige städtische Beigeordnete für Personal und Organisation, Dr. Markus Kremer. Unter anderem sollen bald auch Knöllchen über das Portal bezahlt werden können; und Eltern erhalten die Möglichkeit, dort Ferienspiele für ihre Kinder zu buchen.

Im vergangenen Jahr, in dem das ausgeklügelte System zusammen mit der Regio IT entwickelt wurde, sei es vor allem darum gegangen, eine Plattform zu schaffen, die alle bisherigen Angebote bündelt und möglichst bürgerfreundlich präsentiert. Den Look der Seite kann man als rundum gelungen bezeichnen. In den Stadtfarben Schwarz und Gelb wird der Bürger begrüßt und durch ein übersichtliches Menü geleitet. In einem ähnlichen Bild wird sich in Kürze übrigens auch die in die Jahre gekommene Hauptseite der Stadt Aachen präsentieren.

Wie sieht es mit der Datensicherheit aus?

Sie zu gewährleisten, hatte für Stadt und Regio IT höchste Priorität. „Die persönlichen Daten werden komplett verschlüsselt“, versichern die Projektleiter Peter Klingel und Norbert Dödtmann (Stadt Aachen) und Dirk Schweikart (Regio IT). Passwortgeschützt erreicht der Bürger sein privates Serviceportal. Dort kann er nicht nur seine persönlichen Daten einsehen (und ändern), sondern auch beobachten, welchen Bearbeitungsstatus seine Anträge bei der Verwaltung haben. Zudem wird er stets per E-Mail informiert, sobald sich etwas Neues getan hat.

Wie benutzerfreundlich ist das Portal?

Die AZ hat das Serviceportal am Mittwoch einem ersten Test unterzogen. Fazit: Die Angebote, die die Stadt dort unter einen Hut gebracht hat, sind durchaus ansprechend aufbereitet. Die erste Registrierung erfolgt unkompliziert mit Eingabe des Namens und einer E-Mail-Adresse. Anschließend wird man von dem System durch den Anmeldeprozess geleitet. Wer sich mit Online-Portalen wie Amazon auskennt, wird sich relativ schnell zurechtfinden. Für alle anderen gilt: Zeit nehmen und in Ruhe die Info-Texte durchlesen, die eine möglichst problemlose Nutzung ermöglichen sollen.

Zwar wurde das Portal in den vergangenen Wochen intensiv auf Kinderkrankheiten getestet – auch Bürger, die sich als Testpersonen zur Verfügung gestellt haben, waren dabei involviert –, trotzdem ist man sich bei der Stadt bewusst, dass in den kommenden Wochen und Monaten immer mal wieder nachjustiert werden muss. „Wir hoffen nun sehr auf eine große Resonanz in der Bevölkerung“, sagt Dezernent Markus Kremer und hofft, auf diesem Wege weitere Anregungen zu erhalten, wie das Portal weiter verbessert werden kann. Innerhalb eines Jahres, so wünscht es sich die Verwaltung, sollen möglichst 10.000 Bürger mit dem Online-Angebot erreicht werden.

Wann und wo kann man das Serviceportal nutzen?

Zu jeder Zeit und (theoretisch) an jedem Ort. Und darin liegen die großen Vorteile des Portals. Möchte man zum Beispiel die Mülltonnen-Größen für das kommende Jahr ändern oder auch wilden Müll melden, kann man das bequem daheim abends vom Sofa aus machen. Bürger sind also nicht mehr an Öffnungszeiten der Verwaltung gebunden. „Der Bürger soll keinen Urlaub mehr nehmen müssen, um einen Termin bei der Verwaltung wahrnehmen zu können“, erklärt Peter Klingel das Prinzip.

Deutlich einfacher ist es nun zum Beispiel auch, einen Bewohnerparkausweis zu beantragen. Der Prozess läuft voll automatisiert ab und soll dadurch deutlich schneller vonstatten gehen. Am Ende druckt sich der Bürger den Ausweis dann am heimischen Drucker aus und pappt ihn sich hinter die Windschutzscheibe. Zudem ist das System im sogenannten „Responsive Design“ programmiert. Das bedeutet: Es passt sich der Größe des Bildschirms an. Somit kann man die Dienste auch mobil gut über Tablets und Smartphones in Anspruch nehmen.

Wo liegen Grenzen des Portals?

Zum Beispiel bei der Bezahlung. Die ist zwar über die klassischen Wege wie einer Sepa-Lastschrift oder GiroPay nun auch direkt im Serviceportal möglich, nicht aber über beliebte Angebote wie Paypal oder Kreditkarten. Der Grund: Letztere verlangen viel Geld, will ein Anbieter entsprechende Dienste nutzen. Aus Kostengründen hat man daher bei der Stadt auf diese Bezahlmodelle verzichtet.

Etwas komplizierter wird es zudem, wenn man Dienstleistungen in Anspruch nehmen möchte, für die die Online-Funktionen des neuen Personalausweises notwendig sind. Denn diese muss man zum einen erst einmal freischalten, wenn man dies nicht direkt bei Beantragung des Ausweises getan hat. Des Weiteren muss man ein spezielles Lesegerät hierfür kaufen, das in der Regel mit 30 Euro und mehr zu Buche schlägt.

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