Aachen - Neues Kurhaus: Grüne wollen alles zurück auf Null setzen

Neues Kurhaus: Grüne wollen alles zurück auf Null setzen

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:
8424082.jpg
Wie geht es an der Monheimsallee weiter? Die Grünen schlagen vor, ein komplett neues Nutzungskonzept für das Neue Kurhaus zu entwickeln. Foto: Harald Krömer

Aachen. Als Kulisse gibt das Neue Kurhaus an der Monheimsallee immer noch viel her. Der Prachtbau ist bei Touristen und Hochzeitspaaren gleichermaßen ein beliebtes Motiv. Doch im Innern nagt der Zahn der Zeit an der bisherigen Heimat des Spielcasinos. Die komplette Haustechnik ist veraltet. Daher sollten Anfang 2015 die Arbeiter anrücken. Eigentlich.

Denn geht es nach dem Willen der Grünen, könnten die Sanierungsarbeiten solange auf Eis liegen, bis ein komplett neues Nutzungskonzept für das Neue Kurhaus entwickelt worden ist. Und dies hätte auch langfristige Auswirkungen auf den Spielcasino-Standort.

Die Stadt hatte lange mit dem Varieté-Theater-Betreiber GOP verhandelt, der den Glückstempel nach der Sanierung gemeinsam mit dem Spielcasino beleben sollte. Doch GOP sagte im Sommer endgültig ab. Das Westspiel-Casino zieht so oder so Ende des Jahres gemeinsam mit dem bisher ins Kapuziner Karrée ausgelagerte Automatengeschäft in den Tivoli. Bisher sollte dies als Übergangslösung für die Dauer der Generalsanierung des Neuen Kurshauses dienen. Nun bringt Michael Rau, planungspolitischer Sprecher der Grünen, die Krefelder Straße als Dauerheimat für das Spielcasino ins Spiel.

Grund hierfür ist vor allem die ungeklärte Situation, wie es im Neuen Kurhaus nach der GOP-Absage weitergehen kann. Mit rund 20 Millionen Euro würde die dringend notwendige Sanierung zu Buche schlagen. Viel Geld, betont Rau, die die Stadt nicht in die Hand nehmen sollte, bevor nicht ein weiterer langfristiger Mieter gefunden sei. „Die Stadt müsste hier einen großen Schluck aus der Investitions-Pulle nehmen“, sagt Rau. Dies sei ohne ein vernünftiges Nutzungskonzept – nicht zuletzt mit Blick auf die angespannte Haushaltssituation – nicht vertretbar, so Rau. „Wir müssen wieder zurück auf Null.“

Geht es nach den Grünen, könnte auch ein privater Investor für die Sanierung und Nutzung des Gebäudes mit ins Boot geholt werden. Damit zusammenhängend sei „die Überlassung des Gebäudes in Erbpacht zu prüfen und darzustellen“, heißt es im Antrag, den die Grünen am kommenden Mittwoch in den Stadtrat einbringen werden.

Einen konkreten Vorschlag, was an der Monheimsallee künftig in Frage kommen könnte, haben die Grünen noch nicht. Rau und Sebastian Breuer, sachkundiger Bürger der Grünen im Planungsausschuss, legen Wert darauf, das Areal weiter als kulturelle und touristische Anlaufstelle zu interpretieren.

Kommt es so, dass ein komplett neues Nutzungskonzept erarbeitet wird, hieße das für das Kurhaus zunächst aber ab Anfang 2015 Leerstand. Und das auf unabsehbare Zeit. Hinter den Kulissen dürfte nun erneut eifrig über die Zukunft des Gebäudes debattiert werden. Nur draußen wird sich vorerst wohl nichts am Kurhaus ändern – es bleibt auch bei verschlossenen Türen ein beliebtes Motiv bei Touristen und Turteltäubchen.

Leserkommentare

Leserkommentare (5)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert