Aachen - Neues Kurhaus: Der Umbau startet, bevor Mieter feststehen

Neues Kurhaus: Der Umbau startet, bevor Mieter feststehen

Von: Robert Esser
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Baustelle mindestens bis 2020: Schon in diesem Sommer sollen die ersten Sanierungsarbeiten im Neuen Kurhaus an der Monheimsallee beginnen – etwa der Rückbau der asbestverseuchten Verschalung und die Sicherung historischer Wandgemälde. Die Grünen kritisieren das, OB Marcel Philipp hält diese Maßnahmen jedoch für unabdingbar. Foto: Michael Jaspers
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Baustelle mindestens bis 2020: Schon in diesem Sommer sollen die ersten Sanierungsarbeiten im Neuen Kurhaus an der Monheimsallee beginnen – etwa der Rückbau der asbestverseuchten Verschalung und die Sicherung historischer Wandgemälde. Die Grünen kritisieren das, OB Marcel Philipp hält diese Maßnahmen jedoch für unabdingbar. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Jetzt kommt Farbe ins alte Spiel(casino): Die Grünen zeigen dem Aachener Oberbürgermeister die Rote Karte. In einem ziemlich blauen Brief an Marcel Philipp fordern die Fraktionsvorsitzende Ulla Griepentrog und der planungspolitische Sprecher Michael Rau, die „Dringlichkeitsentscheidung zur Revitalisierung des Neuen Kurhauses“ sofort auszusetzen.

Der OB und die Mehrheitsfraktionen stehen dennoch zu dem Beschluss. „Das Gebäude, das ohnehin zwingend saniert werden muss, jetzt verrotten zu lassen, kann doch wirklich keine Alternative sein“, erklärte Philipp am Montag auf AZ-Anfrage.

Die Grünen indes malen sich Folgendes aus: Bis zu 25 Millionen Euro soll die nötige Komplettsanierung der herrschaftlichen Immobilie an der Monheimsallee kosten.

Knapp 1,9 Millionen Euro sollen laut OB schnellstmöglich investiert werden – für die Asbestentsorgung (1,6 Millionen Euro), die vorsorgliche Freilegung des Untergeschosses für die technischen Anlagen künftiger Mieter (100.000 Euro), die Baustelleneinrichtung (75.000), Abriss des Lenné-Pavillons (30.000) und Sanierung der denkmalgeschützten Wandmalereien im Foyer (65.000).

Bloß: „Wird jetzt der Bauzaun aufgestellt, das Gebäude entrümpelt, die gesamte Haustechnik entfernt und der Lenné-Pavillon abgerissen, dann wird niemand im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen die Baustelle einfach ruhen lassen, bis sich vielleicht viele Jahre später eine andere Nutzung anbietet“, warnen die Grünen. Denn bislang gibt es mit den potenziellen Nachnutzern – dem Museumsbetreiber Explorado und Casino-Betreiber Westspiel – offenbar noch keine wasserdichten Verträge. Eigentlich sollten beide nach Abschluss der Bauarbeiten im Frühjahr 2020 eröffnen.

Aber Griepentrog und Rau sind skeptisch und schreiben OB Philipp persönlich: „Die Tatsache, dass Sie nach mehr als zweijährigen Verhandlungen mit Westspiel und Explorado noch keine Einigung erzielen konnten, macht deutlich, wie wenig entschieden die potenziellen Partner tatsächlich sind, selbst in das Projekt zu investieren.“

Schlimmstenfalls würde das Haus allein auf städtische Kosten und ohne Gegenfinanzierung durch entsprechende Mieteinnahmen saniert. Würde es dann etwa dem Eurogress zur Ausweitung des Kongress- und Messe-Geschäfts übergeben, würde das nach Einschätzung der Grünen „wie schon beim Tivoli jährliche Finanzierungs- und Unterhaltungskosten in Millionenhöhe für den städtischen Haushalt nach sich ziehen“.

Griepentrog und Rau stellen klar: „Man kann ja durchaus der Meinung sein, dass Aachen ein zusätzliches Kongressgebäude braucht, dann soll man es offen sagen und im Rat darüber streiten. Mit dem unschönen Anblick und einem Bauzaun schaffen Sie Fakten durch die Hintertür“, kritisieren beide den OB.

Die Grünen betonen, Millionen-Investitionen ins Neue Kurhaus seien nur verantwortbar, wenn die Refinanzierung zu erheblichen Teilen gesichert sei. Im Oktober – also in drei Monaten – soll die Kostenberechnung der Stadtverwaltung im Rahmen der Entwurfsplanung vorliegen. Zumindest darauf müsse man warten, bevor man jetzt schon Millionensummen freigebe, fordert die grüne Fraktionsspitze.

OB Philipp verwies am Montag darauf, dass es – ganz unabhängig von potenziellen Nachnutzern – doch völlig unverantwortlich wäre, die Asbest-Schadstoffe länger als nötig im Gebäude zu belassen. „Die müssen doch sowieso raus“, wunderte sich der OB über die Grünen-Kritik.

Zudem sei es wichtig, sofort mit ohnehin notwendigen Bauarbeiten zu beginnen, damit der Zeitplan gehalten werden könne und neue Mieter tatsächlich ab dem Jahr 2020 Kunden und Gäste im generalsanierten Neuen Kurhaus begrüßen könnten. Damit am Ende unterm Strich keine roten Zahlen stünden, sondern eine schwarze Null. Mindestens.

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