Neues Kinderstück: Wer hat Angst vorm kleinen Werwolf?

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Spannende Momente wechseln sich mit Slapstick: Die Macher vom „Kleinen Werwolf“ haben aber vor allem auf eine kindgerechte Inszenierung Wert gelegt. Das Stück des Das-Da-Theaters feiert am 25. Oktober Premiere. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Über Bühne und Zuschauerraum senkt sich die Dunkelheit. Aufregung und angenehmer Grusel überkommt die Kinder im Das-Da-Theater, die das neue Kinderstück gestern probesehen durften. Kein Wunder bei dem Titel: „Der kleine Werwolf“ nach dem Buch von Cornelia Funke feiert am Samstag, 25. Oktober, Premiere.

Ob sie, wie die Hauptfigur Moritz – von allen nur Motte genannt – auch am liebsten die Dunkelheit abschaffen würden, wird an diesem Vormittag nicht geklärt. Kichern, Bäh-Rufe bei Küssen zwischen Mottes Eltern, gespannte Stille – dass die Erst- bis Viertklässler der Katholischen Grundschule Feldstraße und der Grundschule Kohlscheid-Mitte nach ganz kurzer Zeit bereits voll ins Stück abgetaucht sind, ist schnell deutlich.

Viel Witz, ein wenig Grusel

„Wir hatten anfangs ein bisschen Sorge, dass die Kinder Angst bekommen“, erklärte Regisseur Achim Bieler. „Deshalb arbeiten wir viel mit Witz und Slapstick, damit der Grusel nur als Moment existiert.“

Die Geschichte ist in der Tat äußerst spannend: Motte wird in einer Unterführung von einem Wolf gebissen. Danach verwandelt er sich zusehends – gelbe Augen, tiefe Stimme, übermäßiger Haarwuchs, geschärfter Geruchssinn. Zusammen mit seiner besten Freundin Lina will er sein Schicksal, zukünftig als Werwolf sein Dasein zu verbringen, nicht hinnehmen.

Die drei Schauspieler sind dabei auf ganz unterschiedliche Weise gefordert: Während Michelle Bray und Bernhard Schnepf in ganz kurzer Zeit Kostüme und Rollen wechseln – beide haben jeweils sechs Figuren –, muss Mario Thomanek als Motte besonders stark auf die Reaktionen der Kinder achten. „Seine Verwandlung zum Werwolf kann er ganz extrem oder auch dosiert spielen“, meinte Bieler. „Je nachdem, wie die Kinder im Publikum reagieren.“

Doch auch die Zuschauer haben eine Aufgabe: Vorstellungsvermögen und Kreativität sind gefragt. Frank Rommerskirchens Bühne besteht nur aus farbigen, aufklappbaren Kisten, Mottes Verwandlung wird nicht durch Requisiten unterstützt. Einzig die Rollenwechsel von Bray und Schnepf bekommen Unterstützung durch verschiedene Kostüme von Michaela Gabauer. „Der hohe Einsatz an Kostümen braucht bereits viel Aufmerksamkeit. Da brauche ich mit der Bühne kein Feuerwerk mehr abzubrennen“, fand Rommerskirchen.

Kein Problem für die Tester aus den Grundschulen: Motte hat haarige Hände und gelbe Augen, die Kisten stellen eine ganze Stadt dar samt Dachbodenversteck und Naturkundemuseum. „Wir müssen ihnen keine perfekte Illusion bieten. Denn Kinder spielen auch so“, weiß Theaterleiter Tom Hirtz.

Mit nach Hause nehmen können die kleinen Theaterfans trotzdem etwas: Die neuen Kinderlieder von Christoph Eisenburger – gewohnt Ohrwürmer – gibt es zusammen mit den Liedern der vergangenen und laufenden Spielzeit des Das-Da-Theaters pünktlich zur Premiere auf CD.

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