Neues Hospiz am Iterbach offiziell eingeweiht

Von: Hans-Peter Leisten
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Feierstunde zur Eröffnung Hospiz am Itertal: (v.l.) Bernd Wehbing, Ulla Schmidt,Beatrix Hillermann und Dr. Leo Habetz freuten sich über das große Interesse an. Zahlreiche Besucher nahmen des besondere Haus in Augenschein. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Es sind drei ganz unterschiedliche Eindrücke, die die offizielle Eröffnung des neuen Hospizes am Iterbach ausgemacht haben. Sie hatten grundsätzlich gar nichts miteinander zu tun und standen dennoch symbolhaft für den Charakter dieses ganz besonderen Hauses am Iterbach in Walheim.

Kinder der Grundschule Michaelsbergstraße, eine Gruppe von Vertretern der Weltreligionen – und eine Dame im Rollstuhl mit einer roten Pappnase auf. Wie das zusammenpasst? Die Kinder, die mit einem tollen Zirkusprojekt Gelder für das Haus gesammelt haben, stehen für das breite Engagement aus der Bevölkerung, die Religionsvertreter aus Buddhismus, Islam, Christentum und Judentum in Form eines Grußwortes präsentierten die Ungebundenheit und Überkonfessionalität des Hospizes. Und die Dame mit Clownsnase, Gast des Hospizes, verkörperte in genialer Weise den Geist einer Einrichtung, in der Menschen die letzte Phase ihres Lebens würdevoll verbringen können.

Schließlich hatte sich zur Eröffnung auch der designierte Karnevalsprinz Michael II. angesagt. Im Sommer sind die ersten Gäste eingezogen, am Sonntag haben enorm viele Besucher aus der Städteregion das neue Hospiz persönlich in Augenschein genommen.

Offizielle Eröffnungen sind naturgemäß der richtige Moment für Dankesworte. Die fand Dr. Leonard Habets als Vorstand von Home Care Aachen und der Hospizstiftung genauso wie Ulla Schmidt, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und Vorsitzende des Kuratoriums der Hospizstiftung. Sie unterstrichen den Solidaritätsgedanken, der zu den tragenden Säulen eines Hospizes gehört. „Die Natur gibt Kraft, zeigt aber auch die Vergänglichkeit des Lebens“, schlug Habets den Bogen von der Standortwahl im Grünen zur inneren Aufgabenstellung des Hospizes. „Das Hospiz ist Teil des Lebens und steht für Schutz und Sicherheit am Ende des Lebens.“

Im Juni 2013 erfolgte der Spatenstich zum Umbau der früheren Geburtsklinik und damit der augenfällige Start eines 7,2 Millionen-Projektes. So etwas erfordere Mut und Vertrauen in die Solidarität der Menschen in der Städteregion, unterstrich die Aachener Bundestagsabgeordnete: „Wir mussten die Bürger mitnehmen.“ Dass dies gelungen ist, beweisen die 1,8 Millionen Euro, die seither durch Spenden akquiriert werden konnten. Noch fehlen gut 700 000 Euro, um den Spendenanteil zu komplettieren, der neben der Grundfinanzierung durch den Betreiber die Gesamtfinanzierung abschließt. 14 Zimmer mit Bad und kompletter Palliativversorgung stehen den Gästen offen.

Der Aufenthalt ist kostenfrei und unabhängig von Konfession und Weitanschauung. Noch müssen die Hospize zehn Prozent der Kosten selbst aufbringen, das Gesetz zur Reduzierung auf fünf Prozent ist aber auf dem Weg, Die Rolle des ehrenamtlichen Einsatzes bleibt aber nach wie vor unverzichtbar. Dafür stehen zum Beispiel der Unternehmer Tim Hammer als Schirmherr des Projektes und Carla Brettschneider als Schirmherrin des Fördervereins Freundeskreis Hospiz am Iterbach. Sie sind Netzwerker im besten Sinn und nahmen sich selbst – aber auch viele andere – in die Pflicht, um das Projekt weiter voranzubringen.

Zum Hospiz gehört neben dem Gedanken der Menschenwürde und der Offenheit aber auch der der Spiritualität. Der wurde ganz besonders bei der multireligiösen Einsegnung des „Raumes der Stille“ hervorgehoben. Eines künstlerisch gestalteten Raumes mit Wasserfall, Bodenlabyrinth und Symbolen der Weltreligionen, eines Raumes spiritueller Gedanken, aber auch des Abschiednehmens von Gestorbenen.

Daran brauchten die Grundschulkinder am Sonntag keinen Gedanken zu verschwenden. Im Gegenteil, sie überreichten zwei farbenfroh gestaltete symbolische Schlüssel an die Leiterin des Hospizes, Beatrix Hillermann, und den Geschäftsführer Bernhard Wehbrink.

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