Neues Faltblatt der Bürgerstiftung Lebensraum

Von: Marie Eckert
Letzte Aktualisierung:
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Broschüre erarbeitet: (v.l.) Norbert Greuel, Inge Loisch, Dr. Frohlinde Weber, Leon Pohl und Hans-Joachim Geupel. Foto: Krömer

Aachen. Für ein friedliches Zusammenleben braucht es meistens einige Grundregeln – in Deutschland gibt es dafür das Grundgesetz. In einer vierköpfigen Arbeitsgruppe hat die Bürgerstiftung Lebensraum Aachen mit diesem Grundgesetz gearbeitet, also einige prägnante Artikel herausgesucht, verständlich formuliert und anschließend in sieben unterschiedliche Sprachen übersetzt.

Dabei ist eine kleine Broschüre herausgekommen; auf zwei Seiten hat die Bürgerstiftung die Artikel zusammengestellt, die ihr besonders wichtig erschienen – allen voran natürlich Artikel 1, „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“. Alle Artikel des Grundgesetzes sind zusätzlich erläutert worden und aufgeteilt in Rechte und Pflichten. Schließlich beinhaltet das Recht auf Meinungsfreiheit auch die Pflicht, andere Meinungen zu akzeptieren. Auf der letzten Seite des Faltblattes ist die Gewaltenteilung in Legislative, Exekutive und Judikative kurz erklärt.

„Wir möchten die Werte, die wir vertreten, in den Vordergrund stellen“, erklärte Norbert Greuel von der Bürgerstiftung. Er ist gleichzeitig Leiter beim Projekt „Willkommen“, das seit einem Jahr schon mit Flüchtlingen arbeitet. Zusammen mit Dr. Frohlinde Weber, Inge Loisch und Leon Pohl hat Greuel in den letzten Monaten die Broschüre erarbeitet, die auf Arabisch, Dari, Englisch, Französisch, Kurdisch, Tigrinya, Türkisch und in Deutsch erhältlich ist.

An Aktualität hat sie nicht nur durch die Kölner Silvesternacht gewonnen, sondern auch durch die vermehrten Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte, wie Greuel sagte. „Die Einschränkung der Freiheits- und Grundrechte für die Sicherheit kann nicht die Lösung sein, stattdessen müssen wir offensiv mit unseren Werten umgehen, uns ihrer noch einmal genau vergewissern“, betonte er.

Das Faltblatt der Bürgerstiftung ist daher laut eigener Aussage keinesfalls nur an Flüchtlinge gerichtet, sondern an alle Gruppen der Gesellschaft und auch an die Politik. Daher wird die Broschüre zunächst unter anderem an Schulen, Kindergärten, Hochschulen, Hilfsorganisationen, Flüchtlingsunterkünfte und auch an die Politik und Verwaltung geschickt und kann anschließend von allen Institutionen in größeren Auflagen nachbestellt werden. Aber auch nach Berlin ans Kanzleramt werden einige Exemplare gehen, denn: „Es ist eigentlich Aufgabe der Bundesregierung, ein solches Papier zu entwickeln“, so Greuel.

Sind dann erst einmal alle Broschüren verschickt, soll im nächsten Schritt das Gespräch in den Flüchtlingsunterkünften gesucht werden. Dafür sucht die Bürgerstiftung Lebensraum noch Ehrenamtler, die Interesse daran haben, sich mit der Broschüre vertraut zu machen, mit anderen Ehrenamtlichen ein Konzept zu entwickeln und anschließend in den Dialog zu treten. Vor allem die Hilfe von Juristen, Pädagogen, Polizisten und Menschen, die zwei Sprachen fließend sprechen, werde dabei laut Inge Loisch gebraucht, denn: „Es bringt sehr viel, die Flüchtlinge gleich in den ersten Wochen nach ihrer Ankunft mit den Grundrechten und -pflichten vertraut zu machen.“

Weitere Infos zur Bürgerstiftung unter info@buergerstiftung-aachen.de oder 0241/4500130.

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