Aachen - Neues Dom-Center für Millionen Besucher

Neues Dom-Center für Millionen Besucher

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:
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Geplanter Baubeginn im Sommer dieses Jahres: Prägendes Element des neuen Informationszentrums für Dom und Schatzkammer an der Ecke Johannes-Paul-II.-Straße/Rennbahn wird eine riesige Stele, die wie eine Vitrine wertvolle Ausstellungsstücke präsentieren soll.

Aachen. Die Idee von Dompropst Helmut Poqué dürfte nicht nur das Stadtbild vor Domportal und Schatzkammer enorm aufpolieren: Für die Aachener Kathedrale und die Domschatzkammer, die jedes Jahr fünf Mal so viele Besucher wie der Tivoli zählen, soll Anfang 2010 ein neues Informationszentrum modernster Machart in Betrieb gehen.

Rund 800.000 Euro dürfte der Umbau der ehemaligen Poststelle im Flachbau des Generalvikariats an Johannes-Paul-II.-Straße und Rennbahn kosten. Wobei ein Großteil der Summe aus einem neuen Förderfonds des Bundes für Weltkulturerbe-Stätten fließen könnte.

Baudezernentin Gisela Nacken informierte am Abend den Planungsausschuss darüber, dass man den entsprechenden Antrag bereits auf den Weg Richtung Berlin gebracht hat.

Verknüpft ist das Infocenter-Projekt dabei mit dem Katschhof als Station der Route Charlemagne, die nach der Euregionale 2008 kaiserstädtische Attraktionen gebündelt in Szene setzen soll.

Vor allem für Touristen und Schulklassen unter den 1,4 Millionen Dom- und hunderttausenden Schatzkammer-Besuchern soll das Informationszentrum im Erdgeschoss hinter der bislang eher schäbigen Fassade Anlaufstelle sein.

FH-Professor Ulrich Hahn, der schon faszinierende Sakralumbauten wie in der Grabeskirche St. Josef und der Trauerhalle des Düsseldorfer Flughafens konzipiert hat, erläuterte dem Ausschuss das in Kooperation mit Domkapitel und Bistumsspitze erarbeitete Konzept.

Und die zwingenden Gründe dafür: „Wir müssen die Verweildauer der Besuchergruppen reduzieren, weil die Kohlendioxid-Belastung das Bauwerk nachhaltig schädigt”, erklärte er. Sein Architektur-Büro Hahn & Helten zeichnet für die Ausführung verantwortlich.

Prägendes Element über die zwei Etagen des Funktionsbaus hinaus soll eine Stele aus „Cor-Ton-Stahl” werden. Wie in einer überdimensionalen Vitrine sollen darin exemplarisch Ausstellungsstücke aus Dom und Schatzkammer präsentiert werden.

„Außerdem wollen wir die Betonrippenfassade entlang des Eingangsbereichs großzügig öffnen, dort große Fenster einbauen und Besucher davor mit einem Loggia-ähnlichen Dachvorbau vor Wind und Wetter schützen”, führte Hahn aus.

Der Blick von außen soll dann quer durch das Gebäude bis zum Vorhof des Generalvikariats am Klosterplatz reichen. Als sechs Quadratmeter großen Hingucker der Glassfassade ist eine gläserne Projektionsfläche geplant, die einerseits innen im Vortragsraum und gleichzeitig draußen von der Straßenseite die Aufmerksamkeit auf sich zieht.

„Wir entwickeln mehrere rund 20-minütige Multimedia-Präsentationen mit den grundlegenden Infos über Dom und Domschatzkammer”, erklärte der FH-Professor. Schülerklassen, Touristengruppen und anderen soll jeweils ein speziell auf sie zugeschnittenes Medienpaket gezeigt werden.

Im Bau konzentriert werden daneben der Ticket- und Andenkenverkauf für Dom und Schatzkammer sowie das Buchungsbüro für Führungen. Auch ein bislang fehlender Aufenthaltsraum für die Domführer gehört zum Konzept. „Jetzt haben wir die Chance, diesen zentralen Bereich der Stadt neu zu ordnen”, resümierte Hahn. „Die wollen wir nutzen.”

Im Sommer ist der Baubeginn, Anfang 2010 die Eröffnung des geplant. Abzuwarten bleibt jetzt nur, in welcher Höhe sich der Bund finanziell beteiligt.
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