Neuer Zugang zum Westbahnhof: Lange Brücke? Großer Tunnel?

Von: Stephan Mohne
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Oben hui, unten pfui: Die Aachener Politik berät über einen neuen Zugang zum Bahnsteig des Westbahnhofs. Fotos: Andreas Herrmann
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Oben hui, unten pfui: Die Aachener Politik berät über einen neuen Zugang zum Bahnsteig des Westbahnhofs. Fotos: Andreas Herrmann
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Oben hui, unten pfui: Die Aachener Politik berät über einen neuen Zugang zum Bahnsteig des Westbahnhofs. Fotos: Andreas Herrmann
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Oben hui, unten pfui: Die Aachener Politik berät über einen neuen Zugang zum Bahnsteig des Westbahnhofs. Fotos: Andreas Herrmann
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Oben hui, unten pfui: Die Aachener Politik berät über einen neuen Zugang zum Bahnsteig des Westbahnhofs. Fotos: Andreas Herrmann
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Oben hui, unten pfui: Die Aachener Politik berät über einen neuen Zugang zum Bahnsteig des Westbahnhofs. Fotos: Andreas Herrmann
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Oben hui, unten pfui: Die Aachener Politik berät über einen neuen Zugang zum Bahnsteig des Westbahnhofs. Fotos: Andreas Herrmann

Aachen. Eine steile, schmuddelige Treppe – so sieht bisher der Zugang zum 217 Meter langen Bahnsteig des Westbahnhofs aus. Dort an der Bahnlinie Aachen-Düsseldorf hält jede halbe Stunde die Euregiobahn sowie stündlich die Regionalbahn 33 und der Regionalexpress 4. Geplant ist außerdem, dass der niederländische Intercity von Eindhoven über Heerlen nach Aachen dort demnächst Station macht.

Die Zahl derjenigen, die dort ein- und aussteigen, ist in den vergangenen Jahren geklettert. Und zwar von täglich unter 5000 im Jahr 2011 auf über 6000 im Jahr 2014. Wenn dereins der Campus West hochgezogen ist, rechnet man sogar mit rund 10.000 Ein- und Aussteigern pro Tag. So gibt es schon länger den Wunsch, den Bahnsteig endlich vernünftig – und vor allem barrierefrei – an den Seffenter Weg auf der einen und den Bereich Süsterfeldstraße/Republikplatz beziehungsweise Campus West auf der anderen Seite zu verbinden. 2011 gab es dazu schon einmal eine erste Planung. Seit 2014 arbeitete nun eine Berliner Agentur an einer Machbarkeitsstudie, die mehrere Varianten und Möglichkeiten unter die Lupe nimmt. Die Ergebnisse werden heute im Mobilitätsausschuss sowie im November im Planungsausschuss und in der Bezirksvertretung Mitte vorgestellt.

Klar ist dabei: Die Kostenprognosen für eine „große Lösung“ zwischen Seffenter Weg, Bahnsteig und Süsterfeldstraße sind ein Fall für die Tonne. Bisher ging man grob von 6,4 Millionen Euro Baukosten aus. Diese Summe findet man auch im aktuellen Etatentwurf der Stadt, den die Kämmerin vergangene Woche vorgelegt hat. Laut Verwaltungsvorlage für die Ausschüsse werden die Kosten nun jedoch je nach Variante auf 9,5 bis 11,2 Millionen Euro geschätzt. Es sei denn, man würde eine „kleine Lösung“ in Betracht ziehen. Diese könnte so aussehen, dass man nur im Bereich Seffenter Weg einen barrierefreien Zugang baut. Das würde dann den Schätzungen zufolge zwischen 2,6 und 4,9 Millionen Euro kosten.

Dass die Kosten bei den großen Varianten derart hoch liegen, hat Gründe. In Gesprächen mit „DB Netz“ ist klargeworden, dass die Unterkante einer großen Brücke eine Höhe von je nach Variante mindestens 8,40 und 8,70 Metern haben muss. Dies deshalb, damit den Mitarbeitern im Stellwerk am Republikplatz nicht die Sicht behindert wird. Das hat natürlich Auswirkungen auf die Kosten – und die städtebaulichen Aspekte, wie die Verwaltung erläutert. Das bringt aber auch noch ein weiteres Problem mit sich: Die Bahnkunden müssen einen großen Höhenunterschied überwinden. Beispiel Republikplatz: Er liegt vier Meter unterhalb der Gleise. Bis zur Fußgängerebene einer Brücke dort wären es dann gar 14 Meter.

Also fasste man auch eine Tunnellösung ins Auge. Doch auch die hat ihre Tücken. Eine analysierte Variante zwischen Seffenter Weg und Republikplatz wäre 70 Meter lang. Laut den Planungsanforderungen muss das Verhältnis von „lichter Breite“ zur Länge mindestens 1:10 betragen. Der Tunnel müsste in dieser Variante also sieben Meter breit werden. Eine andere Variante wäre 130 Meter lang, müsste also 13 Meter breit werden. Auch diese Fakten treiben die Kosten in die Höhe.

Dementsprechend befasste man sich auch noch mit besagter „kleiner Lösung“ – beispielsweise eben einer Brücke vom Seffenter Weg zum Bahnsteig. Diese Brücke könne niedriger gebaut werden, weil sie weniger Auswirkungen auf die Sichtbeziehungen zum Stellwerk habe. Oder aber man könnte einen Aufzug gleich neben der heutigen Treppe bauen. Dazu müssten die Gleise verschoben und der Bahnsteig verbreitert werden.

Letztere Variante wird in der Verwaltungsvorlage im Bereich der „kleinen Lösungen“ favorisiert. Denkbar wäre auch, zunächst einmal mit dieser Minimallösung zu starten und später noch eine große Brücke anzuschließen. Denn: „Die weitergehenden Varianten sind mit großem Aufwand verbunden und erfordern eine Gewissheit über die weitere Entwicklung der Hochschulbereiche, die zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorliegt“, heißt es in der Vorlage. Auch gebe es weiterhin das Ziel, einen städtebaulichen Wettbewerb für das Gebiet auszuloben. Aber auch da lautet die Devise: Erst dann, wenn klar ist, wie sich der Campus West entwickelt. Und das ist eben derzeit noch nicht klar.

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