Neuer Wegweiser hilft bei der Selbsthilfe

Von: Anita Lozina
Letzte Aktualisierung:
webselbsthilfebu
Ziehen an einem Strang: Elmar Burger von der Aachener „akis” und Astrid Thiel vom Selbsthilfebüro des Kreises stellen den neuen Selbsthilfe-Wegweiser frür die Städteregion vor. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Wenn chronisch Kranke Unterstützung brauchen, ist oft der Kontakt zu anderen Betroffenen die beste Hilfe. Bei über 300 Selbsthilfegruppen in Stadt und Kreis Aachen ist es jedoch schwer, direkt den richtigen Ansprechpartner zu finden.

Die Volkshochschule (VHS) hält nun eine Navigationshilfe bereit: Die VHS-Tochter Aachener Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe „akis” hat mit dem Selbsthilfebüro Kreis Aachen des Gesundheitsamts ihren neuen Selbsthilfe-Wegweiser vorgestellt. Auf 156 Seiten finden sich Informationen zu den Selbsthilfegruppen in der kommenden Städteregion.

Diese Selbsthilfegruppen helfen dem Kranken laut Elmar Burger von „akis” auf vielfache Weise. „Betroffene kommen zusammen, informieren sich, erhalten Mut und Perspektive trotz all ihrer Einschränkungen.” Vor allem im Rahmen der Gesundheits-Selbsthilfe ist der Wegweiser eine hilfreiche Lektüre. „Das ist allerdings ein weites Feld”, erklärt Burger, und fährt fort: „So ist Trauer an sich keine Krankheit, aber Trauer kann durchaus krank machen.” Allerdings stellt er klar, dass diese Gruppen nicht den Gang zum Arzt oder Therapeuten ersetzen.

Auch im psychischen Bereich wie bei Ängsten, Essstörungen, Depressionen, sexuellem Missbrauch oder Zwängen kann die „akis” weiterhelfen. „Diese Gruppen sind allerdings meist anonym, man muss sich also vorher an uns wenden”, sagt Burger. Die Wirksamkeit von Selbsthilfegruppen ist laut Astrid Thiel vom Selbsthilfebüro des Kreises längst belegt. „Daher erhalten wir immer professionellere Unterstützung von den Krankenkassen, der Politik, Ärzten und vielen anderen. Und auch wir sehen, wie diese Gruppen den Menschen helfen.”

Die Selbsthilfe in der Städteregion ist vernetzt, über 3000 Menschen nehmen laut Burger bereits an den Gruppentreffen teil. Nicht jedes Thema ist überall vertreten, da manchmal kein Bedarf existiert. „Umgekehrt gehen Suchtkranke bewusst in die Gruppe einer anderen Stadt, um Kontakt mit bekannten Gesichtern zu vermeiden”, erzählt Werner Barke, Sprecher der AG der Selbsthilfegruppen Region Aachen.

Die Zahl der Gruppengänger ist konstant, allerdings hat sich die Gewichtung der Themen mit der Zeit verändert, sagt Burger. Psychische Erkrankungen nehmen an Bedeutung zu, Selbsthilfegruppen für manche medizinische Felder, wie Neurodermitis oder Gaumen-Kiefer-Spalten, gehen zurück. „Wahrscheinlich liegt das an den verbesserten medizinischen Möglichkeiten.”

Der Wegweiser liegt bei Ärzten, Therapeuten oder Sozialdiensten aus. Er wird in Kürze auch auf auf der Internetseite der Volkshochschule (vhs-aachen.de) und des Gesundheitsamtes (kreis-aachen.de/gesundheitsamt) abrufbar sein.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert