Neuer Warnschuss in Sachen Windpark

Von: Matthias Hinrichs
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Das Idyll an der Himmelsleiter trügt: Neuen Aufwind für ihre Argumentation gegen die Windparkpläne der Stadt im Münsterwald (unser Bild im Hintergrund, vorn sieht man den Gewerbepark in Roetgen) erhofft der Naturschutzbund sich vom soeben veröffentlichten „Neuen Helgoländer Papier“, in dem auf Einhaltung von Abstandsflächen für geschützte Brutstätten gepocht wird. Foto: Heiner Schepp

Aachen/Roetgen. Im Konflikt um den geplanten Windpark im Münsterwald flattert dessen Gegnern quasi punktgenau ein Schriftstück in Sachen Vogelschutz auf die Tische, das allerhand Zündstoff bergen könnte.

Das seit langem diskutierte sogenannte „Neue Helgoländer Papier“ der Länderarbeitsgemeinschaft Naturschutz (Lana) ist jetzt offiziell vorgelegt worden, berichtete Claus Mayr, Vorsitzender des Nabu in Aachen, am Mittwoch. In der AG beraten regelmäßig Vertreter der obersten Naturschutzbehörden der Bundesländer sowie des Bundes über Schwerpunktthemen des Naturschutzes.

„Abstände nicht eingehalten“

Aus der Stellungnahme gehe klar hervor, dass bestimmte Mindestabstände zu Brutstellen geschützter Vögel einzuhalten seien. Zudem sollen „Flugkorridore“ für Zugvögel wie Kraniche, welche den Münsterwald regelmäßig überfliegen, beachtet werden. „Diese Abstände – etwa für seltene Arten wie Rotmilan, Schwarzstorch und Uhu – wurden bei den artenschutzrechtlichen Untersuchuchungen zum Münsterwald nicht eingehalten, insbesondere was die Vorkommen auf belgischer Seite angeht“, unterstreicht Mayr. „Und wir denken, dass die Gerichte sich durchaus an den Bewertungen orientieren, falls eine Klage gegen den Bau des Windparks erforderlich werden sollte.“

Seitens der städtischen Planer wird das allerdings ganz anders gesehen. Auch der Hinweis des Nabu, dass das Papier nach jahrelanger Diskussion nun auch von den Fachabteilungen der zuständigen Landesministerien anerkannt worden sei, beeindruckt das Umweltamt nicht. Denn es handele sich lediglich um eine Empfehlung, die keine Rechtskraft besitze, wie auch Mayr einräumt.

„Das Papier ist der Verwaltung bekannt und überrascht uns nicht“, sagte Harald Beckers vom städtischen Pressamt am Mittwoch. Selbstverständlich würden dessen Erkenntnisse und Forderungen mit Blick auf die tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort „entsprechend berücksichtigt“. Man nehme die Stellungnahme „durchaus ernst“, erklärte Beckers. Es gelte aber zu schauen, wo tatsächlich etwaige Brutstellen vorhanden seien. „Im Zweifel wollen die Gerichte Fakten.“

Letztere will die Stadt in Bälde präsentieren. Am Dienstag, 28. April, ab 10 Uhr, findet ein Erörterungstermin in der Aula des Inda-Gymnasiums, Gangolfsweg 52, in Kornelimünster statt, bei dem alle Einwände nochmals dargelegt werden können.

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