Aachen - Neuer Voltigierkurs für Kinder beim Reitverein Aachen

Neuer Voltigierkurs für Kinder beim Reitverein Aachen

Von: Caroline Cremer-Kruff
Letzte Aktualisierung:
11318970.jpg
Voltigier-Minis und Pferdchen "Ojemineh": Nach den Aufwärm- und Dehnübungen geht es zu Kunstfiguren im Sattel. Foto; Andreas Steindl

Aachen. Feierabend! Nach einstündigem Training wälzen sich die beiden Voltigierpferde Henry und Odys genüsslich im Sand der Trainingshalle auf der Reitanlage Braun. Erst seit Kurzem hat der zehnjährige Henry wieder einen Kumpel.

Und der Reitverein Aachen (RV Aachen) kann nach eineinhalb Jahren Zwangspause neben den beiden Turniergruppen endlich wieder einen Voltigierkurs für Anfänger anbieten. Darüber freut sich insbesondere die 22-jährige Trainerin Anabel Harting, die auf die lange Voltigier-Tradition des Vereins hinweist, welche in den 1960er-Jahren ihren Anfang nahm.

Mit dem fünfjährigen Odys soll nun eine neue Voltigier-Ära beim RV Aachen beginnen, da so zwei Voltigiergruppen für Kinder ab sechs Jahren aufgebaut werden können. Dabei begann alles wenig glorreich. „Odys kam in einem ziemlich verwahrlosten Zustand zu uns. Dennoch haben wir sein Potenzial als Voltigierpferd sofort erkannt. Er ist unheimlich brav und nervenstark“, erklärt Harting. In seinem neuen Zuhause wurde der Vierbeiner nicht nur vom Tierarzt, sondern auch von den Volti-Kindern aufgepeppelt, die ihm zudem kurzerhand den inoffiziellen Namen „Ojemineh“ verpassten.

„Ein Glücksgriff“, so Harting, „die Kinder haben ihn von Anfang an geliebt.“ Die Trainerin, welche von klein auf voltigiert und seit einigen Jahren den Trainerschein in der Tasche hat, bildete das Pferd in den vergangenen Wochen für das Training aus – von „ojemineh“ oder „och herm“ keine Spur mehr!

Besondere Vorkenntnisse sind für die Teilnahme nicht erforderlich, jedoch sollten interessierte Kinder Spaß an Bewegung und Pferden mitbringen. Zudem betont Christina Schleußer, Geschäftsführerin des RV Aachen, die Vorteile des Voltigiersports: „Nicht nur die körperlichen Fähigkeiten werden ausgebildet, sondern auch die sozialen. Die Kinder übernehmen Verantwortung für das Pferd und in der Gruppe. Dieser Sport ist eine gute Ergänzung zum stressigen Schulalltag.“

Und auch Profis haben zunächst „klein“ angefangen. Bevor atemberaubende Küren einstudiert werden, stehen erst einmal einfache Übungen auf dem Plan, die spielerisch vermittelt werden: das sichere Sitzen und Bewegen auf dem Pferd, Gleichgewichtsübungen, das Erlernen der Korrektursprache und andere Tipps und Tricks – zunächst alles im Schritt.

Die 13-jährige Lea Steenebrügge ist schon ein „alter“ Voltigierhase. Seit sechs Jahren trainiert sie beim RV Aachen, mittlerweile ist sie Teil der M-Turniergruppe. Ihre Augen leuchten, wenn sie von „ihrem“ Sport erzählt: „Hier kommt so viel zusammen: Das gemeinsame Arbeiten mit dem Pferd, Kraft, Gelenkigkeit, Spannung und Pferdekenntnis – das ist doch klasse!“ Ihre Teamkollegin Lilli Koeppel (10) sieht das genauso.

Ihr macht das Voltigieren mittlerweile mehr Spaß als das „normale“ Reiten. „Voltigieren ist einfach toll. Wir sind hier wie eine Familie“, grinst sie übers ganze Gesicht. Wenige Minuten später steht sie bereits auf Henrys Rücken und beeindruckt mit akrobatischen Figuren.

Und auch „Ojemineh“ scheint die neu gewonnene Aufmerksamkeit zu genießen und glänzt mit ersten Starqualitäten, wenn er sich elegant und filigran an der Longe bewegt. Zu seinem Glück fehlt jetzt nur noch eins: die Voltigier-Frischlinge.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert