Aachen - Neuer Tivoli: Countdown tickt bis Januar

Neuer Tivoli: Countdown tickt bis Januar

Von: pa
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Was wird aus ihm? Für den neu
Was wird aus ihm? Für den neuen Tivoli sucht Alemannia Aachen händeringend eine langfristige Lösung. Foto: imago/mika

Aachen. Der Countdown tickt weiter, er wird auch noch 2012 zu hören sein. Alemannia schreit nach Rettung, doch die wird es dieses Jahr nicht mehr geben.

Nur noch einmal kommt der Rat der Stadt Aachen Mitte Dezember zusammen, eine Entscheidung wird bis dahin nicht spruchreif sein. Zu komplex sind die Abstimmungen im Hintergrund.

Anfang letzter Woche weilte eine große Aachener Delegation im Wirtschaftsministerium des Landes. Mit an Bord: Alemannias Geschäftsführer Frithjof Kraemer, Aufsichtsratschef Meino Heyen, Kämmerin Annkathrin Grehling, und auch die Landtagsabgeordneten waren beim Termin vor Ort. Es kommt Bewegung in die Sache.

Alemannia will sich mit städtischer Hilfe aus dem Schwitzkasten befreien. Jährliche Belastungen von 5,5 Millionen Euro schafft aktuell der Deutsche Meister Borussia Dortmund, für einen Zweitligisten sind sie nicht zu stemmen. An einer Insolvenz ist keiner der Beteiligten interessiert, das Land NRW bürgt mit 23 Millionen Euro. „Wir sind noch entfernt von einem Durchbruch”, sagt einer der Gesprächsteilnehmer. Aber sowohl Finanz- als auch Wirtschaftsministerium hätten durchaus einen Rahmen aufgezeigt, wie eine Lösung funktionieren könnte.

Weder Stadt noch Land wollen riskieren, dass ihre Bürgschaften im Insolvenzfall gezogen werden. Das Land hat natürlich ein gravierendes Interesse daran, durch den Verkauf des Stadions an die Stadt oder einen privaten Investor aus der Bürgschaft entlassen zu werden.

Eines der Konstrukte, die derzeit beraten werden, ist das „Mainzer Modell”. Die Stadt würde den neuen Tivoli über eine bestehende oder neu zu gründende Gesellschaft, in die auch Sponsoren eingebunden werden, kaufen und an Alemannia langfristig vermieten. Die Konditionen könnten sich analog zu Mainz 05 an der Ligazugehörigkeit orientieren: 1. Liga 3,5 Millionen Euro, 2. Liga 2,5 Millionen Euro, 3. Liga 1 Million Euro. Das ist ein Szenario, das gerade durchgerechnet wird. „Die Signale sind positiv”, sagt Heyen. „Wir suchen nach einer Möglichkeit, die natürlich erstens rechtens ist und zweitens den Haushalt nicht belastet. Unserer Meinung nach ist das möglich.”

Die Stadt würde im Insolvenzfall nicht nur einen wichtigen Werbebotschafter verlieren, sondern auch konkrete Einnahmen. Die jährliche Pachteinnahme von fast einer halben Million Euro für das Parkhaus an die städtische Tochter Apag wäre futsch, Steuern würden ebenso fehlen wie Pachteinnahmen für das Tivoli-Gelände. „So weit darf es nicht kommen”, sagt der Aachener SPD-Fraktionschef Heiner Höfken. „Wir dürfen die Kiste nicht vor die Wand fahren lassen, aber dafür benötigen wir Hilfe von Land, Stadt und Sponsoren.” Eher unglücklich ist der Politiker allerdings mit der Informationspolitik der Verwaltung. Höfken und Kollegen beklagen die fehlende Unterrichtung der Parteien durch Oberbürgermeister Marcel Philipp und seine Kämmerin.

Alemannias Abordnung bekam als Hausaufgabe aus dem Ministerium, ein „worst-case-Szenario” zu erstellen, sprich: Welche Zahlungen könnte der Klub noch in der 3. Liga leisten? So tickt der Countdown denn weiter bis Anfang des nächsten Jahres. „Die Ratssitzung im Januar ist unsere letzte Deadline”, sagt Heyen.
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